Jessica Pegula kämpft sich erneut über drei Sätze ins Ziel, während Swiatek, Sabalenka und Gauff in Wuhan klare Signale an die Konkurrenz senden. Doch wer bleibt auf Kurs Richtung Titel?
Manchmal erzählt Tennis die besten Geschichten, wenn sich Routine und Chaos begegnen. Jessica Pegula ist derzeit das Gesicht dieser Spannung. Sie ist ein Synonym für Durchhaltevermögen, Nervenstärke und den Reiz des Unvorhersehbaren. Zum sechsten Mal in Folge stand die US-Amerikanerin auf dem Platz und zum sechsten Mal wurde es ein Match über drei Sätze.
Gegen die an Nummer neun gesetzte Ekaterina Alexandrova geriet Pegula zunächst mächtig unter Druck. Sie lag im ersten Satz mit 2:5 hinten, ehe sie die Partie mit beeindruckender Ruhe und Präzision drehte. Nach 2 Stunden und 6 Minuten stand der 7:5, 3:6, 6:3-Erfolg fest. Es war ihr erster Sieg über die Russin auf Hartplatz und zugleich der Einzug ins Viertelfinale des Dongfeng · Voyah Wuhan Open.
„Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal in zwei Sätzen gewonnen habe”, scherzte Pegula danach mit einem Lächeln, das ebenso erschöpft wie stolz wirkte. „Aber ich spiele momentan gegen viele starke Gegnerinnen und kämpfe um jeden Punkt. Heute war es mit dem geschlossenen Dach etwas ungewohnt, aber am Ende war das Niveau richtig hoch.“
In Wuhan scheint Pegula zu einer Art Marathonspielerin zu werden und das Publikum liebt sie dafür. Ihr unermüdlicher Kampfgeist und ihre Fähigkeit, Rückschläge in Energie zu verwandeln, machen sie zu einer der spannendsten Spielerinnen der Tour. Im Viertelfinale trifft sie nun auf die Siegerin der Partie zwischen Iva Jovic und Katerina Siniaková. Ein Duell, das erneut alles offenlässt.
Während Pegula um jeden Punkt kämpfen muss, spazieren andere Stars scheinbar mühelos durch das Turnier. So präsentierte sich etwa Iga Swiatek gegen Katerina Bouzkova in absoluter Topform. Die Polin brauchte nur 57 Minuten, um mit 6:1, 6:1 den Einzug ins Viertelfinale perfekt zu machen. Ihr schnörkelloser Auftritt erinnerte an die Dominanz, mit der sie schon bei den French Open begeistert hatte.
Während Swiatek fast klinisch präzise agiert, kommt Coco Gauff mit jugendlicher Leichtigkeit daher. Die 20-Jährige ließ ihrer Gegnerin Moyuka Uchijima beim 6:1, 6:0 keine Chance und zeigte, dass ihr Spiel auf Hartplatz immer mehr zur Waffe wird. Gauffs Formkurve zeigt klar nach oben und sie scheint entschlossen, in Wuhan ein Ausrufezeichen zu setzen.
Ganz anders verlief der Tag für Aryna Sabalenka. Die aktuelle Nummer eins der Welt musste gegen Rebecca Sramkova hart kämpfen. Der erste Satz ging mit 4:6 verloren, Sabalenka wirkte unruhig und fast fahrig. Doch dann drehte sie auf: Mit ihrer typischen Wucht und mentalen Stärke gewann sie die nächsten beiden Sätze mit 6:3 und 6:1.
Es war kein Spaziergang, aber ein Statement: Wer sie schlagen will, muss an seine Grenzen gehen. Damit stehen drei der großen Namen der Tour im Achtelfinale: jede mit ihrem eigenen Stil und ihrer eigenen Geschichte. Swiatek mit ihrer inneren Perfektionistin, Gauff mit ihrem Drang nach Befreiung und Sabalenka mit ihrem Hunger nach Bestätigung.
Und über allem schwebt Pegula, die Frau, die einfach keine zwei Sätze mehr kennt. Ihre Reise in Wuhan ist ein Symbol für das, was Tennis so faszinierend macht: die Unvorhersehbarkeit, das Spiel mit der Belastungsgrenze und die Freude am Kampf.
Die kommenden Tage versprechen Spannung pur: Iga Swiątek trifft auf Belinda Bencic, die dank des Rückzugs von Elise Mertens kampflos weiterkam. Es wird ein Duell sein, das taktische Finesse und mentale Stärke gleichermaßen erfordert. Sabalenka dürfte auf eine Gegnerin treffen, die versucht, ihren Rhythmus zu stören, während Gauff weiter in Richtung ihrer Sensation von Wuhan schielt.
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