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Tennis
  1. TENNIS

Pegula gewinnt US-Duell

Jessica Pegula besiegt Emma Navarro in einem packenden US-Duell. Nach einem Nervenkrimi im ersten Satz dreht die Nummer fünf der Welt das Match und zieht ins Halbfinale von Peking ein.

Es war ein Match, das alles bot: Drama, Frust, pure Willenskraft und schließlich die Gelassenheit einer Spielerin, die gelernt hat, sich selbst zu vertrauen. Jessica Pegula stand im Viertelfinale der China Open kurz vor dem Abgrund. Im ersten Durchgang hatte sie gleich sechs Satzbälle gegen ihre Landsfrau Emma Navarro, doch alle verpufften. Navarro biss sich zurück, gewann den Satz im Tiebreak und plötzlich schien das Momentum komplett zu kippen. War Pegula in diesem Moment schon raus aus dem Turnier?

Die Antwort gab sie selbst mit einem simplen Rezept: „Relax.“ Genau das sagte sie sich nach dem verlorenen Satz. Was folgte, war ein Lehrstück in mentaler Stärke. Pegula ließ den Frust hinter sich, lockerte ihren Schlagarm und dominierte. Die an Position fünf gesetzte Spielerin spielte wie ausgewechselt, drehte das Match in gut zwei Stunden mit 6:7 (2), 6:2, 6:1 und feierte damit ihren ersten Einzug ins Halbfinale von Peking.

Vor allem der Aufschlag machte den Unterschied: Während sie im ersten Satz noch sieben Breakbälle abwehren musste, war Pegula in den Sätzen zwei und drei praktisch unantastbar. Knapp 80 Prozent der Punkte bei erstem Aufschlag und 71 Prozent bei zweitem waren die Basis, um Navarro jede Hoffnung auf eine Überraschung zu nehmen. Von diesem Moment an hielt Pegula ihr Service in jedem einzelnen Spiel.

Auch der letzte Satz glich einer Kopie des zweiten: schnelles Break zum 3:1, konsequentes Durchziehen bis zum Ende. Navarro bäumte sich noch einmal auf, erspielte drei Breakbälle und wehrte zwei Matchbälle ab, doch Pegula blieb eiskalt. Mit beeindruckender Konstanz zog sie die Partie endgültig auf ihre Seite.

Im Halbfinale wartet nun die 20-jährige Tschechin Linda Noskova, die letzte Nicht-Amerikanerin im Feld. Es ist eine Paarung mit Geschichte: Beide trafen bereits zweimal in diesem Jahr aufeinander. In Bad Homburg behielt Pegula im Halbfinale nach verlorenem ersten Satz die Oberhand, nachdem sie in der Runde zuvor einen Dreisatz-Krimi gegen Emma Navarro gewonnen hatte. Ein Deja-vu? Gut möglich. Doch Noskova hat ihre eigenen Pläne: Im Februar besiegte sie Pegula beim WTA 1000 in Dubai auf Hartplatz klar in zwei Sätzen, wobei sie den zweiten Satz im Tiebreak gewann.

Für zusätzliche Brisanz sorgt die Aussicht auf das Finale, in dem die Siegerin entweder auf Coco Gauff oder Amanda Anisimova trifft. Ein rein amerikanisches Endspiel in Peking ist also mehr als nur ein Gedankenspiel, zumal Pegula im direkten US-Duell schon oft bewiesen hat, dass sie fast unschlagbar ist. Ihre Bilanz bei WTA-1000-Turnieren gegen Landsfrauen: 18 Siege und nur eine Niederlage, die sie im vergangenen Jahr gegen Taylor Townsend in Rom erlitt.

Die Zahlen untermauern, was man auf dem Platz sieht. Mit ihrem zwölften Halbfinale auf WTA-1000-Ebene zieht Pegula in einen elitären Kreis ein. Nur Serena Williams (26) hat seit 2009 mehr erreicht. Damit steht Pegula auf einer Stufe mit Venus Williams. Das ist ein Statement, das ihre konstante Leistung der letzten Jahre unterstreicht. Bereits 2025 in Miami stand sie im Endspiel, nun greift sie erneut nach einem großen Titel.

Und doch ist es nicht allein die Statistik, die Pegula in Peking zur Favoritin macht. Es ist ihr Umgang mit Drucksituationen, der sie von vielen Konkurrentinnen unterscheidet. Während andere den Kopf hängen lassen, findet sie Ruhe. Wo andere hadern, vertraut sie ihrem Spiel.

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