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Paul Breitner – Der Weltmeister von 1974

Paul Breitner zählt zu den einflussreichsten deutschen Fußballern aller Zeiten. Er wurde Welt- und Europameister und feierte auch auf Klubebene große Erfolge.

Paul Breitner zählt zu den bekanntesten und prägendsten deutschen Fußballern der 1970er und frühen 1980er Jahre. Mit seiner außergewöhnlichen Vielseitigkeit, seinem starken Charakter und seinem unermüdlichen Einsatz auf dem Platz prägte er die deutsche Fußballgeschichte entscheidend mit. Sowohl auf Vereinsebene als auch mit der Nationalmannschaft feierte Breitner zahlreiche Erfolge und bleibt bis heute ein Symbol für sportliche Klasse und individuelle Haltung.

Der Aufstieg eines Talents

Paul Breitner wurde am 5. September 1951 in Kolbermoor, Bayern, geboren. Schon früh zeigte sich sein fußballerisches Talent, das ihn zunächst zum lokalen Verein SV-DJK Kolbermoor und später zum renommierten ESV Freilassing führte. Dort fiel er schnell durch seine dynamische Spielweise und sein taktisches Verständnis auf. Noch als Jugendlicher wechselte Breitner zu Bayern München, wo er 1970 den Sprung in den Profikader schaffte. Mit damals erst 18 Jahren debütierte er in der Bundesliga und legte damit den Grundstein für eine außergewöhnliche Karriere.

Stationen bei Bayern München und Real Madrid

Breitners Vereinskarriere ist untrennbar mit zwei großen Klubs verbunden: dem FC Bayern München und Real Madrid. Seine erste Station als Profi war Bayern München, wo er schnell Stammspieler wurde und als Linksverteidiger wie auch im Mittelfeld glänzte. Zwischen 1970 und 1974 gewann er mit den Münchnern zahlreiche nationale und internationale Titel.

Auf dem Höhepunkt seines Ruhms wagte Breitner 1974 den Sprung ins Ausland und unterschrieb beim spanischen Spitzenklub Real Madrid. In Madrid entwickelte er sich weiter, übernahm zunehmend zentrale Rollen im Mittelfeld und wurde schnell zum Publikumsliebling. Nach drei erfolgreichen Jahren in Spanien kehrte er 1978 zurück zu den Bayern, wo er seine Karriere 1983 beendete. Besonders bemerkenswert ist, dass Breitner in seiner zweiten Bayern-Phase als Führungsspieler und Kapitän agierte.

Meisterschaften und Titel

Paul Breitner feierte mit seinen Vereinen eine beeindruckende Serie an Erfolgen. Mit dem FC Bayern München gewann er insgesamt fünf deutsche Meisterschaften (1972, 1973, 1974, 1980, 1981), dazu kamen zwei DFB-Pokal-Siege (1971, 1982). Auf internationaler Ebene krönte er seine erste Bayern-Phase mit dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister 1974, dem Vorläufer der heutigen UEFA Champions League.

Bei Real Madrid setzte sich seine Erfolgsgeschichte fort: zweimal holte er die spanische Meisterschaft (1975, 1976) und einmal den spanischen Pokal (Copa del Rey, 1975). In beiden Vereinen war Breitner nicht nur ein Leistungsträger, sondern auch ein prägender Charakter, der das Spiel seiner Mannschaften maßgeblich beeinflusste.

Weltmeister und Europameister

Auch im Trikot der deutschen Nationalmannschaft schrieb Paul Breitner Geschichte. Sein Debüt gab er 1971, und schon bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland spielte er eine tragende Rolle. Im WM-Finale gegen die Niederlande erzielte er per Elfmeter das wichtige 1:1 und legte damit den Grundstein für den 2:1-Sieg und den Gewinn des Weltmeistertitels. Insgesamt absolvierte Breitner 48 Länderspiele und erzielte dabei zehn Tore.

Nach einer vorübergehenden Pause kehrte er 1981 in die Nationalmannschaft zurück und nahm an der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien teil. Dort erreichte das DFB-Team erneut das Finale, musste sich jedoch Italien geschlagen geben. Bemerkenswert: Breitner ist einer von nur wenigen Spielern, die in zwei WM-Finals Tore erzielten (1974 und 1982). Ein weiterer Höhepunkt seiner Nationalmannschaftskarriere war der Gewinn der Europameisterschaft 1972, bei der er allerdings noch keine tragende Rolle spielte, aber bereits zum Kader gehörte.

Sein Wirken

Paul Breitner war nicht nur auf dem Platz eine herausragende Persönlichkeit, sondern auch abseits davon. Mit seiner direkten Art, seiner politischen Haltung und seinem Engagement für die Rechte der Spieler polarisierte er und wurde zum Vorbild für viele nachfolgende Generationen. Als Spieler war er flexibel einsetzbar – zu Beginn als Abwehrspieler, später als Mittelfeldregisseur. Seine Führungsqualitäten, seine Übersicht und sein Torinstinkt machten ihn zu einem der komplettesten Fußballer seiner Zeit.

Auch nach seiner aktiven Karriere blieb Breitner dem Fußball verbunden, unter anderem als Experte, Kolumnist und Berater. Sein Einfluss auf den deutschen Fußball und die Wahrnehmung des Profisports ist bis heute spürbar.

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