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Tennis
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Osaka strahlt in der Heimat

Naomi Osaka begeistert ihr Heimpublikum, Belinda Bencic meldet sich in China zurück und eine US-Amerikanerin erzielt das bisher deutlichste Ergebnis des Turniers. Die WTA-Szene liefert diese Woche Spannung pur.

Wenn Naomi Osaka in ihrer Heimatstadt Osaka aufschlägt, dann ist das mehr als nur ein Tennismatch. Es ist eine Rückkehr zu den Wurzeln. Im eigenen Land und vor heimischem Publikum zeigte die vierfache Grand-Slam-Siegerin, dass sie nach schwierigen Monaten wieder Freude am Spiel hat. Ihr 6:0, 6:4-Erfolg gegen ihre Landsfrau Wakana Sonobe war eine Machtdemonstration, die an die alte Osaka erinnerte: druckvoll, präzise und emotional fokussiert.

Von Beginn an diktierte die 27-Jährige das Geschehen und spielte, als hätte sie sich etwas beweisen wollen. Vielleicht sich selbst am meisten. Der erste Satz? Ein Lehrstück in Dominanz. Nach 26 Minuten stand es 6:0, Sonobe kam kaum zum Luftholen. Erst im zweiten Satz fand die 17-jährige Wildcard-Spielerin den Mut, Osaka mit aggressiven Returns kurzzeitig unter Druck zu setzen. Doch jedes Aufbäumen blieb nur eine Momentaufnahme. Beim dritten Matchball setzte Osaka den Schlusspunkt und ließ ein Stadion zurück, das sie feierte, als hätte sie gerade ein Finale gewonnen.

Auch wenn die WTA-Finals in Riad außer Reichweite sind, wirkt Osaka befreit. Vielleicht, weil sie nichts mehr beweisen muss. Vielleicht, weil sie endlich wieder Spaß hat. Im Achtelfinale warten nun Suzan Lamens oder Emiliana Arango, zwei Namen, die auf dem Papier Außenseiterinnen sind. Doch in Osaka weiß man: Der Heimvorteil kann ebenso beflügeln wie belasten.

Weniger leicht hatte es Olga Danilovic, die an Nummer sechs gesetzte Serbin. Gegen Nao Hibino, ebenfalls aus Japan, lief zunächst alles wie am Schnürchen, doch dann geriet sie im zweiten Satz völlig aus dem Takt. 6:4, 1:6, 6:2. Ein Zittersieg, der mehr Kraft kostete, als der Spielstand verrät. Doch Danilovic hat gezeigt, dass sie kämpfen kann. In der nächsten Runde wartet mit Maria Sakkari oder Ashlyn Krueger gleich die nächste Feuerprobe und vielleicht die Chance, sich in die Favoritinnenrolle hineinzuspielen.

Während in Osaka die Lokalheldin im Mittelpunkt steht, richtet sich der Blick in China auf Belinda Bencic. Die Schweizerin, die zuletzt eher Rückschläge als Erfolge verzeichnen musste, zeigte beim WTA-500-Turnier in Ningbo wieder, was sie zur Olympiasiegerin macht: Kontrolle, Präzision und eiserne Nerven. Ihr 6:3, 6:2 über Magda Linette war nicht spektakulär, aber souverän. Ein Statement nach den Niederlagen gegen Coco Gauff und Iga Swiatek in den Wochen zuvor.

Bencic startete furios, führte schnell 3:0, ließ zwei Breakchancen ungenutzt, blieb aber stabil. Besonders beeindruckend war, dass sie acht Breakbälle abwehren musste und dies mit einer Mischung aus Mut und Präzision tat, die man lange vermisst hatte. Der Rückhand-Winner zum Matchgewinn entlang der Linie war sinnbildlich für ihren Tag: elegant, entschlossen und punktgenau. Im Achtelfinale trifft sie auf die Kasachin Yulia Putintseva oder die Ukrainerin Yuliia Starodubtseva. Wenn sie weiter an die Form anknüpfen will, die sie einst zu den French Open zur Geheimfavoritin machte, ist dies eine Pflichtaufgabe.

Doch das wohl klarste Statement des Tages kam aus den USA. McCartney Kessler, die 26-jährige Weltranglisten-33., spielte gegen Sofia Kenin, die Siegerin der Australian Open 2020, als hätte sie etwas aufgestaut. 6:1, 6:0 nach 53 Minuten. Ein Ergebnis, das Fragen aufwirft. Was ist los mit Kenin, die einst als neue US-Hoffnung gefeiert wurde? Und was bedeutet dieser Erfolg für Kessler, die bisher eher im Schatten der großen Namen stand? Ihr Achtelfinalduell mit Liudmila Samsonova oder der chinesischen Lokalmatadorin Hanyu Guo könnte die nächste Überraschung bringen.

Angeführt wird das Turnier in Ningbo von der jungen Mirra Andreeva, von der man in den kommenden Jahren noch viel hören wird. Hinter ihr lauern Jasmine Paolini, Elena Rybakina und Ekaterina Alexandrova. Ein Tableau, das jede Menge Dramatik verspricht.

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