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O’Connor triumphiert auf der Königsetappe

Blut, Schweiß und Tränen und ein strahlender Sieger: Ben O’Connor hat das Dach der Tour de France bezwungen. Die Königsetappe wurde zur Bühne für Dramen, Heldentaten und einen deutschen Rückschlag.

Die 18. Etappe der Tour de France 2025 hatte es in sich: 171,5 Kilometer, 5450 Höhenmeter und drei Anstiege der höchsten Kategorie. Am Ende stand ein Australier im Rampenlicht: Ben O’Connor vom Team Jayco AlUla krönte sich zum Sieger dieser brutalen Königsetappe. Auf 2 304 Metern über dem Meeresspiegel, am legendären Col de la Loze, ließ er die Favoriten hinter sich und feierte seinen zweiten Etappensieg bei der Tour, vier Jahre nach seinem ersten Coup im Jahr 2021.

Bereits früh hatte sich O’Connor aus der ersten Ausreißergruppe abgesetzt. Am 26 Kilometer langen Schlussanstieg zeigte der 29-Jährige seine ganze Klasse, er dominierte mit beeindruckender Konstanz.

Pogacar stark, aber nicht ganz oben

Tadej Pogacar zeigte sich von seiner besten Seite, zumindest phasenweise. Für den Slowenen war der Col de la Loze ein Ort der Revanche. 2023 war er hier eingebrochen, doch dieses Mal biss er sich durch. Doch für den Etappensieg reichte es nicht. Trotz starker Helfer und cleverer Teamtaktik musste er sich mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Dahinter rundete Jonas Vingegaard mit Rang drei das Podium ab und schickte ein klares Signal im Kampf um das Gelbe Trikot.

Lipowitz geht all-in und zahlt bitter

Aus deutscher Sicht war der Tag ein Ritt auf der Rasierklinge. Florian Lipowitz, bislang Überraschungs-Dritter im Gesamtklassement, wagte 33 Kilometer vor dem Ziel die Flucht. Mutig, aber womöglich zu früh. Zwar lag er zwischenzeitlich mit zwei Minuten Vorsprung vor der Favoritengruppe, doch am Col de la Loze war sein Tank leer.

Während Pogacar erneut Helfer fand und Onley klug seine Kräfte einteilte, musste Lipowitz allein gegen den Berg und den Wind ankämpfen. Am oberen Drittel des Anstiegs war sein Traum geplatzt. Er verlor Zeit, konnte Platz drei in der Gesamtwertung aber denkbar knapp behaupten. Noch.

Roglic, Gall, Martinez: Geschichten am Rande der Sensation

Auch andere Fahrer schrieben ihre Geschichten. Primoz Roglic attackierte früh mutig, letztlich jedoch ohne Konsequenzen für die Spitze. Felix Gall zeigte sich erneut stark am Berg und knüpfte damit an seine Gala von 2023 an. Für Lenny Martinez, den Führenden in der Bergwertung, wurde die Etappe hingegen zum Überlebenskampf. Nach Problemen am Glandon verlor er zwar Boden, durfte aber weiterhin das Trikot des besten Kletterers tragen. Für Enric Mas war dagegen Schluss: Der Spanier musste die Tour aufgeben.

Noch ein Berg, noch ein Versprechen

Die heutige Etappe war die ultimative Prüfung, doch sie war nicht das Ende. Am Freitag wartet die letzte Bergankunft der Tour de France. Auf dem Weg nach La Plagne müssen erneut über 4.500 Höhenmeter auf nur 130 Kilometern bewältigt werden. Der Schlussanstieg misst 19,1 Kilometer bei einer Steigung von 7,2 Prozent.

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