Ein 4:1-Sieg in Mailand lässt Norwegen jubeln und Italien verzweifeln. Während Erling Haaland den Beginn einer goldenen Ära ausruft, droht den Azzurri ein dritter WM-Albtraum in Folge.
Die Rückkehr Norwegens auf die große Fußballbühne ist perfekt. Mit einem furiosen 4:1-Auswärtssieg in Italien hat sich die Mannschaft von Trainer Stale Solbakken erstmals seit 1998 wieder für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Acht Spiele, acht Siege und ein überragender Erling Haaland als Gesicht einer Generation, die in Norwegen bereits als „Jahrtausendtruppe” gefeiert wird.
Der norwegische Superstar zeigte sich nach dem Triumph in Mailand spürbar bewegt. „Das ist der Beginn von etwas Großem“, sagte Haaland, der mit zwei Treffern entscheidend zum Erfolg beitrug. Insgesamt erzielte der 25-Jährige in der Qualifikation 16 Tore. Eine Bilanz, die selbst in seiner beeindruckenden Karriere heraussticht. „Es gab viel Druck in den letzten Wochen, aber jetzt bin ich einfach glücklich“, erklärte der Angreifer von Manchester City.
Auch seine Mitspieler waren überwältigt. Antonio Nusa, Offensivspieler von RB Leipzig, sprach von einem „Traum, der wahr geworden“ sei. Für Trainer Solbakken bleibt jedoch Bodenhaftung das Gebot der Stunde. „Lassen Sie uns erst die Auslosung abwarten, bevor wir über Chancen bei der WM sprechen“, sagte der 57-Jährige. „Ich habe noch nicht einmal darüber nachgedacht.“ Anstatt über Prognosen zu sprechen, lobte Solbakken das Erreichte und bezeichnete die Qualifikation als „großartig“ und „einfach surreal“.
Der norwegische Erfolg ist das Resultat einer langen Entwicklung. Mit einer jungen, technisch starken Mannschaft, die in Europas Topligen spielt, hat Solbakken ein Team geformt, das Tempo, Kraft und Spielfreude vereint. Das Spiel in Mailand zeigte exemplarisch, was diese Generation ausmacht: Mut, Konsequenz und unbändiger Torhunger.
Während Norwegen feiert, herrscht in Italien tiefe Ernüchterung. Der viermalige Weltmeister steht erneut vor einem Scherbenhaufen. Nach der 1:4-Niederlage im eigenen Land bleibt nur der Umweg über die Play-offs. Ein Szenario, das schmerzhafte Erinnerungen weckt. Bereits 2018 und 2022 verpasste Italien die WM nach Play-off-Niederlagen gegen Schweden bzw. Nordmazedonien. Nun droht der nächste Rückschlag.
„Wir müssen uns bei unseren Fans entschuldigen”, sagte Trainer Gennaro Gattuso nach der Partie. „Es ist inakzeptabel, die Qualifikation mit so einer Niederlage zu beenden.“ Der 47-Jährige wirkte sichtlich niedergeschlagen, bemühte sich aber um einen Rest Optimismus: „Wir sollten uns an die gute erste Halbzeit erinnern. Im März müssen wir anders auftreten.“
Auch Kapitän Giovanni Di Lorenzo fand klare Worte: „Glückwunsch an Norwegen, sie waren in allen Belangen besser. Wir müssen in den Play-offs konzentrierter sein.“ Der Druck auf die Squadra Azzurra wächst, denn ein weiteres Scheitern wäre ein sportliches Fiasko historischen Ausmaßes.
Am Donnerstag wird in Zürich ausgelost, gegen wen Italien im Frühjahr antreten muss. Im Halbfinale drohen mit Schweden, Rumänien oder Nordirland Gegner, die unangenehm zu bespielen sind. Je nach Ausgang der Gruppe J könnten auch Nordmazedonien oder Wales warten. Das wäre kein leichtes Los für eine Mannschaft, die zuletzt selten an ihre goldenen Zeiten anknüpfen konnte.
In Norwegen hingegen blickt man voller Vorfreude auf das kommende Jahr. Die Euphorie um Haaland und seine Mitspieler erinnert an das Sommermärchen von 1998, als Norwegen zuletzt bei einer WM dabei war. Doch diesmal, darin sind sich viele einig, könnte das Abenteuer deutlich länger dauern.
Wett-Credits nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung zur Nutzung verfügbar. Gewinne schließen den Einsatz von Wett-Credits aus. Es gelten die AGB, Zeitlimits und Ausnahmen.