Die Hoffnungen auf einen Start von Tadej Pogacar bei den Europameisterschaften haben sich endgültig zerschlagen. Der fünfmalige Tour-de-France-Sieger musste die Vuelta a España im vergangenen August nach einem schweren Sturz aufgeben, als er die Gesamtwertung anführte. Dabei zog sich der Slowene einen Bruch eines Halswirbels zu, wodurch seine Saison vorzeitig beendet schien.
Die Verletzung kostete Pogacar nicht nur die Chance, die Spanien-Rundfahrt erstmals zu gewinnen. Auch die Titelverteidigung bei der Weltmeisterschaft und damit der Angriff auf das dritte Regenbogentrikot in Folge waren nicht möglich.
Für den 27-Jährigen schien eine mehrmonatige Zwangspause unvermeidbar. Ein kürzlich in den sozialen Netzwerken veröffentlichtes Foto weckte bei den Radsportfans allerdings neue Hoffnung: Es zeigte Pogacar wieder auf dem Rad und im Trikot seines Teams UAE Team Emirates-XRG.
Da die Europameisterschaften in seiner Heimatstadt Ljubljana ausgetragen werden, kamen Spekulationen über ein überraschend schnelles Comeback auf. Doch daraus wird nichts.
Der slowenische Verband gab inzwischen das achtköpfige Aufgebot für das Strassenrennen bekannt. Pogacar gehört nicht zum Kader und wird somit bei der Heim-EM nicht starten.
Mauro Gianetti, Teamchef von UAE Team Emirates-XRG, erteilte möglichen Comeback-Hoffnungen gegenüber der Gazzetta dello Sport zudem eine klare Absage:
„Sein Wunsch, dabei zu sein, ist verständlich, aber es ist noch zu früh. Die Gesundheit geht vor, deshalb wird es nicht passieren.“
Nach der Operation infolge seines Vuelta-Sturzes benötigt Pogacar weiterhin Zeit und Vorsicht im Rehabilitationsprozess. Während ein Schlüsselbeinbruch üblicherweise eine mindestens sechswöchige Genesungszeit nach sich zieht, kann die vollständige Wiederherstellung von Kraft und Beweglichkeit nach einer Verletzung dieser Schwere mehrere Monate dauern.
Seit dem Unfall ist erst etwas mehr als ein Monat vergangen. Erste medizinische Einschätzungen gingen von einer Pause bis zum Jahresende aus.
Damit ist auch ein möglicher Start bei Il Lombardia, dem letzten Monument der Radsportsaison, das in weniger als zwei Wochen stattfindet, höchst fraglich. Eine offizielle Entscheidung steht zwar noch aus, der Zeitplan spricht jedoch dafür, dass Pogacar auch beim italienischen Herbstklassiker fehlen wird.
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