Lorenzo Musetti, Alejandro Tabilo, Alexander Bublik und Valentin Royer: Vier Namen, zwei Finals und jede Menge Emotionen. Was in Chengdu und Hangzhou passiert, liest sich wie ein Tennisroman voller Wendungen.
Die Bühne in Chengdu ist bereitet und Lorenzo Musetti steht im Rampenlicht. Der an Position eins gesetzte Italiener hat Alexander Shevchenko mit 6:3, 6:1 beinahe spielerisch aus dem Halbfinale geworfen. 92 Prozent seiner Punkte holte er sich beim ersten Aufschlag. Diese Zahl klingt wie eine Kampfansage. Er hat keine Breakchance zugelassen, gezeigt keine Schwäche, sondern nur pure Entschlossenheit. Für Musetti ist es das zweite Finale der Saison und bereits das siebte seiner Karriere. Doch diesmal hat er eine Mission: Im vergangenen Jahr war er im Endspiel von Chengdu gescheitert, nun will er den Pokal endlich stemmen.
Die Geschichte wird noch spannender, wenn man seine Saisonziele betrachtet. Musetti hat sich im Rennen um die Teilnahme an den Nitto ATP Finals nach Turin auf Platz sieben der Live-Race-Wertung vorgekämpft. Sein Landsmann Jannik Sinner hat sich das Ticket bereits gesichert. Könnte Musetti tatsächlich zum ersten Mal beim großen Saisonfinale auf heimischem Boden antreten? Allein der Gedanke elektrisiert italienische Fans.
Doch bevor es so weit ist, wartet Alejandro Tabilo. Der Chilene hat in Chengdu ein kleines Wunder vollbracht. Mit einem 6:4, 7:6 (0) über den gesetzten Brandon Nakashima krönte er seinen Lauf und das als Qualifikant. Noch vor wenigen Wochen schien seine Saison verloren, denn seine Bilanz war ernüchternd: 5:13. Doch plötzlich ist er wieder da, kämpft sich durch die Qualifikation, überlebt sogar ein dramatisches Tie-Break gegen Lloyd Harris und steht nun im Finale.
„Es war heute sehr solide. Ich bin einfach froh, wieder in einem Endspiel zu stehen“, erklärte Tabilo nach seinem Sieg. Hinter diesen Worten stecken jedoch viel mehr: Verletzungen, Formschwankungen und verpasste Chancen. Nun ist er wieder in den Top 100 und will Musetti den Traum von Chengdu zerstören. Es ist das erste Duell der beiden: ein Aufeinandertreffen zwischen einem Mann, der auf dem Weg nach oben ist, und einem, der sich gerade wieder ins Rampenlicht kämpft. Wer wird seine Geschichte weiterschreiben?
Während in Chengdu für Drama gesorgt wird, schreibt sich in Hangzhou ein weiteres Kapitel Tennis-Geschichte. Alexander Bublik hat es tatsächlich geschafft, innerhalb eines Jahres auf allen drei Belägen ein Finale zu erreichen. Damit reiht er sich in eine exklusive Liste mit Carlos Alcaraz, Jannik Sinner und Alexander Zverev ein. Hartplatz, Sand, Rasen. Bublik hat überall geliefert.
Sein Halbfinalsieg gegen Wu Yibing war eine Machtdemonstration. Mit 19 Asse in nur 61 Minuten ließ der kasachische Showman dem chinesischen Publikumsliebling keine Chance. Dabei hatte Wu noch für Aufsehen gesorgt, als er Daniil Medvedev aus dem Turnier warf. Doch gegen Bubliks Power wirkte er ausgelaugt und wurde von einem Gegner überrollt, der momentan an sein Limit stößt und es vielleicht sogar verschiebt.
Mit 30 Siegen in dieser Saison kratzt Bublik an seinen Karrierebestwerten. Drei Titel in den vergangenen Monaten, nur einmal gestoppt von Jannik Sinner bei den US Open. Die Formkurve zeigt steil nach oben. Platz zwölf im Race to Turin, der Traum von den Finals lebt.
Im Finale wartet allerdings kein etablierter Name, sondern ein Mann, den bislang kaum jemand auf dem Zettel hatte: Valentin Royer. Der französische Qualifikant erlebte in Hangzhou seine Woche des Lebens. Zunächst erreichte er sein erstes ATP-Semifinale, dann besiegte er seinen Landsmann Corentin Moutet souverän mit 6:3, 6:2 und steht nun im Endspiel. Mit 24 Jahren und bislang ohne nennenswerte Tour-Erfolge schießt er auf Platz 75 der Live-Rangliste und setzt ein dickes Ausrufezeichen.
Das Duell Royer gegen Bublik ist ein Duell der Gegensätze. Hier der routinierte, launische Entertainer, dort der hungrige Newcomer, der nichts zu verlieren hat. Kann Royer sein Märchen fortsetzen oder setzt Bublik seinen Siegeszug fort und krönt das vielleicht beste Jahr seiner Karriere?
TENNIS
Alexander Zverev steht im Halbfinale: Starker Auftritt gegen Rafael Jodar bei den French Open
Zverev präsentiert sich in Paris weiter in Topform und bleibt nach dem frühen Aus vieler Favoriten der größte Anwärter auf den Titel.
Kim Klos
vor 11 Stunden
TENNIS
Alexander Zverev gegen Rafael Jódar: Datum, Uhrzeit und und wo man das French-Open-Viertelfinale im Fernsehen und im Streaming sehen kann
Rafael Jódar fordert Alexander Zverev in Paris heraus, doch der deutsche Topspieler geht als klarer Favorit ins Viertelfinale. Hier erhalten Sie alle Informationen zur Begegnung.
Kim Klos
02 Jun 26
TENNIS
Zverevs große Chance: Sinners überraschendes Aus gegen Cerúndolo macht die French Open so offen wie selten zuvor
Jannik Sinner ist bei den French Open sensationell in Runde 2 ausgeschieden, Carlos Alcaraz fehlt verletzt, Novak Djokovic ist veraltet und damit öffnet sich für Alexander Zverev wohl die größte Grand-Slam-Chance seiner Karriere.
Kim Klos
28 Mai 26
Wett-Credits nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung zur Nutzung verfügbar. Gewinne schließen den Einsatz von Wett-Credits aus. Es gelten die AGB, Zeitlimits und Ausnahmen.