Messi jagt den nächsten Titel und trifft im Finale des MLS Cups ausgerechnet auf Müller und die formstarken Whitecaps. Das Duell verspricht ein Aufeinandertreffen zweier völlig unterschiedlicher Fußballwelten zu werden.
Inter Miami hat erneut die große Fußballbühne erreicht und natürlich steht Lionel Messi wieder im Rampenlicht. Der 5:1-Kantersieg gegen den New York City FC sicherte dem Klub nicht nur den Titel im Osten, sondern auch die erste Finalteilnahme im MLS Cup der Vereinsgeschichte. Am 6. Dezember empfängt Miami die Vancouver Whitecaps zu einem Endspiel, das bereits in der Saison des Concacaf Champions Cup für Schlagzeilen sorgte.
Der Star des Abends war jedoch Tadeo Allende. Drei Tore, zwei davon vorbereitet von Messis alten Barca-Vertrauten Jordi Alba und Sergio Busquets, machten den Argentinier zum Gesicht des Halbfinals. Allende sprach später von einem „sehr zufriedenstellenden Ergebnis“, mahnte aber direkt zur Konzentration, denn die Arbeit sei noch nicht getan.
Inter Miami zeigte früh, wie reif dieses Team inzwischen ist. Busquets spielte einen seiner typischen chirurgischen Schnittstellenpässe, Allende verwandelte abgeklärt, 1:0 nach elf Minuten. Nur wenig später erhöhte der Argentinier nach einer Flanke von Alba per Kopf. Justin Haak verkürzte für NYCFC, doch spätestens nach Messis Vorlage auf Mateo Silvetti zum 3:1 war der Widerstand gebrochen. Segovias Hackentreffer und Allendes drittes Tor in der Schlussphase machten den Abend endgültig zu einer rosa-schwarzen Party.
Dabei begann das Spiel mit einem Schreckmoment: Messi wurde früh am Kopf getroffen, lag kurz benommen am Boden, rappelte sich aber wie so oft in seiner Karriere wieder auf. Kurz darauf arbeitete er bereits wieder an Vorlage Nummer 405, ein Wert, der allgemein als Rekord im Weltfußball gilt. Messi, inzwischen achtfacher Gewinner des Ballon d’Or, scheint in Miami nicht nur sportlich, sondern auch kulturell alles zu überstrahlen. Das pinke Trikot verkauft sich weltweit, Prominente pilgern ins Stadion. Carlos Alcaraz war an diesem Abend nur einer der vielen VIP-Gäste.
Für Messi ist der MLS Cup der bislang letzte fehlende Baustein. Seit seinem Wechsel im Jahr 2023, als Miami als Tabellenletzter mit einer Negativserie in die Saison startete, hat sich der Klub in ein globales Phänomen verwandelt. Ein neuer Stadionkomplex ist im Bau, Messi ist bis 2028 unter Vertrag und die Mannschaft hat bereits den Leagues Cup sowie den Supporters’ Shield nach Florida geholt. Der nächste Titel wäre die Krönung.
Doch der Gegner im Finale hat es in sich. Die Vancouver Whitecaps besiegten San Diego FC im Westen souverän mit 3:1 und stehen ebenfalls zum ersten Mal im Endspiel. Brian White, der zuvor wochenlang torlos geblieben war, erzielte einen Doppelpack, beide Male nach sehenswerten Vorarbeiten von Cubas und Ahmed. Ein abgefälschter Schuss, der als Eigentor gewertet wurde, brachte Vancouver schon vor der Pause komfortabel in Führung. San Diego, das beste Team des Westens, kam zwar durch Hirving Lozano noch einmal heran, verlor aber in der 79. Minute seinen Torhüter Sisniega nach einer Notbremse.
Die Paarung Miami gegen Vancouver ist dabei nicht irgendein Finale. Es ist ein Wiedersehen nach der schmerzhaften Concacaf-Halbfinalserie, die Vancouver mit 5:1 über zwei Spiele für sich entschied. Miami hat also eine klare Rechnung offen. Wenn Messi, Alba, Busquets und ein überragender Allende jedoch an die Form dieses Abends anknüpfen, könnte dieser 6. Dezember ein historischer Tag werden, nicht nur für Inter Miami, sondern für die gesamte MLS.
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