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Milan triumphiert im Sprintregen von Valence

Regen, Stürze, die letzte Sprintchance und ein Italiener, der die Nerven behält. Jonathan Milan gewinnt die turbulente 17. Etappe der Tour de France.

Es war vielleicht die letzte Gelegenheit für die Sprinter und sie endete im Chaos. Auf der 17. Etappe der Tour de France 2025 setzte sich Jonathan Milan in einem dramatischen Finale durch und sicherte sich seinen zweiten Etappensieg bei der diesjährigen Rundfahrt. Regen, ein Massensturz kurz vor dem Ziel und ein entschlossener Sprint machten die Fahrt nach Valence zu einem echten Krimi.

Taktisches Geplänkel: Ausreißerduo versus Sprintzüge

Die Etappe von Bollene nach Valence versprach auf 161 Kilometern Spannung. Zwei moderate Bergwertungen der 4. Kategorie gaben vor allem den schnellen Männern Hoffnung. Für sie war klar: Wer heute nicht abliefert, muss wohl bis zur nächsten Tour auf den nächsten Massensprint warten. Denn was jetzt noch folgt, sind Bergetappen mit reichlich Höhenmetern und ein Paris-Finale mit Montmartre-Charakter, das für klassische Sprinter denkbar ungünstig ist.

Trotz der Aussichten auf einen Sprint löste sich früh eine vierköpfige Ausreißergruppe mit Abrahamsen, Albanese, Pacher und Burgaudeau, die sich einen Vorsprung von rund zweieinhalb Minuten herausfuhren. Doch im Peloton herrschte keine Panik. Vor allem das Team Lidl-Trek um Milan kontrollierte ruhig, aber bestimmt das Tempo. Auch Soudal Quick-Step, das Team von Tim Merlier, half beim Nachführen.

Punktejagd und Sprinter-Zitterpartie

Die erste Sprintwertung entschied Milan souverän für sich, was wichtige Punkte im Kampf ums Grüne Trikot bedeutete, denn Tadej Pogacar lauerte gefährlich nahe. Auch wenn Merlier hier zurückzog und Kraft sparte, blieb das Sprinterfeld auf der Hut.

Dann folgte der Knackpunkt: Der Col des Pertuis forderte mit 6,6 Prozent Steigung über fast vier Kilometer alles von den Sprintern. Milan und Merlier mussten zunächst reißen lassen, ehe sie von Teamkollegen wieder ins Hauptfeld zurückgeführt wurden. Ein Kraftakt, aber ein lohnender.

Van Aerts Solo-Versuch und das große Finale

An der zweiten Steigung versuchte Wout van Aert, das Rennen an sich zu reißen. Der Belgier attackierte entschlossen, doch seine Soloflucht verpuffte. Als es 30 Kilometer vor dem Ziel erneut zu regnen begann, war klar: Das Finale würde wild werden.

Vier Kilometer vor dem Ziel wurde der letzte Ausreißer eingeholt, alles war angerichtet für den Sprint. Doch dann der Knall: Genau an der Flamme Rouge, einem Kilometer vor dem Ziel, kam es zu einem Sturz im Hauptfeld. Viele Top-Sprinter wurden aufgehalten oder mussten abbremsen. Milan aber war in Position und nutzte seine Chance eiskalt.

Milan mit Nerven aus Stahl!

Der Italiener bewies in diesem Chaos nicht nur Schnelligkeit, sondern auch Übersicht und mentale Stärke. In einem reduzierten Sprint setzte er sich gegen die verbliebenen Konkurrenten durch und feierte einen verdienten Sieg. Ein weiterer Beweis dafür, dass er zurecht das Grüne Trikot trägt. Mit diesem Erfolg verschaffte sich Milan wichtige Punkte und verteidigte seine Führung in der Punktewertung. Ein entscheidender Schritt im Kampf um die prestigeträchtige Auszeichnung.

Die Berge warten

Die nächsten Tage werden zum Prüfstein für alle, die noch Ambitionen auf Gelb, Etappensiege oder Trikots haben. Am Donnerstag wartet die Königsetappe mit Ziel am 2 304 Meter hohen Col de la Loze. Dazu kommen der Col du Glandon und die Madeleine. Ein Tag mit über 5500 Höhenmetern.

Milan wird dort kaum eine Rolle spielen. Doch heute, im Regen von Valence, war er der Held des Tages: ein unwiderstehlicher Sprint, ein Sieg gegen das Wetter, gegen das Chaos, gegen die Nerven. Und vielleicht ein großer Schritt Richtung Paris.

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