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Tennis
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Mboko steht im Finale!

Was für ein Turnier! Victoria Mboko fegt wie ein Sturm der Überraschungen durch Montreal und hat jetzt sogar das Finale erreicht. Doch kann sie auch Naomi Osaka stoppen?

Die Zuschauer im IGA Stadium trauten am Mittwochabend kaum ihren Augen: Mitten in der Nacht, nach fast drei Stunden Hochspannung, stemmte die erst 18-jährige Mboko die Arme in die Höhe. Gerade hatte sie die Nummer 9 der Welt, Elena Rybakina, in drei Sätzen besiegt, nachdem sie zuvor schon gegen Coco Gauff und Sofia Kenin gewonnen hatte. Mboko, die als Wildcard-Starterin ins Turnier gerutscht war, lebt in Montreal derzeit nicht nur einen Traum, sondern schreibt Tennisgeschichte.

Dabei sah es lange so aus, als würde das Halbfinale gegen Rybakina ihr Ende bedeuten. Der erste Satz ging in nur 28 Minuten mit 1:6 verloren. Mboko wirkte überfordert, verlor alle drei Aufschlagspiele und fand kein Mittel gegen den Aufschlag der Wimbledon-Siegerin von 2022, obwohl diese nur 41 Prozent ihrer ersten Aufschläge traf. Doch statt einzubrechen, begann die Kanadierin zu kämpfen. Im zweiten Satz drehte sie einen 0:3-Rückstand, holte sich nach zähem Ringen den Satz mit 7:5 und peitschte sich in den entscheidenden Durchgang.

Und dort wurde es dramatisch. Rybakina führte 4:2, servierte beim Stand von 5:3 auf den Matchgewinn und hatte bei 6:5 sogar einen Matchball. Doch Mboko wehrte alles ab, obwohl sie im zweiten Spiel des Satzes stürzte, hart auf dem Handgelenk landete und danach minutenlang behandelt werden musste. Mit bandagiertem Handgelenk und sichtbaren Schmerzen spielte sie weiter, rannte, rutschte und fightete, als ginge es um ihr Leben. Die Zuschauer tobten bei jedem Punkt, riefen „Allez, Vicky!” und hielten Pappköpfe ihres neuen Tennisidols in die Höhe. Es war ein sportliches Spektakel, das man nicht vergisst: voller Emotionen, Spannung und Herz.

Als sie schließlich den Tiebreak mit 7:4 gewann und nach 2 Stunden und 46 Minuten auf die Knie sank, brach im Stadion endgültig Jubel aus. „Ohne euch hätte ich das nicht geschafft“, sagte Mboko mit Tränen in den Augen ins Mikrofon. Ihre Worte klangen wie ein Versprechen – an die Fans, an sich selbst, an die Zukunft. Denn was sich da gerade in Montreal abspielt, ist mehr als nur ein Lauf. Es ist der Moment, in dem aus einem Talent ein Star wird.

Und dieser Star trifft im Finale auf niemand Geringeren als Naomi Osaka. Die vierfache Grand-Slam-Siegerin, die zuletzt oft durch Verletzungen und Formschwankungen gebremst wurde, hat sich mit ihrem 6:2, 7:6(7)-Sieg über Clara Tauson eindrucksvoll zurückgemeldet. Auch Osaka musste kämpfen, verlor im zweiten Satz mehrfach die Führung und wehrte zwei Satzbälle ab, bevor sie im Tiebreak eiskalt zuschlug. Es ist ihr erstes WTA-1000-Endspiel seit 2022.

Das Finale zwischen Osaka und Mboko verspricht mehr als nur Weltklasse-Tennis. Es ist ein Duell zweier Generationen, zweier Geschichten, zweier Wege. Auf der einen Seite steht die etablierte Superstarin, die einst das Tennis revolutionierte. Dort die Newcomerin, die mit purer Leidenschaft und unbändigem Willen ein Heimturnier auf den Kopf stellt. Montreal könnte die Geburtsstunde einer neuen Rivalität werden oder der Moment, in dem Mboko lernt, wie hoch die Spitze wirklich ist.

Doch eines steht jetzt schon fest: Die Kanadierin, die das Jahr außerhalb der Top 300 begann, wird nach dem Turnier erstmals in die Top 40 der Welt vorstoßen. Ihr Auftritt in Montreal ist ein lautes, emotionales und nicht zu überhörendes Signal an die Tenniswelt. Und während Naomi Osaka im Finale die Erfahrung auf ihrer Seite hat, wird sie wissen: Victoria Mboko hat in dieser Woche schon größere Berge erklommen.

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