Ein Teenager auf Titeljagd: Kann Victoria Mboko für eine Überraschung sorgen? Die 18-jährige Kanadierin steht sensationell im Halbfinale des WTA-1000-Turniers und trifft dort auf die Siegerin von Wimbledon, Elena Rybakina.
Montreal erlebt derzeit eine Tennis-Geschichte, die für Gänsehaut sorgt. Victoria Mboko, die noch vor einem Jahr außerhalb der Top 300 rangierte, lässt beim Heimturnier eine Überraschung nach der anderen folgen. Mit ihrem 6:4, 6:2-Sieg über die kraftvolle Spanierin Jessica Bouzas Maneiro spielte sich Mboko am Montagabend erstmals in ihrer Karriere in ein Halbfinale auf WTA-1000-Ebene und das ausgerechnet vor frenetischen Fans in ihrer Heimatstadt.
„Das Publikum hat mich getragen“, sagte Mboko nach dem Spiel. Und es ist kein Wunder, dass die Ränge toben. Mboko ist die jüngste Kanadierin der Open Era, die das Halbfinale des Canadian Open erreicht hat. Seit 1970 ist sie erst die zweite Lokalheldin, der dieses Kunststück gelang. Die erste war Bianca Andreescu im Jahr 2019, die das Turnier gewann und später sogar die US Open holte. Bianca Andreescu im Jahr 2019, die das Turnier damals gewann und später sogar die US Open holte.
Doch bevor Mboko von Grand-Slam-Triumphen träumen darf, wartet eine Aufgabe, die es in sich hat. Sie muss gegen Elena Rybakina antreten, die Nummer neun der Setzliste und Wimbledon-Championesse von 2022. Die Kasachin erreichte kampflos das Halbfinale, da Marta Kostyuk verletzungsbedingt beim Stand von 6:1, 2:1 für Rybakina aufgeben musste. Es war Rybakinas zehnter Halbfinaleinzug bei einem WTA-1000-Event und der fünfte in dieser Saison. Nur Aryna Sabalenka und Iga Swiatek standen 2025 häufiger in den Vorschlussrunden.
Doch Mboko hat noch eine Rechnung offen. Erst vor einer Woche trafen die beiden beim Citi Open in Washington aufeinander, wo Rybakina in zwei Sätzen (6:3, 7:5) knapp gewann. „Ich habe aus diesem Match viel gelernt“, sagte Mboko mit Blick auf das Halbfinale. Nun hofft die junge Kanadierin, dass die Unterstützung der Zuschauer und ihr neu gewonnenes Selbstvertrauen den Ausschlag geben könnten.
Die Art und Weise, wie sie im Viertelfinale einen 0:2-Rückstand im zweiten Satz gegen Bouzas Maneiro in einen dominanten Sieg verwandelte, spricht Bände. Sechs Spiele in Serie, kompromisslose Grundlinienschläge und eine mentale Reife, die man von einer 18-Jährigen kaum erwartet, machen Mbokos Lauf in Montreal zu einem echten Märchen.
Hinter Mbokos Erfolg steht übrigens auch geballte Erfahrung: Sie wird von Nathalie Tauziat gecoacht, die 1998 im Finale von Wimbledon stand. Ein Duo, das offensichtlich funktioniert und Tennis-Kanada eine neue Hoffnungsträgerin beschert hat.
Während Mboko um die nächste Sensation kämpft, stehen die letzten beiden Viertelfinals noch aus. Die Australian-Open-Siegerin Madison Keys trifft auf die dänische Powerfrau Clara Tauson, während Elina Svitolina gegen Naomi Osaka für ein echtes Kracher-Duell sorgt. Vor allem Osakas Comeback-Story sorgt weltweit für Aufsehen: Gelingt ihr der Sprung zurück in die absolute Weltklasse?
Doch heute blickt Montreal nur auf ein Match: Victoria Mboko gegen Elena Rybakina. Kann das kanadische Tennis-Wunder ihren unglaublichen Lauf fortsetzen? Oder wird Rybakina ihrer Favoritenrolle erneut gerecht? Fest steht: Es wird ein Duell der Emotionen, voller Power und Leidenschaft, bei dem Mboko nichts mehr zu verlieren hat.
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