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Matthias Sammer - Der Libero, der den deutschen Fußball gleich zweimal revolutionierte

Ein Straßenkicker aus Dresden, der erst als Spieler Europa erobert, dann als Architekt im Hintergrund den deutschen Fußball neu aufstellt – Matthias Sammer ist weit mehr als „nur“ der letzte große Libero.

Kindheit in Dresden und erste Schritte

Sammer wird 1967 in Dresden in der DDR geboren, sein Vater Klaus ist selbst Trainer bei Dynamo Dresden – der Fußball liegt buchstäblich in der Familie.  Über die Jugend von Dynamo schafft er früh den Sprung zu den Profis, zunächst als offensiver Mittelfeldspieler, der Tore schießt und das Spiel nach vorn trägt.

Vereine und Positionswechsel zum Libero

Mit Dynamo Dresden wird Sammer zweimal DDR-Meister und gewinnt den Pokal, bevor er nach der Wende 1990 zu VfB Stuttgart in die Bundesliga wechselt.  Nach einem kurzen, unglücklichen Zwischenstopp bei Inter Mailand landet er 1993 bei Borussia Dortmund, wo er vom Mittelfeldspieler zum Libero umfunktioniert wird und auf dieser Position zur absoluten Weltklasse heranreift.

Titelregen mit Dortmund und Ballon d’Or

In Dortmund führt Sammer den BVB Mitte der 1990er zur goldenen Ära: Bundesliga-Titel 1995 und 1996, dazu die Champions League und der Weltpokal 1997. Parallel krönt er sich 1996 mit Deutschland zum Europameister, wird Spieler des Turniers und erhält im selben Jahr als erster Verteidiger seit Beckenbauer den Ballon d’Or – eine außergewöhnliche Auszeichnung für einen Defensivspieler.

Nationalmannschaft: Von der DDR zu Euro-Gold

Sammer debütiert zunächst für die DDR-Auswahl und kommt dort auf mehr als 20 Länderspiele, ehe er nach der Wiedervereinigung für die gesamtdeutsche Nationalmannschaft aufläuft. Nach Einsätzen bei der EM 1992 und der WM 1994 erreicht er 1996 seinen Zenit: Als vorgerückter Libero schießt er wichtige Tore gegen Russland und Kroatien und wird zum taktischen Herzstück des europäischen Championsteams.

Jubel und Präsenz auf dem Platz

Sein Jubel ist nicht spektakulär, aber extrem intensiv: geballte Fäuste, kurzer Sprint, lauter Schrei – eher Kommandant als Showman.  Man hat bei seinen Treffern immer das Gefühl, dass da einer jubelt, der gerade die komplette Verantwortung für Mannschaft und Klub auf seinen Schultern trägt.

Verletzungspech und Karriereende 

Wiederkehrende Knieprobleme stoppen seine Laufbahn viel zu früh: Nach mehreren Operationen muss Sammer seine aktive Karriere 1998 im Alter von nur 30 Jahren endgültig beenden. Aus dem Mann, der gerade erst Europas Fußballer des Jahres geworden war, wird quasi über Nacht ein Ex-Profi – doch der nächste Karriereakt lässt nicht lange auf sich warten.

Trainer, DFB-Architekt und Bayern-Macher

Als Trainer führt Sammer Borussia Dortmund 2002 zur Meisterschaft und etabliert sich damit auch an der Seitenlinie.  2006 übernimmt er als Technischer Direktor beim DFB die Reform des Nachwuchssystems, wirkt an der Ausbildung einer neuen Spielergeneration mit und ist später als Sportvorstand beim FC Bayern maßgeblich am historischen Triple 2013 beteiligt.

Was Matthias Sammer heute macht

Heute arbeitet Sammer wieder für Borussia Dortmund – nicht mehr im operativen Tagesgeschäft, sondern als externer Berater und strategischer Kopf im Hintergrund. Seine Rolle: Impulse geben, bei sportlichen Weichenstellungen mitreden und seine enorme Erfahrung als Spieler, Trainer und Funktionär in die Zukunftsplanung des Klubs einbringen.

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