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Luca Toni - Vom Provinz-Stürmer zum späteren Weltmeister-Helden

Ein Spätzünder, der mit 30 Europas Torjägerkrone holt und mit knapp 40 noch Torschützenkönig wird – Luca Toni ist der Beweis, dass sich Beharrlichkeit im Fußball manchmal spektakulär auszahlt.

Die Anfänge in der Provinz

Luca Toni wird 1977 im kleinen Pavullo nel Frignano in der Emilia-Romagna geboren, weit weg vom Glamour der Serie A.  Seine Karriere beginnt unscheinbar bei Modena und führt ihn in den unteren Ligen über Stationen wie Empoli, Fiorenzuola, Treviso und Vicenza – sechs Vereinswechsel in nur fünf Jahren, ohne große Schlagzeilen.

Aufstieg in die Serie A und zur Torjägerkanone

Den Durchbruch schafft Toni erst mit Palermo und dem Aufstieg in die Serie A, bevor er 2005 zur Fiorentina wechselt.  Dort explodiert er: In der Saison 2005/06 erzielt er 31 Ligatore, wird Capocannoniere, erster italienischer Gewinner des Goldenen Schuhs und durchbricht als erster Spieler seit fast 50 Jahren wieder die 30-Tore-Marke in einer Serie-A-Saison.

Bayern-Jahre und Titel

2007 holt der FC Bayern den inzwischen gereiften Strafraumstürmer nach München – sein zehnter Profiklub in 13 Jahren.  Toni liefert sofort: 39 Tore in 46 Pflichtspielen in seiner Debütsaison, 24 davon in der Bundesliga und er schießt Bayern zum Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal.  Insgesamt trifft er 58-mal in 89 Partien für den Rekordmeister und prägt die Liga mit seiner Präsenz im Strafraum.

Nationalmannschaft und Weltmeistertitel

Für die Squadra Azzurra debütiert Luca Toni erst mit 27 Jahren – ungewöhnlich spät für einen späteren Weltmeister.  Zwischen 2004 und 2009 erzielt er 16 Länderspieltore, alle aus dem Strafraum und ist Teil der Mannschaft, die 2006 in Deutschland den WM-Titel holt; besonders prägend ist sein Doppelpack im Viertelfinale gegen die Ukraine.

Der berühmte Ohr-Jubel

Unvergessen ist Tonis Markenzeichen: Nach einem Tor streckt er die Arme aus und dreht die Hände an den Ohren – als würde er das Stadion fragen: „Habt ihr das gesehen?“.  Diese Geste wird zu seinem globalen Erkennungszeichen, begleitet von der Hymne „Bello e impossibile“ in der Allianz Arena, wann immer er für Bayern trifft.

Späte Blüte in Verona und Karriereende

Auch im Herbst seiner Laufbahn bleibt Toni gefährlich: Für Hellas Verona wird er mit 48 Serie-A-Toren zum Rekordschützen des Klubs und teilt sich mit 22 Treffern in der Saison 2014/15 im Alter von 38 Jahren noch einmal die Torjägerkanone der Serie A.  Sein letztes Profispiel bestreitet er 2016 – standesgemäß trifft er noch einmal per frechem Panenka-Elfmeter gegen Juventus und beendet danach offiziell seine aktive Karriere.

Was Luca Toni heute macht

Nach dem Karriereende bleibt Toni dem Fußball treu: Er arbeitet zeitweise in leitenden Funktionen bei Hellas Verona und tritt regelmäßig als Experte im italienischen TV auf.  Außerdem läuft er bei Legenden-Teams wie den Bayern Legends auf und sorgt dort weiterhin mit seinem Instinkt im Strafraum – wenn auch nur noch im Showformat – für Tore und gute Laune.

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