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Korda stürmt in Winston-Salem ins Viertelfinale

Nach einer Verletzungspause und Rückschlägen keimt nun wieder Hoffnung auf: Kann Sebastian Korda die Sensation beim Winston-Salem Open schaffen?

Korda war lange aus dem Rampenlicht verschwunden. Ein Ermüdungsbruch im Schienbein stoppte den 25-Jährigen nach den French Open abrupt und manch einer fragte sich, ob er in diesem Jahr überhaupt noch einmal zu alter Stärke finden würde. Doch in Winston-Salem meldet sich der Amerikaner nun eindrucksvoll zurück. Nach zwei Siegen in Serie steht er im Viertelfinale, obwohl er im Auftaktmatch am Mittwoch zunächst ins Straucheln geriet.

Gegen den Polen Kamil Majchrzak musste Korda den ersten Satz im Tiebreak abgeben. Anstatt die Nerven zu verlieren, drehte er das Match: 6:7 (3), 6:3, 6:4 lautete am Ende das Ergebnis. Beeindruckend: Der Weltranglisten-86. gab keinen einzigen Aufschlag ab und wehrte gleich sechs Breakbälle ab, zudem unterstreichen 82 Prozent gewonnene Punkte nach dem ersten Aufschlag, wie stabil Korda servierte. „Es war ein Auf und Ab. Ich habe einfach auf meine Chance gewartet”, erklärte er später. „Im zweiten Satz habe ich mein Spiel gefunden und bin immer besser geworden.“

Doch die eigentliche Feuerprobe steht ihm noch bevor: Im Viertelfinale wartet der Serbe Miomir Kecmanović. Im direkten Duell steht es zwischen beiden 1:1: Korda gewann das Halbfinale in Adelaide zu Jahresbeginn, Kecmanovic wiederum schaltete diesmal in Winston-Salem den gesetzten Argentinier Luciano Darderi mit einem glatten 6:3, 6:1 aus. Wer dieses Duell für sich entscheidet, könnte einen entscheidenden Fingerzeig für den weiteren Turnierverlauf liefern.

Dieses ATP-250-Turnier sorgt überhaupt für erstaunliche Wendungen. Von den vier topgesetzten Spielern ist keiner mehr im Rennen. Stefanos Tsitsipas, die Nummer eins, schied bereits am Dienstag überraschend gegen den jungen Chinesen Buyunchaokete aus. Auch die Nummer zwei, Tallon Griekspoor, schied früh aus. Mit den Niederlagen von Darderi und Gabriel Diallo, der gegen Hamad Medjedovic mit 4:6 und 2:6 unterlag, ist das Teilnehmerfeld plötzlich weit offen. Wer hier den Pokal holt, ist völlig unvorhersehbar.

Ein Name sticht jedoch heraus: Buyunchaokete. Mit dem Sieg über Mariano Navone (6:4, 6:4) schrieb er Tennisgeschichte für China. Erstmals steht ein Spieler aus seinem Land im Viertelfinale von Winston-Salem. Nach seinem Coup gegen Tsitsipas ist er längst mehr als nur ein Außenseiter. Die Fans feiern ihn und die Frage liegt in der Luft: Kann er noch weitergehen?

Auch die übrigen Partien hatten es in sich. Der französische Nachwuchsmann Giovanni Mpetshi Perricard setzte sich im internen Duell gegen Alexandre Muller mit 6:3, 6:2 durch und bestätigte damit seine starke Form. Der ungarische Routinier Márton Fucsovics zeigte gegen den ehemaligen Turniersieger Roberto Bautista Agut, dass Erfahrung zählt: 6:4, 6:3 hieß es am Ende. Und dann war da noch die verrückteste Begegnung des Tages: Botic van de Zandschulp kassierte gegen den Titelverteidiger Sebastián Báez im ersten Satz ein klares 0:6, nur um anschließend wie ausgewechselt aufzuspielen. Mit 6:1, 6:4 drehte der Niederländer das Match und warf den Argentinier aus dem Turnier.

Was bleibt nach dieser turbulenten Runde? Ein Turnier, das völlig auf den Kopf gestellt wurde. Überall gab es Favoritenstürze, Außenseiter schrieben Geschichte und Sebastian Korda wirkt nach Monaten der Unsicherheit wieder wie ein Mann auf Mission. Vielleicht ist genau das die größte Faszination: Hier in Winston-Salem scheint plötzlich alles möglich.

Während die Tenniswelt schon auf die großen Bühnen schielt, zeigen diese Matches, warum es sich lohnt, auch auf den kleineren Courts hinzusehen. Denn wer weiß. Vielleicht nimmt der nächste große Triumph genau hier seinen Anfang.

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