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Klopp bricht DFB-Tradition: Die XXL-Kader-Regel erklärt

Jürgen Klopp bricht bei seiner ersten DFB-Nominierung mit einer Tradition. So funktionieren der XXL-Kader und die 23-Spieler-Regel der UEFA.

Warum hat Jürgen Klopp so einen riesigen DFB-Kader nominiert?

Jürgen Klopp beginnt seine Amtszeit als Bundestrainer mit einem historischen Umbruch. Für seine erste Nominierung setzt der ehemalige Trainer von Borussia Dortmund und Liverpool auf einen ungewöhnlich großen XXL-Kader.

Normalerweise werden für eine Länderspielphase ungefähr 23 bis 26 Nationalspieler berufen. Klopp möchte sich dagegen innerhalb kurzer Zeit ein persönliches Bild von deutlich mehr Kandidaten machen. Neben etablierten Nationalspielern erhalten mehrere DFB-Talente, Debütanten und überraschende Rückkehrer ihre Chance.

Möglich wird das durch eine Besonderheit des Wettbewerbs: Für die vier anstehenden Spiele muss Deutschland keinen über die gesamte Länderspielphase unveränderlichen Kader melden. Stattdessen reicht der DFB für jede Begegnung eine neue Liste mit 23 Spielern ein.

Klopp darf seine Auswahl deshalb von Spiel zu Spiel verändern, theoretisch sogar vollständig.

Jürgen Klopp bricht bei seinem ersten DFB-Kader mit einer Tradition

Ein derart großer Kader ist für die deutsche Nationalmannschaft höchst ungewöhnlich. Traditionell beruft der Bundestrainer nur jene Spieler, die während der Länderspielphase auch realistische Einsatzchancen besitzen.

Klopp verfolgt bei seinem Neustart jedoch einen anderen Ansatz. Er möchte möglichst viele Kandidaten im Training kennenlernen, persönliche Gespräche führen und beobachten, welche Spieler zu seinem intensiven Fußball passen.

Vor seiner ersten Nominierung hatte Klopp von 57 deutschen Feldspielern mit Nationalmannschaftspotenzial gesprochen. Gleichzeitig kündigte er an, dass auch Profis eine Möglichkeit bekommen könnten, die selbst nicht mit einer Einladung gerechnet hätten. 

Der XXL-Kader erfüllt damit mehrere Zwecke:

  • Mehrere junge Spieler können sich erstmals bei der A-Nationalmannschaft zeigen.

  • Klopp kann unterschiedliche Formationen und Spielertypen testen.

  • Die Belastung der Profis lässt sich über vier Spiele in elf Tagen verteilen.

  • Einzelne Spieler können nach den ersten Begegnungen abreisen.

  • Andere Nationalspieler können erst für den zweiten Teil der Länderspielphase dazustoßen.

  • Der Bundestrainer erhält frühzeitig einen Eindruck von seinem erweiterten Kader für die kommenden Jahre.

Warum werden normalerweise nur 23 Spieler nominiert?

Die Zahl 23 kommt nicht daher, dass ein Bundestrainer grundsätzlich nur 23 Spieler zu einem Lehrgang einladen dürfte. Sie bezieht sich auf die offizielle Liste, die für ein einzelnes Spiel bei der UEFA gemeldet werden muss.

Für jede Partie der Nations-League-Ligaphase dürfen genau 23 Spieler gemeldet werden:

  • 20 Feldspieler

  • 3 Torhüter

  • Insgesamt 23 Spieler

Die öffentlich verkündete Nominierung kann trotzdem größer sein. Spieler, die zwar am Lehrgang teilnehmen, aber nicht für die jeweilige Begegnung gemeldet werden, dürfen bei diesem Spiel nicht eingesetzt werden.

Die UEFA begrenzt damit das tatsächliche Spieltagsaufgebot, nicht die Anzahl der Profis, die der DFB zum Training einladen oder während der gesamten Länderspielphase betreuen darf.

Warum darf Jürgen Klopp mehr als 23 Spieler in den DFB-Kader holen?

Klopp darf einen größeren Kader berufen, weil die öffentliche DFB-Nominierung und die offizielle UEFA-Spielerliste zwei unterschiedliche Dinge sind.

Die Regeln schreiben nicht vor, dass Deutschland während der kompletten Ligaphase mit demselben Aufgebot antreten muss. Stattdessen muss der DFB für jede einzelne Partie, ungefähr 24 Stunden vor Spielbeginn eine eigene Liste mit 23 Spielern einreichen.

Muss der DFB-Kader 24 Stunden vor dem Spiel feststehen?

Häufig wird vereinfacht von einer Frist von 24 Stunden vor dem Spiel gesprochen. Die genaue UEFA-Regel lautet allerdings etwas anders:

Die offizielle Liste mit 23 Spielern muss spätestens um 23:59 Uhr mitteleuropäischer Zeit am Tag vor der jeweiligen Partie online eingereicht werden.

Es handelt sich daher nicht immer um exakt 24 Stunden vor dem Anstoß. Bei einem Spiel um 20:45 Uhr endet die Frist beispielsweise knapp 21 Stunden vorher.

Eine unterschriebene Version muss zusätzlich im UEFA-System hochgeladen und dem UEFA-Spieldelegierten bei der organisatorischen Sitzung vorgelegt werden. Das ist in Artikel 28 des Nations-League-Reglements 2026/27 festgelegt.

Kann Klopp den kompletten Kader zwischen zwei Spielen austauschen?

Ja. Das Nations-League-Reglement schreibt nicht vor, wie viele Spieler aus dem vorherigen Aufgebot erneut gemeldet werden müssen.

Klopp könnte seine 23er-Liste deshalb zwischen zwei Partien theoretisch vollständig verändern.

Wie funktionieren Klopps zwei DFB-Kader?

Die Nationalmannschaft bestreitet innerhalb von elf Tagen vier Nations-League-Spiele. Deshalb teilt Klopp sein Aufgebot in zwei Blöcke.

Kader

Begegnungen

Termin


Kader 1

Niederlande vs Deutschland

24. September 2026

Kader 1

Deutschland vs Griechenland

27. September 2026

Kader 2

Deutschland vs Serbien

1. Oktober 2026

Kader 2

Griechenland vs Deutschland

4. Oktober 2026

Nach dem ersten Griechenland-Spiel erfolgt der große Wechsel. Der überwiegende Teil des ersten Kaders reist ab, während die Spieler des zweiten Aufgebots übernehmen.

Klopp betonte bei der Vorstellung ausdrücklich:

„Wir haben keine A- oder B-Mannschaft gemacht. Wir wollen alle vier Spiele gewinnen.“

Beide Mannschaften sollen nach Positionen, Spielertypen, Charakteren und Erfahrung ausgewogen zusammengestellt sein. Der zweite Kader ist deshalb nicht als sportlich schwächere Reserve vorgesehen.

Klopps XXL-Kader ist erlaubt und strategisch geplant

Jürgen Klopp verstößt mit seinem Riesenkader gegen keine Regel. Er nutzt lediglich den Spielraum, den die UEFA während der Nations-League-Ligaphase bietet.

Der DFB darf mehr als 23 Spieler zum Lehrgang einladen. Verbindlich ist lediglich, dass am Vorabend jeder Begegnung eine separate Liste mit 23 Nationalspielern eingereicht wird. Diese Auswahl darf beim nächsten Spiel vollkommen anders aussehen.

Dadurch kann Klopp innerhalb von vier Länderspielen zahlreiche etablierte Profis, Rückkehrer und Nachwuchsspieler testen. Sein erster DFB-Kader wird damit zum großen Casting für den geplanten Umbruch der deutschen Nationalmannschaft.

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