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Kletterer, Sprinter und Co.: Alles, was du über die verschiedenen Fahrertypen bei der Tour de France wissen musst

Ob Kletterkünstler, Sprintmonster oder taktisches Arbeitstier: Das Peloton der Tour de France ist ein Mikrokosmos aus Spezialisten. Wir erklären, wer wofür gemacht ist und was die Fahrer nach ihrer Karriere machen.

1. Der Sprinter

Sprinter sind die Showstars der flachen Etappen. Wer wie Jasper Philipsen oder Jonathan Milan das Feld mit 70 km/h auf der Zielgeraden überfliegt, bringt nicht nur Power, sondern auch Nervenstärke mit. Ihre Paradedisziplin sind explosive Antritte über 200–300 Meter.

Doch ohne Teamkollegen, die sie bis dahin eskortieren, die sogenannten Lead-out-Fahrer, ist der Massensprint kaum zu gewinnen. Sprinter leben von Timing, Positionierung und purer Wattzahl. Ihre besten Tage? Flache Tour-Etappen, Kriterien und Klassiker wie der Scheldeprijs.

2. Der Kletterer

Kletterer (Grimpeurs) fühlen sich dort wohl, wo andere leiden: in den Bergen. Ob Alpen oder Pyrenäen, wer wie Egan Bernal, Sepp Kuss oder Emanuel Buchmann mit Leichtigkeit an 10-prozentigen Steigungen vorbeizieht, ist meist ein Leichtgewicht mit einem starken Herz-Kreislauf-System.

Kletterer glänzen bei langen, gleichmäßigen Anstiegen. Ihr Vorteil ist eine hohe Leistungsfähigkeit bei niedrigem Körpergewicht, das berühmte Watt-pro-Kilogramm-Verhältnis. Die Königsetappen der Tour sind ihr Revier.

3. Der Puncheur 

Puncheure lieben kurze, knackige Rampen. Auf hügeligem Terrain blühen Fahrer wie Alejandro Valverde, Julian Alaphilippe oder Maximilian Schachmann auf, immer bereit, mit einem plötzlichen Antritt das Rennen zu entscheiden.

Ihre Stärke liegt im 30-Sekunden- bis 5-Minuten-Bereich. Das ist ideal für Klassiker wie Lüttich–Bastogne–Lüttich oder Flèche Wallonne. Der Puncheur ist der perfekte Alltagsheld für wellige Etappenprofile.

4. Der Rouleur

Der Rouleur hält das Feld zusammen. Als zuverlässiger Tempomacher stemmt er sich stundenlang gegen den Wind, bringt Kapitäne in Position und initiiert Ausreißversuche. Wout van Aert, Marlen Reusser oder Jasper Stuyven sind Vertreter dieses Fahrertyps.

Ob auf flachen Etappen oder in der „Helferrolle” in Bergetappen, Rouleure sind unverzichtbar. Zu ihren Lieblingsrennen gehören Paris–Roubaix oder die Flandern-Rundfahrt.

5. Der Zeitfahrer

Hier zählt kein Windschatten, kein Taktieren – nur du gegen die Uhr. Zeitfahrer wie Filippo Ganna oder Remco Evenepoel sind Meister der gleichmäßigen Kraftentfaltung. Wer auf flachen Kursen über 30 km konstant hohe Leistung bringt, kann ganze Rundfahrten entscheiden.

Zeitfahren sind oft der strategische Wendepunkt einer Grand Tour. Dabei sind die Körperhaltung, die Aerodynamik und die mentale Stärke mindestens genauso wichtig wie die Beinpower.

6. Der Allrounder

Allrounder wie Tadej Pogacar oder Demi Vollering können fast alles: Klettern, Sprinten, Zeitfahren. Vielleicht nicht perfekt, aber immer stark genug. Diese Fahrer sind die klassischen Favoriten für das Gelbe Trikot.

In dreiwöchigen Rundfahrten ist ihre Vielseitigkeit entscheidend: Sie verlieren keine Zeit auf Flachetappen, gewinnen in den Bergen und holen sich im Zeitfahren Sekunden.

Ob Sprinter, Kletterer, Rouleur oder Zeitfahrer, jeder bringt seine Stärken mit. Wer die Tour de France besser verstehen möchte, sollte hinter das reine Etappenergebnis blicken und das Zusammenspiel im Feld beobachten. Denn keiner gewinnt allein und jeder hat seine ganz eigene Rolle im großen Radsport-Theater.

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