Nach dem enttäuschenden WM-Aus gegen Paraguay steht Julian Nagelsmann vor dem Rücktritt als Bundestrainer. Jürgen Klopp gilt als heißer Nachfolger.
Nach dem enttäuschenden WM-Aus gegen Paraguay steht Julian Nagelsmann vor dem Ende seiner Zeit als Bundestrainer. Mehrere Medien berichten am Freitagmorgen, dass der DFB nach einer internen Krisensitzung die Trennung vom 38-Jährigen vorbereitet. Eine offizielle Pressemitteilung des Verbandes steht zum Zeitpunkt noch aus, doch der Rücktritt gilt nach übereinstimmenden Berichten nur noch als Frage der Zeit und bereits entschlossen.
Der sportliche Auslöser war das bittere Scheitern im Sechzehntelfinale der WM 2026. Deutschland kam gegen Paraguay nach 120 Minuten nicht über ein 1:1 hinaus und verlor anschließend im Elfmeterschießen. Insgesamt endete die Partie 3:4 nach Elfmeterschießen. Damit war die Weltmeisterschaft für das DFB-Team erneut früher beendet als erhofft.
Direkt nach dem Spiel hatte Nagelsmann noch erklärt, dass er nicht von sich aus zurücktreten wolle. Der Bundestrainer machte deutlich, dass er seinen bis 2028 laufenden Vertrag erfüllen würde, falls der DFB weiter auf ihn setzt. Doch nach der Rückkehr nach Deutschland und der internen Analyse des WM-Fiaskos hat sich die Lage offenbar deutlich verändert.
Doch nun ist es offiziell: Nagelsmann gab am heutigen Freitagmorgen seinen Rücktritt bekannt. Er tritt mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurück. Auch seine beiden Assistenztrainer Benjamin Glück und Benjamin Hübner müssen ihre Koffer packen, denn der DFB wird das Trainerteam einmal komplett neu aufstellen.
Nach dem WM-Aus hatte DFB-Präsident Bernd Neuendorf bereits angekündigt, dass man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen werde. Gemeinsam mit Rudi Völler, Andreas Rettig und weiteren Verantwortlichen sollte die sportliche Enttäuschung gründlich aufgearbeitet werden. Neuendorf sprach davon, die Gründe „gemeinsam und in Ruhe“ analysieren zu wollen.
Bei der Krisensitzung in Frankfurt soll Nagelsmann seine Sicht auf das schwache Abschneiden der Nationalmannschaft dargelegt haben. Neben Neuendorf sollen auch Hans-Joachim Watzke, Rudi Völler und Andreas Rettig an den Gesprächen beteiligt gewesen sein. Dabei ging es nicht nur um das Paraguay-Spiel, sondern auch um die generelle Entwicklung des DFB-Teams, die Kaderentscheidungen, die Stimmung innerhalb der Mannschaft und die Frage, ob Nagelsmann noch der richtige Trainer für den nächsten Neuaufbau ist.
Nach den Gesprächen soll dem Bundestrainer nahegelegt worden sein, den Posten freiwillig zu räumen. Die Botschaft dahinter: Nagelsmann könne mit erhobenem Haupt gehen, bevor der DFB in den kommenden Tagen eine formelle Entlassung ausspricht. Genau deshalb deutet aktuell alles darauf hin, dass der Rücktritt zeitnah offiziell bestätigt wird.
Ein zentraler Punkt bei der Trennung ist die finanzielle Seite. Julian Nagelsmann besitzt einen Vertrag bis zur EM 2028, also noch für rund zwei weitere Jahre. Deshalb wird die Trennung für den DFB teuer.
Mehrere Medien berichten von einer möglichen Abfindung im Bereich von rund 7 Millionen Euro.
Für den Trainer dürfte das Geld aber nur ein schwacher Trost sein. Laut Berichten soll Nagelsmann nach der Krisensitzung sehr niedergeschlagen gewirkt haben. Sportlich ist dieses Ende ein schwerer Rückschlag für ihn. Er war 2023 als Hoffnungsträger gekommen, sollte dem DFB-Team nach Jahren der Krise eine neue Identität geben und eine junge Generation zurück in die Weltspitze führen. Nach dem WM-Aus gegen Paraguay steht nun aber vor allem das nächste Turnier-Debakel.
Julian Nagelsmann übernahm die Nationalmannschaft in einer schwierigen Phase. Nach der Entlassung von Hansi Flick sollte er das Team stabilisieren, modernisieren und für die großen Turniere neu aufstellen. Zwischenzeitlich gab es durchaus positive Ansätze, vor allem bei der Heim-EM 2024, als Deutschland bis ins Viertelfinale vorrückte.
Doch bei der WM 2026 reichte das nicht. Die Niederlage gegen Ecuador in der Gruppenphase hatte bereits Fragen aufgeworfen. Das Aus gegen Paraguay verschärfte diese Zweifel endgültig. Viele Spieler blieben unter ihren Möglichkeiten, die Offensive wirkte zu harmlos, und in den entscheidenden Momenten fehlte der Mannschaft die Reife.
Sollte der Rücktritt in den kommenden Stunden offiziell bestätigt werden, endet Nagelsmanns Amtszeit mit einem schweren Makel. Er wollte den deutschen Fußball zurück in die Spitze führen, doch das große Ergebnis blieb aus.
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