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Julian Nagelsmann, Jürgen Klopp und das DFB-Beben nach dem WM-Aus gegen Paraguay

Deutschland scheitert erneut früh bei einer Weltmeisterschaft. Nun muss der DFB über die Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann entscheiden.

Julian Nagelsmann nach WM-Aus: Seine Zukunft beim DFB ist ungewiss

Nach dem enttäuschenden WM-Aus gegen Paraguay steht die Zukunft von Julian Nagelsmann mehr denn je im Mittelpunkt. Deutschland scheiterte im Sechzehntelfinale der WM 2026 nach einem dramatischen Elfmeterschießen und verpasste damit erneut den Einzug ins Achtelfinale. Nach 2018 und 2022 ist es bereits das dritte enttäuschende WM-Turnier in Folge für das DFB-Team.  

Der Bundestrainer selbst hat bereits angedeutet, dass er weitermachen möchte. Sein Vertrag beim DFB läuft bis zur EM 2028 in Großbritannien.

Entscheidend für seine Zukunft wird sein, ob die Verantwortlichen um Rudi Völler, Bernd Neuendorf und die DFB-Spitze Nagelsmann weiterhin zutrauen, aus dieser Mannschaft eine neue erfolgreiche Generation zu formen.  

Sportlich bleibt der Eindruck problematisch. Deutschland hatte gegen Paraguay viel Ballbesitz, aber zu wenig Klarheit, zu wenig Tempo und zu wenige zwingende Aktionen. Viele Offensivspieler blieben unter ihren Möglichkeiten, im Zentrum fehlte die Kontrolle, und in den entscheidenden Momenten wirkte das Team nicht abgeklärt genug. Die Einstellung mag gestimmt haben, doch spielerisch war das für den Anspruch des deutschen Fußballs zu wenig.

Jürgen Klopp als Nachfolger von Julian Nagelsmann?

Wenn über eine mögliche Nachfolge von Julian Nagelsmann gesprochen wird, fällt fast automatisch der Name Jürgen Klopp. Der frühere Trainer von Borussia Dortmund und Liverpool wird seit geraumer Zeit immer wieder mit dem Bundestrainerposten in Verbindung gebracht. Nach dem WM-Aus dürfte diese Diskussion noch einmal deutlich lauter werden.

Klopp gilt für viele Fans als Idealbild eines Nationaltrainers: emotional, klar in der Ansprache, erfolgreich auf höchstem Niveau und mit der Fähigkeit, Mannschaften wieder eine starke Identität zu geben. Genau das fehlt dem DFB-Team seit Jahren. Ein Trainer wie Klopp könnte für Aufbruchsstimmung sorgen und dem deutschen Fußball wieder eine neue Energie geben.

Allerdings ist ein Wechsel keineswegs automatisch. Klopp hat nach dem deutschen WM-Aus direkte Spekulationen um den Bundestrainerposten zunächst gebremst und darauf verwiesen, dass er aktuell eine Aufgabe habe, die kein Nebenjob sei. Gleichzeitig bleibt sein Name im Raum. Sollte der DFB Nagelsmann nicht mehr das Vertrauen aussprechen, wäre Jürgen Klopp der Trainer, der sofort im Mittelpunkt der Debatte stehen würde. 

Julian Nagelsmanns Trainerkarriere: Vom Wunderkind zum Bundestrainer

Die Karriere von Julian Nagelsmann verlief früh außergewöhnlich. Nach dem Ende seiner eigenen aktiven Laufbahn arbeitete er zunächst im Nachwuchsbereich und wurde bei der TSG Hoffenheim Schritt für Schritt aufgebaut. Im Februar 2016 übernahm er die Profimannschaft und wurde mit nur 28 Jahren zum jüngsten Cheftrainer der Bundesliga-Geschichte.

In Hoffenheim rettete Nagelsmann die Mannschaft zunächst vor dem Abstieg und führte den Klub später sogar in die UEFA Champions League. Damit machte er sich früh einen Namen als moderner, taktisch flexibler und mutiger Trainer. Der nächste große Schritt folgte mit dem Wechsel zu RB Leipzig, wo er die Mannschaft weiterentwickelte und international konkurrenzfähig machte.

Der Höhepunkt seiner Vereinskarriere war der Wechsel zum FC Bayern München. Nagelsmann sollte dort eine neue Ära prägen, gewann zwar die deutsche Meisterschaft, wurde aber im März 2023 überraschend freigestellt. Der Rauswurf beim Rekordmeister blieb ein tiefer Einschnitt in seiner Karriere.

Im September 2023 wurde Nagelsmann schließlich Bundestrainer. Nach der schwierigen Phase unter Hansi Flick sollte er dem DFB-Team wieder Struktur, Spielfreude und Selbstvertrauen geben. Bei der Heim-EM 2024 gelang zumindest ein Schritt nach vorne, doch die WM 2026 sollte der endgültige Beweis werden, dass Deutschland wieder zu den großen Turniermannschaften gehört. Dieses Ziel wurde klar verfehlt.

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