Jürgen Klopp will der deutschen Nationalmannschaft eine neue Identität geben. Hier erfahren Sie, mit welchem System und welcher Spielidee die DFB-Elf künftig auftreten soll.
Mit Jürgen Klopp beginnt bei der deutschen Nationalmannschaft eine neue Ära. Der neue Bundestrainer hat bereits deutlich gemacht, in welche Richtung sich die DFB-Elf entwickeln soll. Deutschland soll wieder für mutigen, intensiven und offensiven Fußball stehen, eine Mannschaft, die ihre Gegner früh unter Druck setzt, schnell umschaltet und mit viel Leidenschaft auftritt.
Klopp machte gleichzeitig deutlich, dass sich seine Arbeit bei einer Nationalmannschaft von der bei einem Verein unterscheidet. Aufgrund der deutlich geringeren Anzahl an Trainingseinheiten müsse er seine Ideen teilweise anpassen. Dennoch stellte er klar, dass seine Grundprinzipien dieselben bleiben werden. Wer für Deutschland spielt, muss bereit sein, den Weg des neuen Bundestrainers mitzugehen.
Über viele Jahre prägte Jürgen Klopp mit seinem 4-3-3-System den Spielstil von Borussia Dortmund und später auch des FC Liverpool. Genau dieses System dürfte nun auch die Grundlage der deutschen Nationalmannschaft werden.
Klopp bevorzugt eine Viererkette, 3 zentrale Mittelfeldspieler und 2 klassische Flügelspieler neben einer zentralen Spitze. Besonders wichtig ist ihm dabei das aggressive Pressing unmittelbar nach Ballverlust sowie ein schnelles Umschaltspiel.
Die Außenspieler sollen immer wieder das Eins-gegen-eins suchen und für Breite sorgen, während die Außenverteidiger das Offensivspiel zusätzlich unterstützen. Im Mittelfeld setzt Klopp traditionell auf laufstarke und pressingresistente Spieler, die sowohl defensiv arbeiten als auch das Spiel nach vorne antreiben können.
Klopp möchte der Nationalmannschaft eine klare Identität geben.
Deutschland soll künftig wieder zu den Mannschaften gehören, gegen die kein Gegner gerne spielt. Hohes Anlaufen, konsequentes Gegenpressing und permanenter Offensivdrang sollen das Spiel der DFB-Elf prägen.
Dabei geht es dem neuen Bundestrainer nicht nur um die taktische Ausrichtung. Ebenso wichtig ist ihm die Einstellung seiner Mannschaft.
Für Klopp reicht es nicht aus, von Leidenschaft für die Nationalmannschaft zu sprechen, sie muss auf dem Platz sichtbar werden. Jeder Spieler soll den unbedingten Willen zeigen, für Deutschland alles zu geben. Das Tragen des Bundesadlers soll wieder als besondere Ehre empfunden werden.
Eine klare Botschaft richtete Klopp bereits an alle deutschen Profis. Für ihn beginnt die Auswahl der Nationalmannschaft praktisch bei null. Jeder Spieler, der konstant Leistung zeigt, soll die Möglichkeit erhalten, sich für den DFB zu empfehlen.
Nach eigenen Angaben führt Klopp aktuell eine sehr umfangreiche Beobachtungsliste mit rund 57 Spielern, die regelmäßig verfolgt werden. Hinzu kommen weitere Kandidaten, die sich in den kommenden Wochen und Monaten noch in den Fokus spielen können.
Damit macht der Bundestrainer deutlich, dass nicht der Name entscheidet, sondern ausschließlich die Leistung.
Nein! Für Klopp ist klar: Erfolg hängt nicht allein von einzelnen Weltklassespielern ab. Deutschland verfügt womöglich nicht über so viele Offensivstars wie etwa Frankreich mit Dembélé, Mbappé, Doué oder Olise. Doch genau darin sieht Klopp keinen Nachteil.
Entscheidend sei vielmehr, als geschlossene Einheit aufzutreten. Eine Mannschaft, die füreinander arbeitet, sich gegenseitig unterstützt und gemeinsam ein Ziel verfolgt, könne jede Nation der Welt schlagen.
Im Mittelpunkt sollen deshalb nicht einzelne Namen stehen, sondern das Team als Ganzes.
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