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Healy entfesselt, van der Poel zurück in Gelb

Was für ein Tag in der Normandie! 42 Kilometer pure Willenskraft, zitternde Sekunden im Kampf um das Gelbe Trikot und ein Solo, das in Erinnerung bleibt.

Die 6. Etappe der Tour de France 2025, 201,5 anspruchsvolle Kilometer durch die hügelige Normandie, wurde zum Schauplatz eines der spektakulärsten Solos dieser Rundfahrt. Ben Healy, der irische Kämpfer im Trikot von EF Education-EasyPost, setzte sich mit einem atemberaubenden Angriff 42,5 Kilometer vor dem Ziel ab und gab seinen Vorsprung bis zur Ziellinie nicht mehr her.

Was folgte, war eine Lehrstunde in Mut, Ausdauer und Cleverness. Healy entkam einer hochkarätigen Ausreißergruppe, in der unter anderem Mathieu van der Poel, Quinn Simmons und Simon Yates unterwegs waren. Alles Fahrer, die bei der Tour de France regelmäßig für Furore sorgen.

Hinter Healy versuchte zunächst niemand ernsthaft, die Lücke zu schließen. Erst nach zwölf Kilometern formierte sich mit Simmons und Michael Storer ein Verfolgerduo, doch Healy war zu diesem Zeitpunkt bereits außer Reichweite. Am Ende lag der Ire 2:44 Minuten vor Simmons im Ziel von Vire Normandie. Dritter wurde Storer, ebenfalls mit Respektabstand.

Mathieu van der Poel: Vom Jäger zum Gejagten

Während Healy im Ziel jubelte, kämpften die Favoriten der Gesamtwertung im Finale um Sekunden und das ikonische Maillot Jaune. Mathieu van der Poel hatte seinen Angriff auf das Gelbe Trikot perfekt getimt. Als Teil der Ausreißergruppe fuhr er kontrolliert mit, ließ die Spitzenfahrer ziehen und spielte seine Stärke im Kampf gegen die Uhr aus.

In der steilen Schlussrampe rettete van der Poel einen Vorsprung von genau einer Sekunde auf Tadej Pogacar ins Ziel und schnappte sich damit das Gelbe Trikot zurück. Ein Krimi bis zur Ziellinie!

Pogacar bleibt hartnäckig

Tadej Pogacar, der am Vortag noch in Gelb strahlte, musste sich diesmal knapp geschlagen geben. Zwar führte der Slowene das Hauptfeld mit einem starken Antritt im Finale als Neunter ins Ziel, doch ihm fehlten zwei Sekunden, um die Führung zu verteidigen.

Auch Jonas Vingegaard, Remco Evenepoel und weitere Top-Favoriten hielten sich in Lauerstellung und erreichten das Ziel mit identischer Zeit. Erst dahinter klaffte eine kleine Lücke zu weiteren Anwärtern auf das Podium.

Berg- und Sprintwertung: Neue Gesichter in den Wertungstrikots

Nicht nur das Gelbe Trikot wechselte den Besitzer. Im Kampf um das Grüne Trikot schlug Jonathan Milan eiskalt zu: Der italienische Sprinter sicherte sich den Zwischensprint früh auf der Etappe und holte damit die Führung in der Punktewertung zurück. Auch das Bergtrikot ging an Tim Wellens, der sich unterwegs zwei Punkte sicherte.

Vorschau auf die 7. Etappe: Sprint oder Überraschung?

Nach diesem Spektakel wirft die 7. Etappe der Tour de France 2025 bereits ihre Schatten voraus. Auf dem Papier deutet alles auf einen Tag für die Sprinter hin. Doch wer glaubt, dass nach den Attacken von heute Ruhe einkehrt, könnte sich täuschen. Die Beine sind schwer, die Nerven liegen blank und der Kampf um das Gelbe Trikot ist so offen wie lange nicht.

Kann Jonathan Milan seinen Erfolg im Sprint wiederholen oder wagt ein mutiger Außenseiter den Coup? Fest steht: Diese Tour de France bleibt unberechenbar.

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