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Olympia/Tennis
  1. TENNIS

Hanfmann fordert den Djokovic

Zwischen Euphorie und Ernüchterung: Während Yannick Hanfmann in Athen von einem Traumhalbfinale gegen Novak Djokovic träumen darf, endet Daniel Altmaiers Saison in Metz mit einer verpassten Chance.

Es ist einer dieser Abende, an denen Tennis zwei Gesichter zeigt. In Athen jubelt Hanfmann über den vielleicht wichtigsten Sieg seiner Karriere, während Altmaier in Metz die Halle mit gesenktem Kopf verlässt. Zwei Deutsche, zwei Geschichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Hanfmann ringt Giron nieder

Hanfmann spielte gegen Giron wie einer, der seinen Platz auf der großen Bühne längst gefunden hat. Mit 7:6 (3), 6:4 zog der Karlsruher in das Halbfinale des ATP-250-Turniers von Athen ein, sein erstes seit September 2024.

Dabei sah es zunächst nicht nach einem glatten Abend aus. Beim Stand von 5:4 im ersten Satz ließ Hanfmann drei Breakbälle liegen, bevor er den Satz im Tiebreak doch noch für sich entschied.

Marcos Giron, ein erfahrener US-Amerikaner mit gefährlichem Aufschlag, blieb lange im Spiel, aber Hanfmann war heute schlicht zu solide. Besonders in den entscheidenden Momenten zeigte er die Ruhe eines Spielers, der weiß, dass er derzeit in Form ist. Beim Stand von 3:3 im zweiten Satz nutzte er die erste Gelegenheit zum Break und ließ danach nichts mehr anbrennen. Nach 90 konzentrierten Minuten stand der Sieg fest.

Man hätte ihm nach dem Match zutrauen können zu sagen: „Ich habe heute wirklich mein bestes Tennis gezeigt.“ Und vielleicht hat er genau das auch gedacht. Denn im Halbfinale wartet niemand Geringerer als Novak Djokovic. Der Serbe, der zuvor Nuno Borges in zwei Sätzen besiegt hatte, ist in seiner Wahlheimat Athen auf der Jagd nach Titel Nummer 101.

Erst vor wenigen Wochen trafen die beiden beim Masters in Shanghai aufeinander; damals hatte der „Djoker“ in drei Sätzen das bessere Ende für sich.

Diesmal will Hanfmann den Spieß umdrehen. Mut, Aufschlagstärke und seine neu gewonnene mentale Stabilität könnten dabei seine Waffen sein. Und wer weiß, vielleicht ist genau dieses Match die Chance, sich auf der großen Bühne dauerhaft zu etablieren.

Altmaier kämpft und scheitert knapp

Während Hanfmann jubelt, erlebt Altmaier im französischen Metz das Gegenteil. Nach dem kampflosen Einzug ins Viertelfinale, Hugo Gaston hatte verletzungsbedingt aufgegeben, traf der deutsche Davis-Cup-Spieler auf Lorenzo Sonego. Zwei Sätze, beide eng, aber am Ende reichte es nicht. 4:6, 6:7 (6) lautete das bittere Resultat.

Der erste Satz war von kleinen Momenten geprägt: Ein einziges Break beim Stand von 2:2 genügte dem Italiener, um den Satz zu gewinnen. Altmaier, aktuell Nummer 46 der Welt, wehrte im zweiten Satz gleich sieben Breakbälle ab. Ein Beweis seines Kampfgeists. Doch als er beim Stand von 6:5 plötzlich selbst vier Satzbälle hatte, fehlte ihm das nötige Quäntchen Entschlossenheit. Im anschließenden Tiebreak nutzte Sonego seine Routine und machte kurzen Prozess.

Damit endet Altmaiers Saison 2025 auf der ATP Tour mit einer Mischung aus Frust und Hoffnung. Zwar hat sich sein Spiel stabilisiert, doch die fehlende Konsequenz in engen Momenten bleibt ein Thema. Vielleicht ist genau das die Aufgabe für den Winter: mehr Mut in den entscheidenden Ballwechseln.

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