Zwischen Überraschungen am Rothenbaum, der Jagd auf Sabalenka und neuen Impulsen für Alexander Zverev wirbelt der Tenniszirkus derzeit ordentlich Staub auf. Wohin geht die Reise für Deutschlands Tenniselite?
Es war ein emotionaler Auftakt beim WTA-Turnier am Hamburger Rothenbaum, aber nicht für alle mit Happy End. Während Tamara Korpatsch und Nastasja Schunk die erste Runde meisterten, endete das Heimspiel für Noma Noha Akugue dramatisch. Und das ausgerechnet dort, wo vor zwei Jahren alles begann.
Akugue, die Sommer-Sensation des Jahres 2023, kämpfte mit Herz und neuer Trainerin gegen die an Nummer sieben gesetzte Anna Bondar, doch sie verlor in einem epischen Drei-Satz-Krimi mit 4:6, 6:3, 6:7 (3). Träume geplatzt, Comeback-Story vertagt. Bondar trifft nun im Achtelfinale auf Sinja Kraus, während Akugue zurück auf Los muss.
Dafür steht Lokalmatadorin Tamara Korpatsch nach einem souveränen 6:4, 6:3 gegen Raluka Șerban in der zweiten Runde. Auch Nastasja Schunk setzte ein dickes Ausrufezeichen. Die Weltnummer 288 warf die an Nummer sechs gesetzte Moyuka Uchijima mit 7:5, 6:3 aus dem Turnier – ein kleiner Paukenschlag aus Mainz.
Nicht antreten konnte hingegen Eva Lys. Die 23-Jährige sagte ihren Start krankheitsbedingt ab. Auf Instagram erklärte sie, dass sie erneut ein Rheuma-Schub heimsuchte. Seit ihrer Spondyloarthritis-Diagnose im Jahr 2020 geht sie offen mit ihrer Erkrankung um, die sie nun zur nächsten Turnierpause zwingt.
Während in Hamburg die ersten Bälle fliegen, richtet sich der Blick der Tenniswelt bereits Richtung Nordamerika. Nach Wimbledon sind die US Open und auf den Hartplätzen beginnt das große Rechnen um die Spitze der Weltrangliste.
Iga Swiatek überraschte alle mit ihrem ersten Wimbledon-Titel ausgerechnet auf Rasen, dem früheren Angstbelag der Polin. Nach 13 titellosen Monaten meldete sich die ehemalige Weltranglistenerste mit Wucht zurück und schielt nun auf mehr.
Aktuell regiert jedoch Aryna Sabalenka. Mit 12.420 Punkten thront sie zwar komfortabel an der Spitze, doch die Luft wird dünner. Ihre Bilanz 2024 ist stark: zwei Titel, das Halbfinale in Washington und das Viertelfinale in Toronto. Aber auf sie warten jede Menge zu verteidigende Punkte, allen voran der Triumph bei den US Open aus dem Vorjahr.
Coco Gauff lauert. Die US-Amerikanerin hat nur 370 Punkte zu verlieren und spielt auf heimischem Boden. Wenn sie in Kanada, Cincinnati und bei den US Open gewinnt, könnte sie Sabalenka richtig unter Druck setzen. Und auch Iga Swiatek verteidigt „nur” 430 Punkte, ein kleiner Hüpfer kann reichen, um Platz zwei zurückzuerobern.
Ein Szenario, in dem Sabalenka ins Straucheln gerät und Swiatek oder Gauff den Thron übernehmen, ist nicht völlig abwegig, auch wenn die Belarussin den Hartplatz liebt und zur Dampfwalze wird, wenn es darauf ankommt.
Während die Damen die Rankings durcheinanderbringen, sucht ein anderer nach seinem verlorenen Selbst: Alexander Zverev. Seit seinem dramatischen Ausscheiden im Finale der Australian Open im Januar wirkt der Hamburger wie ein Schatten seiner selbst. Nach dem Erstrunden-Aus in Wimbledon gab er öffentlich zu, dass er sich „ziemlich allein im Leben“ fühle.
Die Antwort auf seine sportliche Krise könnte nun aus Spanien kommen. Auf Mallorca trainierte er zuletzt mit Toni Nadal, dem legendären Onkel und Ex-Coach von Rafael Nadal. Öffentlichkeitswirksam, Schulter an Schulter, in der Rafa Nadal Academy. Zufall? Kaum.
Noch ist nichts offiziell. Es ist von einer Probephase die Rede, ein festes Trainerengagement sei jedoch nicht ausgeschlossen. Toni Nadal selbst hat sich noch nicht festgelegt, hat aber schon vor Wimbledon die Misere von Alexander Zverev analysiert: „Er hat ein mentales Problem. Wenn er das löst, hat er alles, was es braucht.“
Zverev selbst lässt offen, ob der Spanier ihn dauerhaft begleiten wird. Denkbar wäre eine Konstellation, bei der Vater Alexander Zverev senior und Toni Nadal im Team sind. Doch fest steht: Der Olympiasieger sehnt sich nach Veränderung. Nach neuen Impulsen. Nach einem ersten Grand-Slam-Titel, der zum Greifen nahe schien und nun wieder in weiter Ferne liegt.
Die Zeit drängt. Bereits ab dem 26. Juli will Zverev beim Masters in Toronto Antworten liefern. Auf dem Court und bei der Frage: Geht’s mit Toni Nadal endlich wieder bergauf?
TENNIS
Alexander Zverev steht im Halbfinale: Starker Auftritt gegen Rafael Jodar bei den French Open
Zverev präsentiert sich in Paris weiter in Topform und bleibt nach dem frühen Aus vieler Favoriten der größte Anwärter auf den Titel.
Kim Klos
vor 11 Stunden
TENNIS
Alexander Zverev gegen Rafael Jódar: Datum, Uhrzeit und und wo man das French-Open-Viertelfinale im Fernsehen und im Streaming sehen kann
Rafael Jódar fordert Alexander Zverev in Paris heraus, doch der deutsche Topspieler geht als klarer Favorit ins Viertelfinale. Hier erhalten Sie alle Informationen zur Begegnung.
Kim Klos
02 Jun 26
TENNIS
Zverevs große Chance: Sinners überraschendes Aus gegen Cerúndolo macht die French Open so offen wie selten zuvor
Jannik Sinner ist bei den French Open sensationell in Runde 2 ausgeschieden, Carlos Alcaraz fehlt verletzt, Novak Djokovic ist veraltet und damit öffnet sich für Alexander Zverev wohl die größte Grand-Slam-Chance seiner Karriere.
Kim Klos
28 Mai 26
Wett-Credits nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung zur Nutzung verfügbar. Gewinne schließen den Einsatz von Wett-Credits aus. Es gelten die AGB, Zeitlimits und Ausnahmen.