Hakan Şükür war ein Torjäger, ein Nationalheld und eine Symbolfigur des türkischen Fußballs. Seine Karriere ist geprägt von Rekorden, Titeln und einem kurzen, oft missverstandenen Ausflug in Europas Topligen.
Hakan Şükür wurde 1971 in Adapazarı, fernab der Metropole Istanbul, geboren. Früh machte er durch seine Physis und sein Kopfballspiel auf sich aufmerksam. Spitznamen wie „Kral“, der König, und „Bulle vom Bosporus“ begleiteten ihn durch die Karriere, obwohl er nicht aus Istanbul stammte.
Sein Profidebüt feierte er 1988 bei Sakaryaspor, mit noch nicht einmal 17 Jahren. Zwei Jahre später wechselte er zu Bursaspor. Dort verlief seine sportliche Entwicklung wechselhaft, doch sein Profil als klassischer Mittelstürmer mit Torriecher war klar erkennbar. Größere Vereine wurden aufmerksam.
Obwohl Şükür seine Zeit in Bursa später selbst kritisch bewertete, debütierte er 1992 für die türkische Nationalmannschaft. Im selben Sommer folgte der entscheidende Schritt: der Wechsel zu Galatasaray Istanbul, dem dominierenden Verein des Landes.
Bei Galatasaray wurde Şükür zum Gesicht einer Ära. Zwischen 1992 und 2000 gewann der Verein sechs Meisterschaften und vier Pokalsiege. Persönlich krönte sich Şükür von 1997 bis 1999 dreimal in Folge zum Torschützenkönig der Süper Lig und wurde mit 249 Toren in 489 Ligaspielen deren Rekordschütze.
1994 erzielte Şükür ein Ligator, das weit über den Fußball hinaus Bedeutung erlangte. Während eines Spiels soll dieses Tor einem politischen Gefangenen das Leben gerettet haben. Ein bedrückendes Beispiel dafür, wie Fußball in autoritären Kontexten instrumentalisiert wurde.
Der größte sportliche Erfolg folgte im Jahr 2000: Galatasaray gewann den UEFA-Pokal und wurde damit der erste türkische Verein, der einen UEFA-Titel gewann. Parallel dazu erreichte die Nationalmannschaft bei der EM 2000 das Viertelfinale, was ebenfalls ein historischer Erfolg war.
Bereits 1995 hatte Şükür kurzzeitig bei Torino in Italien gespielt. Nach dem Triumph im UEFA-Pokal folgte 2000 der Wechsel zu Inter Mailand. Dort konnte er sich jedoch nicht durchsetzen. Nach 24 Pflichtspielen ging es weiter zum AC Parma, wo er ebenfalls nicht nachhaltig erfolgreich war.
Der Sommer 2002 markierte den Höhepunkt seiner Nationalmannschaftskarriere. Die Türkei wurde WM-Dritter. Im Spiel um Platz drei gegen Südkorea erzielte Şükür nach elf Sekunden das bis heute schnellste Tor der WM-Geschichte.
Nach weiteren erfolglosen Stationen bei Parma und den Blackburn Rovers kehrte er 2003 zu Galatasaray zurück. Dort gewann er zwei weitere Meisterschaften, ehe er 2008 seine Karriere beendete. Bemerkenswert: In seiner gesamten Laufbahn sah er nur einmal die Rote Karte.
Anschließend arbeitete er zeitweise als TV-Experte, zog sich jedoch aus politischen Gründen zurück. Sportlich bleibt sein Vermächtnis eindeutig: Kein anderer Spieler hat den türkischen Fußball statistisch so nachhaltig geprägt wie Hakan Şükür.
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