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Groves gewinnt vorletzte Etappe der Tour de France, Lipowitz glänzt vor Paris

Regen, Attacken, ein Solosieg: Die vorletzte Etappe der Tour de France bot Dramatik pur. Während Groves überraschend triumphiert, fährt Lipowitz in Richtung Tour-Geschichte. Ein Tag, der alles hatte, außer Langeweile.

Die 20. Etappe der Tour de France 2025 hatte es in sich: Regen, Höhenmeter und ein Solosieg, mit dem kaum jemand gerechnet hatte. Kaden Groves, der eigentlich als klassischer Sprinter bekannt ist, sorgte auf dem Weg nach Pontarlier für einen der emotionalsten Momente dieser Frankreich-Rundfahrt. Der Australier setzte sich rund 16 Kilometer vor dem Ziel überraschend von seinen beiden Begleitern ab und ließ sich bis zur Ziellinie nicht mehr einholen.

Was machte ihn dabei so besonders? Groves, der für das Alpecin-Deceuninck-Team fährt, ist normalerweise kein Mann für Alleingänge. Doch an diesem Tag, bei abgetrockneten Straßen und tief hängenden Wolken, wuchs er über sich hinaus. Mit seinem Sieg krönte er nicht nur eine mutige Attacke, sondern auch eine erfolgreiche Tour für sein Team: drei Etappensiege, verteilt auf Philipsen, van der Poel und nun Groves selbst.

Wetterchaos, Attacken, Ausreißer: Die Etappe im Überblick

184,2 Kilometer lagen zwischen dem Start in Nantua und dem Ziel in Pontarlier. Schon zu Beginn zeigte sich die Etappe von ihrer ungemütlichen Seite: Strömender Regen und kühle Temperaturen verwandelten die Strecke in eine Rutschbahn. Ideale Bedingungen für Frühjahrs-Klassiker, aber kein Spaziergang für ausgezehrte Tour-Beine.

Es dauerte lange, bis sich eine stabile Ausreißergruppe formierte. Erst nach gut 65 Kilometern konnte sich ein 13-köpfiges Feld lösen, darunter Groves, Wellens und Jorgenson. Das Peloton blieb unruhig, die Attacken häuften sich, doch nach 90 Kilometern kehrte etwas Ruhe ein. Die Gruppe setzte sich ab, das Wetter besserte sich und die Sonne ließ sich zögerlich blicken.

Am schwersten Anstieg des Tages, der Côte de Thesy, sortierte sich das Feld neu. Es gab Attacken von vorne und von hinten, ehe sich Harry Sweeny für fast 30 Kilometer als Solist versuchte – am Ende vergebens. 20 Kilometer vor dem Ziel waren nur noch drei Fahrer vorne. Groves wartete nicht lange, trat 16 Kilometer vor Schluss an und ließ van den Broek sowie Stewart stehen.

Lipowitz schreibt deutsche Tour-Geschichte

Während vorne der Etappensieg entschieden wurde, verteidigte Tadej Pogačar im Hauptfeld souverän sein Gelbes Trikot. Mit ihm ins Ziel rollte Florian Lipowitz, der bei dieser Tour längst zur Sensation geworden ist.

Der 24-jährige Deutsche sicherte sich Platz drei in der Gesamtwertung und steuert nun als erster Deutscher seit 2006 auf das Tour-Podium zu. Zudem trägt er das Weiße Trikot des besten Jungprofis nach Paris. Eine herausragende Leistung auf einer Etappe, die viel abverlangte. Nur noch 120 Kilometer trennen ihn von einem historischen Moment.

Bergkönig Pogacar und die neue Paris-Etappe

Auch das gepunktete Trikot des besten Kletterers ist Pogacar nun sicher. Louis Barrés frühe Bergpunkte reichten nicht aus, um den Slowenen noch zu gefährden. Damit ist für Pogacar fast alles in trockenen Tüchern: Gelb, das Bergtrikot und vielleicht sogar der Gesamtsieg.

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