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Tennis
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Gauff krönt sich in Wuhan zur Titelkönigin

Zwei Freundinnen, ein Pokal, doch nur eine durfte ihn in die Höhe stemmen. Coco Gauff bezwang Jessica Pegula im rein amerikanischen Finale von Wuhan und schrieb einmal mehr WTA-Geschichte.

Zwei Jahre nach ihrem gemeinsamen Triumph im Doppel in Miami standen sich Coco Gauff und Jessica Pegula wieder Seite an Seite auf dem Siegerpodest, diesmal allerdings als Gegnerinnen. In einem emotionalen Duell zwischen Freundinnen und ehemaligen Doppelpartnerinnen setzte sich Gauff in zwei Sätzen mit 6:4, 7:5 durch und holte sich ihren elften WTA-Titel, den zweiten in diesem Jahr nach dem Triumph bei den French Open.

Doch das Finale von Wuhan war mehr als nur ein Match: Es war ein Aufeinandertreffen zweier Generationen und Charaktere, die sich auf und neben dem Platz bestens kennen. Schon beim ersten Ballwechsel deutete sich an, dass diese Partie kein gewöhnliches Finale werden würde. Eine 15-Schläge-Rally, die Gauff mit einem krachenden Vorhandwinner entlang der Linie beendete. Ein Statement gleich zum Auftakt.

Die 21-Jährige stürmte davon und führte 4:1, doch Pegula, die für ihr Kämpferherz bekannt ist, schlug zurück. Drei Spiele in Folge, alles wieder offen. Doch Gauff zeigte, warum sie derzeit zu den dominanteren Spielerinnen auf Hartplatz gehört. Mit einem Rückhandkracher cross rettete sie ihr Aufschlagspiel zum 5:4 und schnappte sich kurz darauf den Satz mit dem entscheidenden Break.

Der zweite Durchgang schien kurzzeitig Pegulas Weg zu werden. Sie führte 3:0, spielte variabler und druckvoller und zwang Gauff in die Defensive. Doch dann folgte pure Entschlossenheit: Mit einem Smash nach einem Ballwechsel mit acht Schlägen begann Gauff ihre Aufholjagd. Drei Spiele später hatte sie den Ausgleich zum 3:3 erzielt und Pegulas Selbstvertrauen war dahin.

Als Pegula beim Stand von 5:4 zum Satzgewinn servierte, zeigte Gauff ihr bestes Tennis: Ein 12-Schläge-Ballwechsel, den sie mit einer Rückhand entlang der Linie beendete, brachte ihr das Break. Danach war der Widerstand gebrochen. Mit vier gewonnenen Spielen in Folge schloss Gauff das Finale ab. Selbstverständlich mit einem letzten Vorhandwinner.

„Als ich auf die Tour kam, warst du eine der Ersten, die mich mit offenen Armen aufgenommen haben“, sagte Gauff bei der Siegerehrung zu ihrer Freundin. „Das hat mir unglaublich viel bedeutet, ich schätze dich sehr.“

Das Publikum in Wuhan dankte beiden mit stehenden Ovationen. Für Gauff war es ein emotionaler und statistisch gesehen ein historischer Sieg: Sie wurde die erste Spielerin, die das Turnier seit seiner Einführung 2014 ohne Satzverlust gewinnen konnte und das mit nur 25 verlorenen Spielen insgesamt, weniger als jede andere Siegerin zuvor.

Ihr Weg ins Finale war ein Triumphzug: Sie gab nur ein Spiel gegen Moyuka Uchijima ab, feierte klare Siege gegen Zhang Shuai und Laura Siegemund und entzauberte im Halbfinale die Italienerin Jasmine Paolini, die sie in diesem Jahr bereits dreimal geschlagen hatte.

Pegula hingegen musste auf ihrem Weg ins Endspiel Schwerstarbeit leisten. Acht Matches in Folge über drei Sätze, von denen sie sieben gewann, und in allen acht hatte sie Matchbälle. Kein Wunder, dass Gauff scherzhaft sagte: „Du bist die Königin der Dreisätzer. Ich wusste, ich darf dich heute gar nicht erst in einen dritten Satz bringen.”

Mit dem Sieg in Wuhan vollendete Gauff zudem das seltene „China-Double“. Nach ihrem Triumph bei den China Open im Vorjahr ist sie erst die zweite Spielerin nach Caroline Garcia, die beide WTA-1000-Turniere des Landes gewinnen konnte.

Und der Erfolg hat Folgen: Gauff bleibt Nummer drei der Welt und baut ihren Vorsprung auf Amanda Anisimova in der Weltrangliste auf fast 2.000 Punkte aus. Auch im Rennen um die Jahresendwertung zog sie an ihrer Landsfrau vorbei.

Der Blick richtet sich nun nach vorne, auf die WTA Finals in Riad. Dort hat Gauff die Chance, eine nahezu perfekte Saison zu krönen: Sie könnte einen Grand-Slam-Titel, einen WTA-1000-Sieg im Einzel und einen im Doppel gewinnen und sich zudem den Titel beim Saisonabschluss sichern.

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