Während eine französische Tennis-Ikone langsam ihren Schläger an den Nagel hängt, sorgt eine andere für das nächste sportliche Märchen. Emotionen, Überraschungen und ein kleines Stück Tennisgeschichte sind dabei garantiert.
Sie hat Frankreich stolz gemacht, Titel gesammelt und jetzt beginnt für sie ein neues Kapitel, ganz privat. Die 31-jährige Französin Caroline Garcia heiratete am Wochenende ihren langjährigen Partner und Podcast-Kollegen Borja Duran in einer emotionalen Zeremonie. Die Bilder, die Garcia auf Social Media teilte, ließen keinen Zweifel daran: Hier ging ein Traum in Weiß in Erfüllung. „Der schönste Tag unseres Lebens“, schrieb Garcia. Gratulationen kamen aus allen Ecken der Tenniswelt, von Paula Badosa bis Ons Jabeur.
Doch während die Glückwünsche noch eintrudeln, nimmt Garcia gleichzeitig leise Abschied von der großen Bühne. Bereits im Mai hatte sie angekündigt, dass sie ihre Karriere bald beenden werde. Nach 15 Jahren im Profizirkus sei es an der Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen, so die ehemalige Nummer vier der Welt. „Ich habe jeden Moment geliebt, aber jetzt möchte ich auch mein Leben außerhalb des Platzes entdecken“, schrieb sie damals.
Den emotionalen Höhepunkt bildete ihr letzter Auftritt bei den French Open. Im Einzel schied sie bereits in der ersten Runde gegen Bernarda Pera aus, gegen die sie noch wenige Wochen zuvor in Indian Wells gewonnen hatte. Immerhin durfte Garcia im Doppel mit Partnerin Diane Parry noch bis in die dritte Runde jubeln und erhielt ein letztes Mal Standing Ovations in Paris.
Statt Wimbledon spielte Garcia diesen Sommer lieber die Moderatorin und das sehr erfolgreich. Mit dem Podcast „Tennis Insider Club”, den sie mit ihrem Ehemann Borja Duran moderiert, sorgt sie seit Februar für Aufsehen in der Szene. Prominente Gäste wie Naomi Osaka, Maria Sakkari oder Victoria Azarenka geben darin Einblicke in ihr Seelenleben – ein Format, das in einer von Erfolgsdruck geprägten Branche fast revolutionär wirkt.
Während die eine Französin geht, klopft eine andere lautstark an die Tür zur Weltspitze: Lois Boisson, 22 Jahre jung, sorgte am Hamburger Rothenbaum für das nächste Ausrufezeichen. Mit einem 7:5, 6:3-Sieg über die Titelverteidigerin Anna Bondar sicherte sie sich ihren ersten WTA-Titel und das auf dem geliebten Sand, der ihr in diesem Sommer schon bei den French Open Flügel verliehen hatte.
Dort war sie als Wildcard-Spielerin völlig überraschend bis ins Halbfinale vorgedrungen, als erste Französin in dieser Konstellation seit über 40 Jahren. Ganz Frankreich lag ihr zu Füßen. Der Rasen von Wimbledon schien ihr danach noch fremd, denn sie verpasste die Qualifikation. Doch Hamburg zeigte: Boisson ist gekommen, um zu bleiben. Vor allem ihre mentale Stärke beeindruckte, denn selbst in engen Situationen behielt sie in der Hansestadt die Nerven.
Der Blick richtet sich nun auf die kommenden Hartplatzturniere in Nordamerika. Kann Boisson ihre Form konservieren oder gar weiter ausbauen? Sie ist schon jetzt eine neue Hoffnungsträgerin für das französische Tennis.
Ganz im Gegensatz zu Boissons Aufstieg steht der Triumph der 34-jährigen Rumänin beim Turnier in Iasi. Vor heimischem Publikum zeigte die Rumänin eine eindrucksvolle Performance und besiegte im Finale die Schweizerin Jil Teichmann mit 6:0, 7:5. Während Teichmann im zweiten Satz kurz Hoffnung schöpfte, blieb Begu eiskalt. Ein Meisterstück an Kontrolle und Timing.
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