Filippo Ganna triumphiert im verkürzten Zeitfahren von Valladolid und lässt die Konkurrenz hinter sich. Die 18. Etappe der Vuelta a Espana sorgt für Spannung im Kampf um das rote Trikot und für Überraschungen im Gesamtklassement.
Es waren nur 12,2 Kilometer, doch sie reichten aus, um die Vuelta a España an diesem Tag fest in die Hand von Filippo Ganna zu geben. Der italienische Zeitfahrmeister vom Team Ineos Grenadiers rauschte mit einem Schnitt von 56,2 km/h über den Kurs von Valladolid und holte sich seinen zweiten Etappensieg bei der Spanien-Rundfahrt. Nach nur knapp 13 Minuten war für ihn Schluss. Danach begann das große Warten.
Zweieinhalb Stunden musste Ganna ausharren, bis feststand, dass niemand seine Bestzeit knacken würde. Besonders kritisch wurde es, als Jay Vine nur neun Zehntelsekunden hinter seiner Marke ins Ziel rollte. Auch João Almeida kam nah heran, landete aber mit acht Sekunden Rückstand auf Rang drei. Selbst Jonas Vingegaard konnte als letzter Starter nichts mehr an Gannas Erfolg ändern.
Ursprünglich war ein deutlich längeres Zeitfahren geplant, doch Sicherheitsbedenken führten am Vorabend zur Verkürzung von 27,2 auf 12,2 Kilometer. So stand der Sport im Vordergrund, nicht die Risiken. Ganna passte seine Taktik an: Im verwinkelten ersten Abschnitt fuhr er mit Bedacht, im zweiten Teil legte er dann alles hinein und vertraute auf sein Gefühl statt auf Wattzahlen. Das Ergebnis war ein souveräner Sieg und der dritte Zeitfahr-Erfolg seiner Saison.
Während Ganna seinen Sieg feierte, richteten sich die Blicke im Gesamtklassement auf Joao Almeida. Der Portugiese verkürzte seinen Rückstand auf den Führenden Jonas Vingegaard um zehn Sekunden auf nun 40 Sekunden. Ein Vorsprung, der vor den anstehenden Bergetappen alles andere als sicher wirkt. Die Tour de France hat gezeigt, wie unberechenbar Vingegaard in den Bergen sein kann. Doch auch Almeida wittert nun seine Chance.
Thomas Pidcock baute seinen Vorsprung auf Jai Hindley leicht aus. Drei Sekunden reichten aus, um die Lücke auf komfortable 39 Sekunden zu vergrößern. Von Gelassenheit kann aber auch hier keine Rede sein. Das Finale der Vuelta verspricht Nervenkitzel.
Für eine echte Überraschung sorgte Matthew Riccitello. Der 23-jährige Amerikaner, der bisher nicht als Zeitfahrspezialist bekannt war, schob sich mit einem starken Auftritt an Felix Gall vorbei und liegt nun sechs Plätze im Gesamtklassement vorne. Gall selbst büßte wertvolle Sekunden ein und fiel hinter Riccitello zurück. Auch Giulio Pellizzari zeigte Schwächen und muss sein Weißes Trikot nun gegen den aufstrebenden US-Fahrer verteidigen.
Während in der Gesamtwertung noch Spannung herrscht, sind andere Wertungen bereits entschieden. Jay Vine hat in der Bergwertung ein beruhigendes Polster von 20 Punkten auf Vingegaard und Mads Pedersen dürfte das Grüne Trikot kaum mehr verlieren.
Aus deutscher Sicht setzte Maximilian Schachmann ein Ausrufezeichen. Mit Platz 26 und nur 35 Sekunden Rückstand auf Ganna lieferte er die beste Leistung eines deutschen Fahrers im Zeitfahren ab.
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