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Franck Ribéry - Vom Baustellenarbeiter zum König von München

Ein Straßenkicker aus Nordfrankreich, der sich aus der dritten Liga bis zur Champions League-Trophäe hocharbeitet, Verteidiger schwindlig dribbelt und mit Robben sogar fast die Kabine sprengt – Franck Ribéry ist eine der charismatischsten Figuren seiner Fußballgeneration.

Anfänge im Norden Frankreichs

Ribéry wird 1983 in Boulogne-sur-Mer geboren, einer Arbeiterstadt an der französischen Kanalküste.  Seine frühe Laufbahn führt ihn über den Jugendklub FC Conti Boulogne und ein kurzes Intermezzo bei Lille bis in den Semi-Profi-Bereich, wo er neben dem Fußball auf dem Bau arbeitet, um seinen Lebensunterhalt zu sichern.

Der lange Weg nach oben

Sportlich startet er ganz unten: Boulogne in der dritten Liga, dann Olympique Alès und Stade Brest, wo er in der Saison 2003/04 mit starken Leistungen den Aufstieg schafft und zum Publikumsliebling wird.  Seine Explosivität bringt ihm erst einen Wechsel zu Metz in die Ligue 1, danach zu Galatasaray mit Pokalsieg in der Türkei und schließlich zu Olympique Marseille, wo er mit Dribblings, Assists und jeder Menge Straßenfußball-Romantik ganz Frankreich verzaubert.

Der Wechsel nach München und die Bayern-Ära

2007 unterschreibt Ribéry beim FC Bayern und schlägt ein wie ein Blitz: Schon in seiner ersten Saison wird er Bundesliga-Spieler des Jahres, in den folgenden Jahren prägt er die linke Seite wie kaum ein anderer.  In zwölf Spielzeiten in München sammelt er neun Meistertitel, sechs DFB-Pokalsiege, einen Champions-League-Triumph 2013, den UEFA-Supercup und die Klub-WM – seine Zeit beim Rekordmeister macht ihn endgültig zur Klublegende.

Titel, Zahlen und Nationalmannschaft

Über seine Karriere kommt Ribéry auf über 600 Pflichtspiele, deutlich mehr als 150 Tore und über 200 Assists auf Vereinsebene – die meisten davon als klassischer Linksaußen.  Für die französische Nationalmannschaft debütiert er 2004, erreicht 2006 bei der WM das Finale, spielt EM- und WM-Turniere als Leistungsträger und beendet seine Zeit in „Les Bleus“ 2014 nach 81 Länderspielen und 16 Toren.

Jubel, Narben und Emotionen

Ribérys Jubel passt zu seiner Persönlichkeit: ausgebreitete Arme, ein kurzer Schrei, energische Gestik zur Kurve – weniger inszeniert, mehr pure Emotion.  Seine markante Gesichtsnarbe, die von einem schweren Autounfall in der Kindheit stammt, nimmt er früh als Teil seiner Identität an und wird damit für viele Fans zum Symbol dafür, dass man trotz Rückschlägen seinen Weg gehen kann.

Die legendäre Streiterei mit Robben

Unvergessen ist der Eklat mit Arjen Robben im Champions League-Halbfinale 2012 gegen Real Madrid: Nach einer Diskussion um die Ausführung eines Freistoßes geraten die beiden in der Kabine heftig aneinander, Ribéry soll Robben dabei sogar ins Gesicht geschlagen haben und wird intern mit einer Geldstrafe belegt.  Was wie das Ende der Harmonie klingt, wirkt langfristig eher wie ein reinigendes Gewitter – danach wächst das Duo „Robbéry“ endgültig zusammen und wird zum wohl gefürchtetsten Flügelpaar seiner Zeit.

Ribéry am Steuer des Mannschaftsbusses

Im Trainingslager in Dubai setzte sich Franck Ribéry aus Spaß ans Steuer des voll besetzten Bayern-Mannschaftsbusses, rammte dabei zwei Hotelschilder und hinterließ ein paar Schrammen am Bus – zur Erleichterung aller ohne Verletzte, aber mit viel Gelächter über seinen kleinen Crash.

Karriereende in Italien

2019 endet die Bayern-Ära, Ribéry wechselt zunächst zur AC Florenz und später zu US Salernitana, wo er trotz nachlassender Geschwindigkeit mit Technik und Spielintelligenz beeindruckt.  Im Oktober 2022 erklärt er offiziell sein Karriereende als Profi, nachdem anhaltende Knieprobleme ihn immer stärker bremsen – passenderweise bleibt er Salernitana noch bis Saisonende als Assistent im Trainerstab verbunden.

Was Franck Ribéry heute macht

Nach dem Abschied vom Profifußball bleibt Ribéry in Italien und Frankreich ein gefragter Mann: Er ist als Klubbotschafter und Berater aktiv, tritt regelmäßig bei Events seines Ex-Vereins Bayern München auf und engagiert sich in verschiedenen sozialen Projekten. Gleichzeitig genießt er das Familienleben mit seinen Kindern, pendelt zwischen seinen Lebensmittelpunkten und bleibt – ob an der Säbener Straße, in Marseille oder Salerno – überall als „Kaiser Franck“ willkommen.

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