Der 19-jährige Brasilianer sorgt mit Leidenschaft, Wucht und einem unerschütterlichen Glauben an sich selbst für Furore. Nun wartet Alejandro Davidovich Fokina im Finale auf ihn.
Was für ein Auftritt! Fonseca, gerade einmal 19 Jahre alt, steht im Finale des ATP-500-Turniers von Basel und damit vor dem größten Erfolg seiner noch jungen Karriere. In einem hochklassigen Halbfinale besiegte der Brasilianer den Spanier Jaume Munar mit 7:6 (4), 7:5 und krönte damit eine Woche, die kaum besser hätte laufen können.
Dabei begann die Partie alles andere als souverän. Fonseca lag im zweiten Satz bereits mit 2:4 zurück, wirkte kurzzeitig wacklig, fing sich dann aber mit beeindruckender Reife. „Ich wusste, dass es ein hartes Match wird“, sagte er später. „Jaume spielt auf diesem Belag wirklich gut und zwingt dich oft in die Defensive. Ich mag solche Gegner eigentlich nicht, weil ich selbst lieber aggressiv spiele und Winner schlage.“
Und genau das tat er, ganze 39 Mal. Fonseca feuerte Winner aus allen Lagen ab, mit einem Mix aus jugendlicher Furchtlosigkeit und technischer Präzision, die an große Namen erinnerte. Kein Wunder, dass er als erster Brasilianer seit Einführung der ATP-500-Serie im Jahr 2009 ein Finale auf diesem Niveau erreicht hat.
Sein Triumphzug in Basel ist kein Zufall. Bereits in der ersten Runde warf er den Titelverteidiger Giovanni Mpetshi Perricard aus dem Turnier. Danach steigerte er sich von Runde zu Runde, blieb konstant, ruhig und gleichzeitig brandgefährlich. Gegen Munar zeigte er dann seine bislang beste Turnierleistung. Knapp zwei Stunden dauerte das Match, am Ende stand Fonseca jubelnd da, als neuer Publikumsliebling.
Durch den Einzug ins Finale verbessert sich Fonseca im Live-Ranking um ganze zwölf Plätze auf Rang 34 der Welt. Ein neuer Karrierehöhepunkt, der kaum greifbar scheint, wenn man bedenkt, dass er die Saison 2025 noch auf Platz 130 begonnen hatte. „Es war ein unglaubliches Jahr“, sagte er. „Ich war Anfang des Jahres krank und konnte die Asien-Tour nicht spielen. Aber ich habe an meiner mentalen Stärke gearbeitet. Jetzt bekomme ich meine Chancen, und ich bin einfach nur glücklich, hier zu stehen.“
Am Sonntag trifft Fonseca auf Alejandro Davidovich Fokina. Das Duell auf dem schnellen Hallenbelag verspricht jede Menge Feuer. Der Spanier profitierte im Halbfinale von der Aufgabe seines Gegners Ugo Humbert, zu diesem Zeitpunkt führte er aber bereits mit 7:6 (4), 3:1.
Für Davidovich Fokina ist es das vierte Finale in dieser Saison und er steht damit in einer illustren Reihe: Nur Alcaraz, Sinner, Auger-Aliassime und Bublik haben 2025 mehr Endspiele erreicht.
Doch der 25-Jährige hat ein Problem: Noch nie konnte er ein Finale gewinnen. Vier Mal stand er bislang auf der Schwelle zum ersten Titel, vier Mal verpasste er ihn, zuletzt denkbar knapp in Washington gegen Alex de Minaur, als er drei Matchbälle vergab. In Basel will er das endlich ändern. „Ich bin froh, wieder die Chance zu haben”, sagte er nach dem Halbfinale. „Ich fühle mich stark, und ich weiß, dass ich auf diesem Niveau Titel holen kann.”
Damit prallen im Finale zwei völlig unterschiedliche Geschichten aufeinander: Hier der jugendliche Senkrechtstarter, der scheinbar ohne Angst aufspielt, dort der gereifte Kämpfer, der endlich seine eigenen Grenzen durchbrechen will. Für Fonseca wäre der Sieg ein weiterer Meilenstein in einer Saison, die schon jetzt wie ein Märchen wirkt: Er gewann im Februar in Buenos Aires seinen ersten ATP-Titel und scheint seitdem von Turnier zu Turnier stärker zu werden.
Was erwartet uns also in Basel? Ein Generationenduell, das spannender kaum sein könnte. Davidovich Fokina kämpft um Erlösung, Fonseca um den nächsten Schritt in Richtung Weltspitze. Wenn der junge Brasilianer seine explosive Mischung aus Mut, Präzision und unerschütterlicher Freude am Spiel erneut auf den Platz bringt, könnte Basel Zeuge der Geburt eines neuen Tennisstars werden, der gekommen ist, um zu bleiben.
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