Sowohl Feyenoord als auch Celtic hinken den Erwartungen hinterher. Punkte sind Pflicht. In De Kuip entscheidet sich, wer den Anschluss an die K.-o.-Plätze wahrt und wer noch tiefer unter Druck gerät.
Feyenoord erlebt eine Saison mit zwei Gesichtern: national stark, international wacklig. Während die Mannschaft von Robin van Persie in der Eredivisie lange die Tabellenführung hielt, läuft es in der Europa League alles andere als rund. Nach dem bitteren Ausscheiden aus der UEFA-Champions-League-Qualifikation gegen Fenerbahce und einem vielversprechenden Start in die Liga, rutschte die Form auf internationaler Bühne rapide ab.
Ein knapper 1:0-Rückschlag gegen Braga eröffnete die Gruppenphase, gefolgt von lediglich einem Sieg und drei Niederlagen in vier Spielen. In der Tabelle bedeutet das aktuell Rang 29, zwei Punkte fehlen auf die Top 24, die zur Teilnahme an den Play-offs berechtigen. Gleichzeitig hat die schwächelnde Europacup-Form inzwischen auf den Ligabetrieb abgefärbt: Drei Niederlagen aus den letzten vier Eredivisie-Partien, davon zwei direkt nach der Länderspielpause. Ein Heimsieg gegen Celtic wäre daher doppelt wichtig: Zum einen für die Tabelle und zum anderen für die Moral.
Celtic bringt eine ähnlich turbulente Geschichte mit nach Rotterdam. Auch die Schotten hinken in Europa hinterher und stehen mit vier Punkten aus vier Spielen nur knapp vor Feyenoord. Das Chaos der ersten Saisonmonate. Transferfrust, Fanproteste, schwache Resultate und der Rücktritt von Brendan Rodgers haben den Verein durchgeschüttelt.
Unter dem Übergangstrainer Martin O’Neill kehrte jedoch Stabilität zurück. Vier Siege aus fünf Spielen, darunter ein Derbyerfolg gegen die Rangers im League Cup, zeugen von Aufbruchstimmung. Die Ausnahme war die 1:3-Niederlage gegen Midtjylland in der Europa League. Dies ist ein Warnsignal, das zeigt, dass auch unter O’Neill noch nicht alles gefestigt ist. Auswärts müssen die Bhoys zudem dringend nachlegen, denn in der Europa-League-Phase sind keine großen Fehler mehr erlaubt.
Da beide Teams knapp außerhalb der Qualifikationszone stehen, verspricht dieses Duell, richtungsweisend zu werden. Der Sieger springt ins Playoff-Rennen, während der Verlierer um seine Europapokal-Zukunft bangen muss.
Die Personallage ist angespannt. Bos, Bijlow, Trauner, Read, Jeng, Beelen, Hwang, Moder und Larin stehen allesamt auf der Verletztenliste. Van Persie wird daher auf seine stärkste verbliebene Waffe setzen: die Offensivreihe Moussa – Steijn – Sauer – Ueda, die in der Eredivisie regelmäßig überzeugt und nun auch international durchstarten soll.
Auch die Gäste reisen nicht ohne Sorgen an. Johnston, Osmand, Carter-Vickers, Jota, Iheanacho und Saracchi sind fraglich. Immerhin kehrt mit Callum McGregor das Herzstück der Mannschaft nach seinem Last-Minute-Siegtreffer gegen St. Mirren mit breiter Brust zurück. Neben ihm sollen Hatate und Engels das Zentrum kontrollieren. In der Offensive sind Maeda und Tounekti gesetzt, während Hyun-Jun Yang voraussichtlich Kenny ersetzt.
Feyenoord: Wellenreuther – Nieuwkoop, Ahmedhodzic, Watanabe, Smal – Valente, Timber – Moussa, Steijn, Sauer – Ueda
Celtic: Schmeichel – Ralston, Trusty, Scales, Tierney – Engels, McGregor, Hatate – Hyun-Jun, Maeda, Tounekti
Das Spiel läuft live im Stream auf RTL+.
Feyenoord geht zwar personell geschwächt, aber mit Heimvorteil in die Partie. Die Offensivqualität der Niederländer sollte ausreichen, um Celtic dauerhaft zu beschäftigen. Gleichzeitig präsentiert sich die Defensive der Hausherren extrem anfällig: Vier der letzten fünf Spiele endeten mit mindestens zwei Gegentoren.
Celtic kommt formstark und unter O’Neill strukturiert und selbstbewusst daher. Dennoch fehlt es den Schotten auswärts häufig an Durchschlagskraft.
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