Überspringen zum Inhalt
GEHE ZU bet365 Sport
Fußball
  1. Fußball
  2. International

Fernando Redondo - Der Strippenzieher von Madrid

In den Wirren des argentinischen Fußballs hat sich ein Spieler herauskristallisiert, der nicht nur durch sein außergewöhnliches Talent, sondern auch durch seine Eleganz und Finesse besticht: Fernando Redondo. In einer Fußballwelt, die oft von Härte und Kampf geprägt ist, wurde Redondo zum Architekten des Schönen, zu einem Spieler, der mit eleganten Hackentricks Geschichte schrieb und für einige Jahre lang das Mittelfeld von Real Madrid dirigierte. 

Die Anfänge

Der Jahrgang 69 brachte der Welt nicht nur die ersten Schritte des Internets, sondern auch ein außergewöhnliches Fußballtalent namens Fernando Redondo. Im Gegensatz zu vielen seiner südamerikanischen Altersgenossen, die den Fußballplatz als Fluchtweg vor den harten Realitäten des Lebens betrachten, war Redondo von Anfang an von einer soliden Herkunft aus der Mittelschicht geprägt. Seine Kindheit in Adrogue war geprägt von einer soliden Erziehung, sein Vater, ein knallharter Ingenieur, lehrte ihn nicht nur die Tücken des Lebens, sondern auch eine unerschütterliche Arbeitsmoral. Während andere den Alltag mit dem Ball vertrieben, jonglierte Redondo geschickt zwischen Jura und seiner aufstrebenden Fußballkarriere. Seine ersten Schritte auf dem grünen Rasen machte er allerdings nicht in den großen Stadien, sondern bei einem Futsal-Abenteuer mit Deportivo y Social Villa Calzada in Rafael Calzada. Von dort führte ihn sein Weg zu den Talleres de Remedios de Escalada, wo sich sein Talent zu entfalten begann. Im zarten Alter von zehn Jahren nahm ihn sein Vater mit zu den Argentinos Juniors in die Unterliga, es war der Beginn einer erstaunlichen Fußballreise.

Durchbruch

In einem epischen Duell gegen Gimnasia y Esgrima debütierte der junge Fernando Redondo im zarten Alter von 16 Jahren bei den Argentinos Juniors. Dieses Ereignis sollte nur der Auftakt zu einer glanzvollen Karriere sein, die den talentierten Mittelfeldspieler durch die Fußballwelt führte.

Wechsel nach Europa

Europa lauschte schnell den Lobeshymnen auf Redondos überragende Fähigkeiten, und so fand er 1990 im Alter von 21 Jahren sein neues Zuhause in der spanischen Liga bei Teneriffa CF. Unter der Leitung von Azkargorta trug er maßgeblich dazu bei, dass sich Teneriffa in seinen vier Spielzeiten für den UEFA-Pokal qualifizierte. Im Sommer 1994 wagte er den Sprung nach Madrid und unterzeichnete stolz seinen Vertrag bei Real Madrid.

Glanzzeit bei Real

Nach vier überaus erfolgreichen Jahren bei CD Teneriffa öffnete sich für Fernando Redondo 1994 die Tür zu einem der größten Fußballclubs der Welt: Real Madrid. Jorge Valdano, einst selbst Spieler bei den Königlichen und nun Trainer, holte den 25-jährigen Strategen für die stattliche Ablösesumme von fünf Millionen US-Dollar direkt in die spanische Hauptstadt. Mit einer blendenden Kombination aus technischem Können und taktischer Brillanz avancierte Redondo sofort zum Schlüsselspieler, und am Ende der Saison 1994/95 konnte Real Madrid nach vier Jahren Abstinenz wieder die Meisterschaft feiern. Trotz eines enttäuschenden sechsten Platzes in der Saison 1995/96 konnte dieser Triumph in der Saison 1996/97 unter Fabio Capello wiederholt werden.

In der Saison 1997/98 gelang unter Trainer Jupp Heynckes zwar kein weiterer Meistertitel, doch konnte diese Enttäuschung durch einen triumphalen 1:0-Sieg gegen Juventus Turin im Champions-League-Finale in Amsterdam wettgemacht werden. In der darauffolgenden Saison 1998/99, die mit der Vizemeisterschaft endete, gewann das Team unter Trainer Guus Hiddink zudem den Weltpokal durch einen 2:1-Sieg gegen den brasilianischen Copa-Libertadores-Sieger CR Vasco da Gama in Tokio.

Zauberei im Old Trafford

Nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft konzentrierte sich Redondo um die Jahrtausendwende auf Real Madrid und lieferte dort die besten Leistungen seiner Karriere ab. Trotz einer durchwachsenen Meisterschaftssaison 1999/00, in der nur der fünfte Platz erreicht wurde, triumphierten die Königlichen unter Vicente del Bosque erneut in der Champions League. Der 3:0-Finalsieg gegen den FC Valencia in Paris war geprägt von einem denkwürdigen Moment von El Principe Redondo. Im Viertelfinal-Rückspiel gegen Manchester United zauberte er einen Hackentrick, der als Hackentrick von Old Trafford in die Geschichte einging. Für diese herausragende Leistung wurde Redondo nicht nur von der UEFA zum Fußballer des Jahres 2000 gewählt, sondern auch mit dem Sonderpreis Trofeo EFE als bester südamerikanischer Spieler der 90er Jahre in Spanien ausgezeichnet.

Unrühmliches Aus bei Real

Trotz seiner sechsjährigen Karriere im Mittelfeld von Real Madrid wurde Redondo nur wenige Wochen nach dem Champions-League-Triumph ausgemustert. Das löste in Madrid Empörung und Proteste aus. Der elegante Mittelfeldspieler, der die Königlichen sogar als Kapitän zum Titel geführt hatte, musste auf dem Höhepunkt seiner Karriere neuen Topstars Platz machen. Gegen seinen Willen wurde der 30-jährige Spielmacher für rund 17,5 Millionen Euro an den AC Mailand verkauft. Der frisch gewählte Präsident Florentino Perez hatte die Vision einer Mannschaft der Galaktischen und versprach den Fans im Sommer 2000 die Verpflichtung von Luis Figo aus Barcelona. Die Ankündigung des Transfers von Publikumsliebling Redondo löste Schock und Unmut aus, und als der Transfer offiziell wurde, gingen die Ultras in Madrid auf die Barrikaden, einige berichteten sogar von Ausschreitungen.

AC Mailand

Der Verkauf erfolgte vor allem zur Stabilisierung der finanziellen Bilanzen. Leider war Redondos Zeit in Italien von Verletzungen überschattet. Trotz anhaltender Beschwerden und begrenzter Einsatzzeiten genoss der elegante Mittelfeldstratege bis zu seinem Rücktritt im Jahr 2004 die Liebe und Unterstützung der Fans. Die Krönung seines Ruhms war die Wahl zum UEFA-Fußballer des Jahres 2000, die ihm einen festen Platz an der Seite der Legenden von Real Madrid sicherte. 2004 beendete er schließlich verletzungsbedingt seine Karriere.

Nationalmannschaft

Trotz seiner herausragenden spielerischen Qualitäten bestritt Fernando Redondo nur 28 Länderspiele für die argentinische Nationalmannschaft, was auf eine ungewöhnliche Anekdote zurückzuführen ist. Nach der Weltmeisterschaft 1994 trat Redondo aus dem Nationalteam seines Heimatlandes zurück. Der Grund? Eine geradezu absurde Episode um seine markante Mähne. Der virtuose Mittelfeldstratege von Real Madrid weigerte sich beharrlich, seine Haare abzuschneiden und erhielt daraufhin die Nachricht, dass er ohne diese Maßnahme nicht mehr für die Nationalmannschaft nominiert würde. Die bizarre Haarangelegenheit führte zu einem kuriosen Besuch des argentinischen Trainers Daniel Passarella in Spanien. Dieser versprach Redondo einen Platz in der Nationalmannschaft unter der Bedingung, dass er sich von seiner langen Haarpracht trennen würde. Als Redondo sich weigerte, strich ihn Passarella kurzerhand aus dem Kader für die Weltmeisterschaft 1998. Acht Jahre zuvor hatte Redondo bereits eine Berufung in die Nationalmannschaft für die WM 1990 abgelehnt, um sein Jurastudium fortzusetzen und den Sommer statt auf dem Platz mit Büchern zu verbringen. In einer Auseinandersetzung zwischen Prinzipien und Fußball blieb Redondo seinen Überzeugungen treu, auch wenn dies bedeutete, dass er nicht so oft für die Albiceleste auflaufen konnte, wie es seinem Talent vielleicht entsprochen hätte.

Weiterführende Artikel

bet365 verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um einen besseren und individuelleren Service bereitstellen zu können. Nähere Informationen finden Sie in den Richtlinien zu Cookies

Neu bei bet365? Erhalten Sie bis zu €100 in Wett-Credits Jetzt anmelden

Wett-Credits nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung zur Nutzung verfügbar. Gewinne schließen den Einsatz von Wett-Credits aus. Es gelten die AGB, Zeitlimits und Ausnahmen.