2026 bringt der Formel 1 erneut tiefgreifende Veränderungen: Die FIA hat radikale neue Regularien vorgestellt, die engeres Racing ermöglichen und die Nachhaltigkeit vorantreiben sollen.
Die vom FIA World Motor Sport Council verabschiedeten Pläne sehen kleinere und leichtere Autos, mehr elektrische Leistung sowie den Einsatz von Öko-Kraftstoffen vor – mit dem Ziel, bis 2030 Netto-Null-CO₂ zu erreichen.
Was ändert sich konkret? Hier ist der Überblick.
Um Rad‑an‑Rad‑Duelle zu fördern, werden die Boliden der neuen Generation spürbar kleiner und leichter:
Der maximale Radstand schrumpft um 200 mm auf 3.400 mm, die Breite sinkt um 100 mm auf 1.900 mm. Das Mindestgewicht wird auf 768 kg festgelegt – rund 30 kg weniger als bei den aktuellen Konzepten.
Zur Verbesserung des Fahrens im Feld wird der Abtrieb um 30 Prozent reduziert, der Luftwiderstand sogar um 55 Prozent.
Ab 2026 hält ein vollständig aktives Aerodynamiksystem Einzug – mit verstellbaren Front‑ und Heckflügeln. Die umschaltbaren Konfigurationen minimieren wahlweise den Verbrauch oder maximieren die Kurvenperformance; wie beim heutigen DRS können Fahrer in definierten Zonen zwischen zwei Modi wechseln. Auf Geraden greift der sogenannte „X‑Mode“: eine Low‑Drag‑Einstellung für maximale Endgeschwindigkeit.
Im Gegensatz zu den aktuellen Autos entfallen die Vorderradabdeckungen. Zudem kommen ein teilweise flacher Unterboden und ein schwächer ausgelegter Diffusor zum Einsatz, um den Bodeneffekt zu reduzieren.
Die neuen Antriebseinheiten laufen mit vollständig nachhaltigen Kraftstoffen, entwickelt und erprobt von F1 und ARAMCO. Dadurch wird kein zusätzlicher fossiler Kohlenstoff verbrannt; die Energieträger stammen aus nicht lebensmittelbasierten Quellen, aus kommunalen Abfällen oder werden direkt aus der Atmosphäre gewonnen.
Auch die Kraftstoffmenge sinkt: Statt der bisherigen 100 kg zum Rennstart wird ein Limit von etwa 70 kg erwartet. Die Performance bleibt hoch: Die Aggregatte sollen weiterhin über 1.000 PS liefern. Die Reform zahlt auf das FIA‑Ziel ein, bis 2030 klimaneutral zu sein.
Die neu konstruierten Power Units setzen deutlich stärker auf Elektrifizierung – mit fast 300 Prozent mehr elektrischer Leistung und einem annähernd ausgeglichenen Verhältnis zwischen Verbrennungsmotor und Elektroleistung.
Trotz Wegfall der MGU‑H werden die Hybridsysteme leistungsfähiger: Die elektrische Leistung der MGU‑K steigt von 150 kW auf 350 kW. Die beim Bremsen rückgewinnbare Energie soll sich etwa verdoppeln, was das Einfangen und die Wiederabgabe erleichtert.
Das umstrittene DRS entfällt 2026. An seine Stelle tritt der „Manual Override Mode“ – ein neues Überhol‑Feature, das zum Aerodynamikpaket passt. Für bessere Überholmöglichkeiten liefert die MGU‑K bei Bedarf einen elektrischen Leistungsschub.
Technisch ist festgelegt: Das hinterherfahrende Auto profitiert vom MGU‑K‑Override – bis zu 350 kW bis 337 km/h und zusätzlich +0,5 MJ Energie. Ähnlich dem früheren KERS (2009–2013) spielt die Fahrertaktik eine zentrale Rolle, da der Einsatz zu einem temporären Energiedefizit führen kann.
Team | Motorenlieferant |
Alpine | Mercedes |
Aston Martin | Honda |
Audi | Audi |
Ferrari | Ferrari |
Haas | Ferrari |
McLaren | Mercedes |
RB | Red Bull-Ford |
Red Bull | Red Bull-Ford |
Williams | Mercedes |
Cadillac | Ferrari |
2026 steigt die Zahl der Motorenhersteller auf ein Rekordniveau. Red Bull baut mit Unterstützung von Ford erstmals einen eigenen Antrieb – unter dem Namen Red Bull Ford Powertrains. Honda kehrt zurück und beliefert Aston Martin; Ex‑Red‑Bull‑Teamchef Christian Horner räumte ein, man hätte die eigene Motorenabteilung „definitiv nicht“ aufgebaut, wenn die schnelle Honda‑Rückkehr absehbar gewesen wäre.
Laut Berichten hat Aston Martin Design‑Guru Adrian Newey für die Interpretation des neuen Reglements gewonnen; der 65‑Jährige soll einen Vertrag über rund 30 Mio. £ pro Jahr unterschrieben haben. Das Team hat mittelfristig den WM‑Titel im Visier.
Audi steigt ein und entwickelt eigene Power Units; die Marke übernimmt Sauber ab der Saison 2026. Ferrari und Mercedes bleiben als Lieferanten an Bord; Mercedes rüstet künftig vier Teams aus – neu dabei: Alpine, nachdem Renault seine fast 50‑jährige F1‑Historie beendet. Ebenfalls neu im Feld: Cadillac, das in den ersten zwei Saisons mit Ferrari‑Motoren antreten soll.
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