Nervenkitzel, Tempo und Taktik: Auf der fünften Etappe der Tour de France 2025 wurde jeder Tritt in die Pedale zur Zerreißprobe und ein Belgier avancierte zum Zeitfahr-Helden.
Die fünfte Etappe der diesjährigen Tour de France, ein Einzelzeitfahren über 33 Kilometer rund um Caen, stand ganz im Zeichen der Spezialisten. Auf dem windanfälligen Kurs mit welligem Terrain zeigte Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step) eindrucksvoll, warum er als Zeitfahr-Weltmeister gefürchtet wird.
Mit einer Zeit von 36:42 Minuten und einem Schnitt von über 53 km/h ließ er der Konkurrenz kaum Luft zum Atmen. Besonders beeindruckend war, dass Evenepoel taktisch klug fuhr, seine Kräfte perfekt dosierte und auf den letzten Kilometern förmlich explodierte.
Tadej Pogacar (UAE Team Emirates-XRG) landete mit nur 16 Sekunden Rückstand zwar „nur“ auf Rang zwei, holte sich dafür jedoch das Gelbe Trikot. Edoardo Affini (Visma | Lease a Bike) komplettierte als Dritter das Podium. Der Italiener hatte zwischenzeitlich die Bestzeit gehalten, bevor Evenepoel aufdrehte.
Schon früh sorgten starke Zwischenzeiten für offene Münder. Der U23-Weltmeister Ivan Romeo (Movistar) eröffnete mit einer respektablen Marke, die jedoch nicht lange Bestand hatte. Nach und nach wurden seine Zeiten von Luke Plapp (Jayco Alula) und Bruno Armirail (Decathlon AG2R La Mondiale) unterboten.
Doch dann kam Edoardo Affini: Der Europameister im Zeitfahren flog förmlich über den Parcours und setzte eine Marke, die lange wie in Stein gemeißelt wirkte. Besonders sein hoher Schnitt von 53,2 km/h über 33 Kilometer beeindruckte.
Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-Hansgrohe) zeigte als erster der Klassementfahrer eine mutige Vorstellung und positionierte sich zwischenzeitlich stark im vorderen Feld. Für den Deutschen reichte es am Ende zu einem starken sechsten Rang.
Als die großen Favoriten starteten, spitzte sich die Dramatik zu. Remco Evenepoel fuhr anfangs unspektakulär und lag bei den Zwischenzeiten knapp hinter Affini, doch sein Meisterstück sollte erst noch folgen.
Am dritten Messpunkt zündete der Belgier den Turbo, übernahm erstmals die Führung und baute seinen Vorsprung auf den letzten Kilometern gnadenlos aus. Mit einem Vorsprung von 33 Sekunden auf Affini rauschte er schließlich ins Ziel.
Der große Showdown folgte mit Pogacar. Der Slowene attackierte auf den letzten Kilometern und holte Sekunden auf, doch selbst ihm gelang es nicht, Evenepoels Zeit zu unterbieten. Dennoch durfte Pogacar jubeln, denn das Gelbe Trikot ist nun sein.
Die sechste Etappe der Tour de France 2025 verspricht eine ganz andere Herausforderung. Von Bayeux nach Vire warten 201,5 Kilometer, eine echte Berg-und-Tal-Fahrt durch die „Schweiz der Normandie“.
Mit mehr als 3.500 Höhenmetern und sieben kategorisierten Anstiegen wird den Fahrern alles abverlangt. Besonders die letzten Kilometer haben es in sich: Die Cote de Vaudry, rund vier Kilometer vor dem Ziel, könnte zum Scharfrichter werden. Wer hier patzt, verliert alles.
Das Finale? Ein brutaler Schlussanstieg mit über zehn Prozent Steigung auf den letzten 700 Metern ist der perfekte Nährboden für Attacken explosiver Puncheure und Fahrer des Gesamtklassements.
Mit Evenepoels Zeitfahr-Coup und Pogacars Machtdemonstration spitzt sich die Tour de France 2025 weiter zu. Die Königsetappe am Donnerstag könnte das Klassement erneut kräftig durchrütteln und den Fans ein Spektakel der Extraklasse bieten.
RADSPORT
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bet365 News Team
13 Okt 25
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