Das WTA-Finale in Riad startet mit einem Knall: Swiatek trifft auf Keys, Anisimova auf Rybakina und es gibt große Namen im Doppel. Wer setzt beim Showdown der Saison gleich ein Zeichen?
Wenn die besten Tennisspielerinnen des Jahres in Riad aufeinandertreffen, liegt Spannung in der Luft. Acht Einzelspielerinnen und acht Doppel-Teams sind in zwei Gruppen aufgeteilt und kämpfen um Punkte, Prestige und die Krone der Saison. Es gibt drei Punkte pro Sieg, bei Gleichstand entscheiden Kopf-an-Kopf-Duelle. Nur die beiden besten Spielerinnen jeder Gruppe erreichen das Halbfinale. Alles andere: Endstation.
Los geht’s mit den Doppeln, und die Eröffnungspartie hat es in sich. Sara Errani und Jasmine Paolini, das Topduo des Jahres, treffen auf Asia Muhammad und Demi Schuurs. Klingt nach einer klaren Sache? Nicht unbedingt. Zwar führen Errani und Paolini die Weltrangliste an und haben vier Titel geholt, darunter den bei den French Open, doch die Erinnerung an Indian Wells sitzt tief: ein bitteres 4:6, 0:6 gegen genau dieses Duo.
In New York drehte sich das Blatt. Bei den US Open fegten die Italienerinnen ihre Gegnerinnen mit 6:1, 7:6 (5) vom Platz. Ein echtes Hin und Her und vielleicht der Beginn einer kleinen Rivalität. Die Frage ist: Wer setzt diesmal den ersten Stich in Riad?
Später steht das Duell des Tages an: Iga Swiatek gegen Madison Keys. Zwei Spielerinnen, zwei Welten, und doch sind sie durch ihre gemeinsame Geschichte eng verwoben. Swiatek führt mit 5:2 im direkten Vergleich, hat aber schon erlebt, wie gefährlich Keys an einem guten Tag sein kann.
Nach einem 0:6-Satzrückstand drehte die Polin im April in Madrid den Spieß um und siegte 0:6, 6:3, 6:2, pure Dominanz nach Fehlstart. Doch Keys hat ein Ass im Ärmel: ihre Bilanz auf Hartplatz. 2:1 steht es hier für die Amerikanerin, darunter ein episches Match bei den Australian Open. Damals rang sie Swiatek mit 5:7, 6:1, 7:6 (8) nieder. Ein Sieg, der ihren Namen zurück in die Schlagzeilen brachte.
Die große Frage ist: Hat Keys nach zwei Monaten Pause genug Rhythmus? Oder spielt Swiatek, frisch von der Asien-Tournee, ihre Gegnerin einfach an die Wand? Erfahrung spricht für Swiatek, aber Keys hat nichts zu verlieren, was sie gefährlich macht.
Danach: Amanda Anisimova gegen Elena Rybakina. Ein Duell, das es so noch nie gab und das gerade deshalb so elektrisierend wirkt. Anisimova spielt die Saison ihres Lebens. Sie holte Titel in Doha und Peking, stand in Grand-Slam-Finals und ist nun erstmals beim WTA-Finale dabei. Die Amerikanerin wirkt dabei aber alles andere als eingeschüchtert. Ihr Sieg über Iga Świątek bei den US Open bewies, dass sie an großen Tagen über sich hinauswachsen kann.
Rybakina dagegen musste bis zuletzt zittern, um sich zu qualifizieren. Was folgte, war jedoch eine kleine Sensation: sechs Siege in Serie, Turniersieg in Ningbo und starke Auftritte in Osaka, obwohl sie zwischendurch wegen Rückenschmerzen passen musste. Ihre Statistik ist beeindruckend: 468 Asse in diesem Jahr, ganze 95 mehr als die zweitbeste Spielerin. Wenn ihr Aufschlag läuft, kann sie jede Gegnerin aus der Halle schießen. Das Spiel ist offen und vielleicht das emotionalste Match des Abends.
Zum Abschluss treffen Veronika Kudermetova und Elise Mertens auf Hsieh Su-Wei und Jelena Ostapenko. Es ist das Wiedersehen zweier eingespielter Teams, die sich 2025 schon mehrfach gegenüberstanden. Besonders in Erinnerung blieb das Wimbledon-Finale, in dem Kudermetova und Mertens nach einem Satzrückstand zurückkamen und mit 3:6, 6:2, 6:4 siegten. Auch in Rom waren sie siegreich. Nun geht es erstmals in diesem Jahr auf Hartplatz, wo die Karten neu gemischt werden.
Vier Matches, vier Geschichten, von denen jede den Verlauf des Turniers prägen kann. Wird Swiatek ihren Titel verteidigen? Kann Keys den Coup von Melbourne wiederholen? Wie weit trägt Rybakinas Aufschlag sie wirklich? Und bleiben Errani und Paolini das Maß aller Dinge im Doppel?
Riad hat sich in eine Arena der Möglichkeiten verwandelt. Eines ist sicher: Wer hier siegt, schreibt Geschichte und beendet das Tennisjahr mit einem Ausrufezeichen.
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