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Tennis
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Ein Favorit strauchelt, ein Deutscher überrascht

Zum Auftakt der French Open sorgen ein deutsches Tennis-Wunder und ein Favoritensturz für Aufsehen mit weitreichenden Folgen für das Tableau.

Aus deutscher Sicht kam der erste große Knall der diesjährigen French Open: Daniel Altmaier hat den an Position vier gesetzten Taylor Fritz mit 7:5, 3:6, 6:3, 6:1 aus dem Turnier geworfen. Für den 26-Jährigen war dies nicht nur ein persönlicher Triumph, sondern auch sein dritter Sieg über einen Top-10-Spieler bei den French Open. Altmaier zeigte sich auf dem Pariser Sand von seiner besten Seite: Er war kämpferisch, taktisch diszipliniert und technisch stark.

Der gebürtige Kempener dominierte über weite Strecken mit kraftvollen Grundschlägen und ließ sich auch von kurzen Schwächephasen nicht aus der Ruhe bringen. Besonders im vierten Satz setzte er mit aggressivem Spiel die entscheidenden Akzente. „Ich bin sehr stolz auf meine Leistung und auf den Weg, den ich gegangen bin, um für solche Momente bereit zu sein”, erklärte Altmaier nach dem Match.

Fritz hadert mit seiner Form 

Für Taylor Fritz war es ein unerwarteter Rückschlag. Nach seinem historischen Finaleinzug bei den US Open im Vorjahr schien der Amerikaner auf einem guten Weg zu sein, sich dauerhaft unter den Besten zu etablieren. Doch der Start in die Sandplatzsaison verlief holprig. Bereits in Rom und Genf zeigte sich der Weltranglistenvierte vor allem körperlich angeschlagen. In Paris offenbarte sich erneut seine Unsicherheit beim Bewegen auf Sand. „Ich rutsche nicht richtig, bin oft aus dem Gleichgewicht, da läuft einfach zu wenig rund“, sagte ein sichtlich frustrierter Fritz nach dem Match.

Musetti und Rune wittern ihre Chance

Der Ausrutscher des Amerikaners hat direkte Auswirkungen auf das Tableau. Die beiden Topgesetzten in diesem Viertel, Lorenzo Musetti und Holger Rune, haben nun realistische Chancen auf einen tiefen Turnierlauf. Der Däne Rune, der zuletzt zweimal das Viertelfinale der French Open erreichte, setzte sich souverän gegen den Spanier Roberto Bautista Agut durch und trifft in der zweiten Runde auf Emilio Nava

Auch Musetti überzeugte zum Auftakt. Der 22-jährige Italiener zählt seit dem Vorjahr zu den formstärksten Spielern auf Sand und will in Paris endlich den Sprung unter die letzten Acht schaffen. Nachdem Fritz ausgeschieden ist, stehen Rune und Musetti früh im Turnier im Rampenlicht.

Zverev kämpft mit sich und dem Draw

Während Altmaier für eine Überraschung sorgte, blickt Deutschland mit Spannung auf Alexander Zverev. Beim 37. Grand-Slam-Turnier seiner Karriere will er endlich den großen Wurf landen. Doch der Weg zum Titel wird für den Hamburger kein leichter sein. Nach einer von Verletzungen und Formschwankungen geprägten Saison reist Zverev ohne große Erwartungen, aber mit neuem Fokus an.

Bereits die Vorbereitung war turbulent: Krankheit, ein Flug mit Blitzeinschlag und Lospech zum Auftakt. Doch Zverev gibt sich kämpferisch: „Fünf-Satz-Matches sind mein Vorteil. Auf diesem Niveau kann man auch mal zwei Sätze verlieren, aber ich bin bereit, über die volle Distanz zu gehen.”

In der ersten Runde trifft er auf den jungen Amerikaner Learner Tien, der ihn Anfang des Jahres in Acapulco bereits schlagen konnte. Danach könnte Félix Auger-Aliassime ein gefährlicher Gegner sein und im Viertelfinale wartet womöglich Novak Đoković. Mental dürfte das Match gegen Tien ein erster Gradmesser dafür sein, ob Zverev seine psychologischen Probleme in den Griff bekommen hat.

Immer wieder wird bei Zverev die mentale Komponente thematisiert. Selbst Tennis-Ikone Rafael Nadal zeigte sich kritisch: „Zverev hätte längst einen Grand Slam gewinnen können, es liegt am Kopf.“ Zverev selbst sieht das ähnlich: „Tennis ist ein mentaler Sport. Und das ist aktuell meine größte Herausforderung.“

Doch es gibt Hoffnung: Auch andere Größen brauchten viele Anläufe, ehe der Durchbruch gelang. So siegte Flavia Pennetta beim 49. Versuch und Goran Ivanisevic sogar erst nach dem 47. Vielleicht ist Paris 2025 der Ort, an dem sich für Zverev endlich alles fügt.

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