Der nächtliche Dopingtest von Jonas Vingegaard sorgt bei der Tour de France für Diskussionen.
Der Radsport gehört zu den am strengsten kontrollierten Sportarten der Welt. Kaum eine Disziplin wurde in den vergangenen Jahrzehnten so stark von Dopingskandalen erschüttert und kaum eine hat ihr Kontrollsystem anschließend so radikal verschärft. Doch ausgerechnet dieses System sorgt nun bei der Tour de France 2026 wieder für heftige Diskussionen.
Auslöser ist Jonas Vingegaard. Der zweimalige Tour-de-France-Sieger wurde in der Nacht vor der 15. Etappe um 2 Uhr morgens von Kontrolleuren der International Testing Agency (ITA) aus dem Schlaf geweckt. Nur wenige Stunden später stürzte der Däne schwer, brach sich das Schlüsselbein und musste die Rundfahrt aufgeben. Einen direkten Zusammenhang gibt es zwar nicht, dennoch fragen sich viele Fahrer, ob nächtliche Kontrollen mitten während einer Grand Tour wirklich der richtige Weg sind.
Vingegaard berichtete vor dem Start der Etappe, dass Anti-Doping-Kontrolleure um 2 Uhr morgens an seine Hoteltür geklopft hätten. Der Test selbst dauerte zwar nicht außergewöhnlich lange, doch anschließend brauchte der Däne nach eigenen Angaben rund 40 Minuten, um überhaupt wieder einschlafen zu können. Insgesamt sei die Nacht alles andere als erholsam gewesen.
Auf der folgenden Etappe kam es dann zum Schockmoment. Rund 22 Kilometer vor dem Ziel verlor Vingegaard in einem Kreisverkehr auf einer Verkehrsinsel die Kontrolle über sein Vorderrad und stürzte schwer. Dabei zog er sich einen Schlüsselbeinbruch sowie zahlreiche Schürfwunden zu. Sein Team Visma-Lease a Bike bestätigte später, dass eine Operation notwendig sei und der Däne die Tour de France verlassen müsse.
Ob der Schlafmangel tatsächlich eine Rolle spielte, lässt sich nicht beweisen. Vingegaard selbst wollte keinen direkten Zusammenhang herstellen, räumte jedoch ein, dass der nächtliche Test „sicher nicht geholfen“ habe.
Besonders deutlich äußerte sich Tadej Pogačar, der selbst erst um 5 Uhr morgens kontrolliert wurde. Der Slowene berichtete, nur vier Stunden geschlafen zu haben, und bezeichnete einen Test um zwei Uhr morgens als „nicht sehr menschlich“. Er vermutete sogar, dass der gestörte Schlaf zumindest einen kleinen Anteil am späteren Sturz Vingegaards gehabt haben könnte.
Auch Remco Evenepoel kritisierte das Vorgehen scharf. Der Belgier sprach von einer „unmenschlichen“ und respektlosen Behandlung der Fahrer. Gleichzeitig betonten alle Beteiligten, dass sie Anti-Doping-Kontrollen grundsätzlich unterstützen, lediglich der Zeitpunkt sei problematisch.
Wett-Credits nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung zur Nutzung verfügbar. Gewinne schließen den Einsatz von Wett-Credits aus. Es gelten die AGB, Zeitlimits und Ausnahmen.