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Tennis
  1. TENNIS

Die Woche nach Wimbledon

Während die Tenniswelt das epische Wimbledon-Finale zwischen Alcaraz und Sinner noch verdaut, rollt der Ball schon wieder weiter und das mit Hochspannung. Drei ATP-250-Turniere an drei unterschiedlichen Schauplätzen bieten drei Chancen für neue Heldengeschichten.

Rublevs Neustart unter mexikanischer Sonne

Los Cabos feiert ein Comeback, nicht nur, weil das Turnier vom Februar in den Juli verlegt wurde, sondern auch, weil es die Bühne für einen ist, der zuletzt aufhorchen ließ: Andrey Rublev. Der Russe, der in Wimbledon nach einem beherzten Kampf gegen Alcaraz im Achtelfinale ausgeschieden ist, führt in Mexiko das Feld an. Ist Los Cabos der Ort, an dem Rublev den Turbo für die Hartplatzsaison zündet?

Die Konkurrenz ist namhaft: Alejandro Davidovich Fokina und Denis Shapovalov komplettieren die Top 3 der Setzliste. Beide haben etwas zu beweisen: Davidovich will endlich konstanter spielen, Shapovalov sucht nach dem Rhythmus, der ihn einst in die Top 10 geführt hat.

Aus deutscher Sicht richtet sich der Blick auf Daniel Altmaier. Die Auslosung steht noch aus, doch der Kämpfertyp aus Kempen hat bereits gezeigt, dass er auf Hartplatz unangenehm zu bespielen ist. Könnte er der lachende Außenseiter im heißen Wüstensand werden?

Gstaad: Ruuds Rückkehr und Wawrinkas letzte Heimhoffnung 

In Gstaad wird es emotional. Der norwegische Sandplatzspezialist Casper Ruud kehrt nach überstandenen Knieproblemen zurück und das auf dem Belag, der ihn stark gemacht hat. Der French-Open-Finalist von 2022 und 2023 hat Wimbledon ausgelassen, wirkt aber motiviert, sich in den Schweizer Alpen wieder ins Spiel zu bringen. Gstaad könnte für ihn mehr als nur ein Aufwärmen sein, denn es ist die erste Standortbestimmung auf dem Weg zur US-Hardcourt-Saison.

Für die Zuschauer gibt es ein Wiedersehen mit Alexander Bublik, der die untere Hälfte des Tableaus anführt. Er ist ein Spieler, der mit seiner unorthodoxen Spielweise für Spektakel sorgt. Aber kann er auf Sand wirklich mehr als nur einen Show-Auftritt hinlegen?

Auch hier gibt es deutsche Beteiligung: Jan-Lennard Struff trifft zum Auftakt auf Juan Manuel Cerundolo. Ein echtes Prüfstein-Duell zwischen Power und Spin. Und dann ist da noch Stan Wawrinka. Der Lokalmatador ist zwar nicht mehr der Alte, aber wer weiß, vielleicht gelingt ihm vor heimischem Publikum ein letzter großer Lauf?

In Bastad trifft Cerundolos Titelhunger auf Ofners Kampfgeist

Weiter nördlich, im schwedischen Bastad, darf Francisco Cerundolo auf die Favoritenrolle hoffen. Topgesetzt und auf Sand zu Hause scheint der Argentinier bereit zu sein, endlich wieder Titelduft zu schnuppern. Doch der Weg zum Pokal ist gespickt mit Hürden: Sebastian Baez, Tallon Griekspoor und Titelverteidiger Nuno Borges lauern im Feld.

Für Österreich geht Sebastian Ofner an den Start und trifft gleich zum Auftakt auf den bosnischen Routinier Damir Dzumhur. Ein Duell, das vor allem mental entschieden wird. Kann Ofner den nächsten Schritt gehen oder war Wimbledon das emotionale Hoch für diesen Sommer?

Tatjana Maria: Rekorde mit 37 und ein schmerzhafter Finalmoment

Auch im Damentennis werden Geschichten geschrieben und wie! Tatjana Maria verpasste zwar beim WTA-125-Turnier in Newport den Titel, darf sich aber trotzdem feiern lassen. Mit 37 Jahren kletterte sie auf Platz 36 der Weltrangliste, ihre bislang beste Platzierung.

Nach einem starken Beginn unterlag Maria im Finale gegen Caty McNally, die Nummer 208 der Welt. Doch der Verlust des Pokals wiegt leicht gegen die Geschichte, die sie schreibt: Keine Deutsche war seit fast drei Jahren besser platziert. Ihr letzter Turniersieg im Londoner Queen’s Club, bei dem sie die spätere Wimbledon-Finalistin Amanda Anisimova schlug, zeigt: Maria ist auf Rasen brandgefährlich. Dass es in Wimbledon nicht über die zweite Runde hinausging, bleibt da fast eine Randnotiz.

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