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Tennis
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Die Viertelfinals der Damen stehen an

Diese Wimbledon-Viertelfinals haben es in sich: Acht Spielerinnen, darunter keine frühere Siegerin, kämpfen um den Einzug ins Halbfinale und haben dabei jede Menge spannende Geschichten zu erzählen. Wer holt sich den großen Coup auf dem heiligen Rasen?

Das Damenfeld in Wimbledon ist in diesem Jahr äußerst spannend. Acht Spielerinnen stehen in den Viertelfinals und keine von ihnen hat jemals den Titel an der Church Road geholt. Drei von ihnen waren nicht einmal gesetzt, unterschätzen sollte man sie aber trotzdem besser nicht.

Mit dabei sind Laura Siegemund, zweifache Grand-Slam-Doppelsiegerin, die französische Finalistin der French Open 2021, Anastasia Pavlyuchenkova, sowie Belinda Bencic, die 2021 Olympia-Gold gewann. Sie sind zwar Außenseiterinnen, bringen aber große Erfahrung mit und den Hunger, Geschichte zu schreiben.

Ganz oben auf der Favoritinnenliste steht Aryna Sabalenka, die aktuelle Nummer eins der Welt. Nach ihrer bitteren Finalniederlage bei den French Open will sie in London endlich den ganz großen Wurf landen. An Selbstbewusstsein mangelt es ihr nicht: Ihre Tiebreak-Bilanz in dieser Saison ist beeindruckend. Sie hat die letzten 14 gewonnen, was einen Rekord in der Open Era darstellt und sie mit Sloane Stephens gleichzieht. Sie weiß genau, was sie gegen die unorthodoxe Siegemund erwartet: „Ihr Spiel kann nerven, besonders auf Rasen. Aber ich habe gelernt, ruhig zu bleiben und mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.”

Siegemund hingegen geht mit einer herrlichen „Mir-doch-egal“-Haltung ins Match. Für sie ist es das erste Wimbledon-Viertelfinale überhaupt. Ihr Motto? Nichts zu verlieren, alles zu gewinnen. Immerhin hat sie schon zwei Siege gegen Spielerinnen aus den Top 10 in dieser Saison eingefahren und wer Madison Keys schlägt, ist auf Gras definitiv kein Kanonenfutter.

Das zweite Duell im oberen Teil des Tableaus ist ein echter Clash der Generationen: Amanda Anisimova trifft auf Pavlyuchenkova. Anisimova, gerade einmal 22 Jahre alt, erlebt den Sommer ihres Lebens. Vor einem Jahr lag sie noch jenseits der Top 180, jetzt kratzt sie an den Top 10.

Ihre Bilanz auf Rasen? Zehn Siege bei nur zwei Niederlagen in dieser Saison, dazu eine Finalteilnahme beim Queen’s Club, sie ist auf Rasen kaum zu stoppen.

Pavlyuchenkova hingegen spielt, als würde sie ihre Karriere neu schreiben wollen. Sie ist die erfahrenste Spielerin im Feld und bestreitet ihren 65. Grand Slam. Nur Victoria Azarenka hat mehr vorzuweisen. Gegen die britische Hoffnung Sonay Kartal zündete sie ein Feuerwerk mit 36 Winnern, allerdings machte sie auch 47 Fehler. „Auf Rasen habe ich mich früher schwergetan“, gibt sie zu. „Aber heute war ich voll im Match.“

Im unteren Tableau treffen die vielleicht spannendsten Geschichten aufeinander. Die 18-jährige Mirra Andreeva hat in London die Tenniswelt im Sturm erobert. Sie spielt so abgezockt, dass man vergisst, wie jung sie eigentlich ist. Souverän marschierte sie als jüngste Spielerin seit 18 Jahren ins Viertelfinale. Dass sie dabei Roger Federer in der Royal Box erspähte und prompt nervös wurde, macht sie nur noch sympathischer.

Ihre Gegnerin ist Belinda Bencic, die den Mamas im Tennis ein Denkmal setzt. Vor gerade einmal 15 Monaten ist sie Mutter geworden, jetzt steht sie zum ersten Mal im Viertelfinale von Wimbledon. Ihr Erfolgsgeheimnis? „Ich kämpfe jetzt um jeden Punkt, vielleicht noch mehr als früher.“ Dass sie dabei in die Fußstapfen von Martina Hingis und Co. tritt, ist das Sahnehäubchen.

Und dann wäre da noch die aktuelle Nummer zwei der Welt, Iga Świątek, die endlich auch auf Gras ihre Spuren hinterlässt. Sie kommt immer besser mit dem einst ungeliebten Belag zurecht und hat in diesem Jahr sieben von acht Matches auf Gras gewonnen. Gegen Liudmila Samsonova hat sie nun die Chance, in ihr erstes Wimbledon-Halbfinale einzuziehen. Samsonova ist eine gefährliche Gegnerin: Zwei ihrer fünf Titel holte sie auf Gras, zuletzt in 's-Hertogenbosch. Für Swiatek ist es das erste Grand-Slam-Viertelfinale überhaupt. Aber wie sieht es mit dem Druck aus? „Der ist bei einem Grand Slam immer enorm”, sagt sie trocken.

Egal, wer am Ende triumphiert: Wimbledon 2025 schreibt gerade ein ganz besonderes Kapitel. Und eines ist sicher: Am Samstag wird auf dem Centre Court eine neue Siegerin gekürt.

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