Italienische Stars waren in der Bundesliga selten, doch wenn sie kamen, hinterließen manche von ihnen deutliche Spuren. Von Torjägern über Freistoßkünstler bis hin zu Abwehrbossen war alles dabei. Diese Spieler prägten die Bundesliga wie kaum andere italienische Legionäre.
Grifo ist ein Spieler, der seine Klasse über Jahre hinweg kontinuierlich aufgebaut hat. Obwohl er früh für Hoffenheim debütierte, dauerte es bis zu seinen starken Zweitliga-Jahren in Frankfurt und Freiburg, bevor er sich in der ersten Liga endgültig etablierte.
Besonders beim SC Freiburg entwickelte er sich zu einem der prägendsten Offensivspieler der Liga. Ob aus dem Zentrum oder vom linken Flügel.Grifo überzeugt als Stratege, Vorbereiter und Veredler. Seine Standards sind ligaweit gefürchtet.
Mit drei Stationen bei der TSG Hoffenheim und einem Jahr bei Borussia Mönchengladbach sammelte er Erfahrung, doch in Freiburg wurde er zur Schlüsselfigur. Trainer Christian Streich lobte vor allem Grifos Fleiß und Selbstkritik, Tugenden, die ihn immer weiter wachsen ließen.
Seine Leistungen brachten ihm neun Länderspiele für Italien ein. In Freiburg zählt er verlässlich zu den Topscorern mit zweistelligen Tor- und Assistwerten in mehreren Spielzeiten. Mit 264 Bundesliga-Einsätzen und 66 Treffern ist er der erfolgreichste italienische Spieler in der Geschichte der Bundesliga.
Luca Tonis Zeit beim FC Bayern dauerte nur zwei Jahre, doch sie gehört zu den effektivsten Stürmerphasen der Bundesligageschichte. Der frischgebackene Weltmeister kam 2007 nach München und traf sofort: acht Treffer in seinen ersten acht Spielen, zwei Hattricks und am Ende 24 Tore, womit er Torschützenkönig wurde.
Toni war nicht nur effizient, er war ein geborener Torjäger. Seine typischen Jubelgesten, bei denen er sich mit der Hand ans Ohr fasste, wurden schnell Kult.
Er gewann zweimal die Meisterschaft und den DFB-Pokal und war auch international für die Münchner brandgefährlich, wie seine zehn Treffer im UEFA-Cup 2007/08 zeigen.
Eine hartnäckige Achillessehnenverletzung bremste ihn später aus und Differenzen mit Trainer Louis van Gaal führten 2010 zur Trennung. Trotzdem bleibt er einer der prägendsten Stürmer, die je aus Italien in die Bundesliga wechselten.
Bevor er bei Juventus Turin zu einem Abwehrsymbol wurde, schrieb Andrea Barzagli bereits Bundesliga-Geschichte. In der Saison 2008/09 war er der Ruhepol in Wolfsburgs sensationellem Titelteam unter Felix Magath.
Barzagli spielte jede Minute dieser Spielzeit. Ein Beweis seiner Konstanz und Führungsstärke. Magath schärfte ihn mental, und Barzagli selbst sagte später, dass ihm diese Zeit sehr dabei half, zu einem Spitzenspieler zu reifen.
Insgesamt kam er auf 94 Partien für den VfL, ehe er 2011 nach Italien zurückkehrte. Sein Einfluss auf Wolfsburgs Meisterteam bleibt unvergessen.
Rizzitelli kam 1996 aus Turin zu Bayern. Obwohl sein Name heute seltener fällt, spielte er in seiner ersten Saison eine wichtige Rolle. Drei Tore in drei Spielen zu Beginn, solide Leistungen und die Meisterschaft 1996/97 machten ihn zu einer wertvollen Ergänzung im Kader von Giovanni Trapattoni.
In seiner zweiten Saison gewann er den DFB-Pokal, doch Verletzungen und die Entwicklung von Carsten Jancker begrenzten seine Einsatzzeiten. 1998 kehrte er mit einem beeindruckenden Titel-Quotienten aus seiner kurzen Bundesliga-Phase nach Italien zurück.
Ciro Immobile kam 2014 als 22-jähriger Torjäger und designierter Lewandowski-Nachfolger zu Borussia Dortmund. Die Voraussetzungen waren anspruchsvoll: neues Land, neue Sprache, neues System.
In Dortmund gelang ihm der Durchbruch jedoch nicht. Drei Treffer in 24 Ligaspielen zeugen eher von seinen Schwierigkeiten als von seinem Talent. Dennoch blitzte seine Klasse immer wieder auf, jene Qualitäten, die ihn später zum Rekordschützen bei Lazio Rom machten.
Sein Aufenthalt in der Bundesliga blieb eine Episode und ist ein Beispiel dafür, wie stark Umfeld und Timing Einfluss auf Karrieren nehmen können.
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