Didier Deschamps ist einer der wenigen Akteure im Weltfußball, der sowohl als Spieler als auch als Trainer Weltmeister wurde.
Didier Deschamps zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten des internationalen Fußballs. Seine Karriere erstreckt sich über beinahe vier Jahrzehnte – erst als technisch versierter, taktisch brillanter Mittelfeldspieler und später als akribischer, erfolgreicher Trainer. Von den ersten Schritten an der baskischen Küste bis zum Triumph bei Weltmeisterschaften prägt er das Bild des modernen Fußballs wie nur wenige andere.
Geboren wurde Didier Claude Deschamps am 15. Oktober 1968 in Bayonne, im südfranzösischen Baskenland. Seine Fußballkarriere begann er beim lokalen Verein Aviron Bayonnais, wo sein Talent früh erkannt wurde. Bereits mit 15 Jahren wechselte er in die Jugendabteilung des FC Nantes, einem der renommiertesten Ausbildungsvereine Frankreichs. Dort entwickelte sich Deschamps schnell zu einem der vielversprechendsten Nachwuchsspieler und feierte 1985 sein Debüt in der Ligue 1.
Beim FC Nantes etablierte sich Deschamps rasch als Stammspieler und war vor allem durch seinen unermüdlichen Einsatz, sein Stellungsspiel und seine Übersicht bekannt. 1989 folgte der Wechsel zu Olympique Marseille, damals einer der Topklubs in Frankreich und Europa. Unter Trainer Raymond Goethals wurde Deschamps schnell zum zentralen Baustein des Mittelfelds. Zwar blieb er nur ein Jahr, kehrte aber nach einem weiteren einjährigen Intermezzo bei Girondins Bordeaux wieder nach Marseille zurück. Im Jahr 1989 feierte Deschamps auch sein Debüt in der französischen Nationalmannschaft.
Mit Olympique feierte er seine ersten großen Erfolge auf Klubebene – darunter zwei französische Meisterschaften und vor allem den Gewinn der UEFA Champions League 1993. Es war der erste Titel in der Königsklasse einer französischen Mannschaft überhaupt. Seine Zeit in Marseille formte ihn als Leader und Kämpfer, der seine Mitspieler auf und neben dem Platz inspirierte.
Nach seinem Durchbruch bei OM wagte Deschamps 1994 den Schritt ins Ausland und unterschrieb beim italienischen Topklub Juventus Turin einen Profivertrag. Die Serie A war zu dieser Zeit die stärkste Liga der Welt, und bei der „Alten Dame“ entwickelte er sich weiter zum Führungsspieler. Gemeinsam mit Stars wie Alessandro Del Piero, Zinedine Zidane und Edgar Davids prägte er eine goldene Ära der Bianconeri.
Mit Juventus Turin gewann Deschamps unzählige weitere drei Meisterschaften sowie einmal die Coppa Italia und zweimal den italienischen Supercup. Dazu kamen der Triumph in der UEFA Champions League (1996), der UEFA Super Cup (1996) und der Weltpokal (1996). Besonders geprägt hat ihn die intensive Rivalität mit Teams wie der AC Mailand oder Inter, was sein Verständnis für Taktik und Disziplin weiter schärfte.
Nach fünf erfolgreichen Jahren bei Juventus wechselte Deschamps 1999 nach England zum FC Chelsea, wo er Teil einer aufstrebenden Mannschaft wurde und den FA Cup gewinnen konnte. Zum Abschluss seiner aktiven Laufbahn spielte er 2001 noch für ein halbes Jahr beim FC Valencia in Spanien, bevor er seine Karriere beendete.
Didier Deschamps war nicht nur auf Vereinsebene ein Gewinner, sondern auch als französischer Nationalspieler. Von 1989 bis 2000 bestritt er 103 Länderspiele und erzielte dabei vier Tore. 1996 wurde er zum Kapitän der Équipe Tricolore ernannt, führte sie bei der EM 1996 ins Halbfinale und schrieb 1998 als Spielführer Fußballgeschichte: Im eigenen Land gewann Frankreich erstmals die Weltmeisterschaft und Deschamps stemmte den WM-Pokal als erster französischer Kapitän in die Höhe. Zwei Jahre später folgte die Krönung mit dem Gewinn der Europameisterschaft 2000.
Unmittelbar nach dem Ende seiner Spielerkarriere wechselte Deschamps auf die Trainerbank. 2001 übernahm er den französischen Erstligisten AS Monaco. Mit einer Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Kräften entwickelte er einen attraktiven und erfolgreichen Spielstil. In der Saison 2003/2004 führte er Monaco sensationell bis ins Finale der UEFA Champions League, wo sein Team sich knapp dem FC Porto geschlagen geben musste. Dennoch wurde Deschamps für seine mutige und innovative Herangehensweise international gefeiert.
2006 kehrte Deschamps als Trainer zu Juventus Turin zurück, das gerade nach dem Manipulationsskandal („Calciopoli“) zwangsweise in die Serie B abgestiegen war. In einer schwierigen Situation gelang es ihm, den Verein mit einer neuformierten Mannschaft und zahlreichen Nachwuchsspielern souverän zum Meistertitel in der zweiten Liga und damit direkt zurück in die Serie A zu führen. Trotz des Erfolgs kam es jedoch zu Differenzen mit der Vereinsführung, sodass Deschamps Juventus nach nur einer Saison wieder verließ.
2009 übernahm Deschamps die sportliche Leitung von Olympique Marseille. In seiner dreijährigen Amtszeit holte der Klub unter seiner Führung 2010 die erste französische Meisterschaft seit 1992. Weitere Titel folgten: Drei Mal in Folge gewann Marseille den französischen Ligapokal (2010, 2011, 2012) und dazu zweimal den französischen Supercup. Unter Deschamps spielte OM wieder regelmäßig in der Champions League und etablierte sich als Spitzenmannschaft.
Im Sommer 2012 wurde Didier Deschamps zum Nationaltrainer der französischen Auswahl berufen. Die Aufgabe war herausfordernd: Nach enttäuschenden Jahren und internen Querelen musste er das Nationalteam neu aufbauen. Mit Geduld, taktischer Disziplin und einem Auge für Talente wie Antoine Griezmann, Paul Pogba oder Kylian Mbappé schuf er ein Team, das wieder für Begeisterung sorgte.
Bei der Heim-EM 2016 führte er Frankreich bis ins Finale, wo das Team in der Verlängerung an Portugal scheiterte. Zwei Jahre später, bei der WM 2018 in Russland, gelang Deschamps der historische Triumph: Frankreich gewann zum zweiten Mal den Weltmeistertitel und Deschamps wurde nach Mario Zagallo und Franz Beckenbauer der dritte Akteur im Weltfußball, der sowohl als Spieler als auch als Trainer den Titel holte.
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