Wie funktioniert der DFB-Pokal? Wer darf am DFB-Pokal teilnehmen, wann gibt es Verlängerung und wie viel Geld erhält der Sieger? Alle Regeln und Besonderheiten des deutschen Pokalwettbewerbs einfach erklärt.
Der DFB-Pokal ist nach der deutschen Meisterschaft der wichtigste nationale Titel im deutschen Vereinsfußball. Anders als in der Bundesliga entscheidet nicht die Leistung über eine komplette Saison, sondern jedes einzelne Spiel über das Weiterkommen.
Insgesamt nehmen 64 Mannschaften teil. Von der Bundesliga bis zu den regionalen Amateurklassen können sich Vereine für den Wettbewerb qualifizieren. Dadurch entstehen regelmäßig Duelle zwischen kleinen Amateurklubs und den größten Mannschaften Deutschlands.
Der Wettbewerb besteht ausschließlich aus K.O. Spielen. Wer gewinnt, erreicht die nächste Runde. Wer verliert, scheidet sofort aus. Nach sechs erfolgreichen Begegnungen steht der neue DFB-Pokalsieger fest.
Veranstalter: | Deutscher Fußball-Bund |
Teilnehmer: | 64 Mannschaften |
Spiele insgesamt: | 63 |
Runden: | 6 |
Modus: | K.O.System ohne Rückspiel |
Titelverteidiger 2026/27 | FC Bayern München |
Rekordsieger | FC Bayern München, 21 Titel |
Datum Finale 2027 | 29. Mai 2027 |
Finalstadion | jedes Jahr: Olympiastadion Berlin |
Prämie für den Finalsieg | 4,32 Millionen Euro |
Maximale DFB-Prämien für den Sieger | 10.888.465 Euro |
Bonus für Sieger | Direkter Platz in der UEFA Europa League |
Der Vorgänger des heutigen DFB-Pokals wurde erstmals 1935 ausgetragen und trug damals den Namen Tschammerpokal. Erster Gewinner war der 1. FC Nürnberg, der sich im Finale gegen den FC Schalke 04 durchsetzte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der nationale Pokalwettbewerb zunächst nicht fortgesetzt. Zur Saison 1952/53 führte der Deutsche Fußball-Bund den Wettbewerb in seiner heutigen Form wieder ein. Rot-Weiss Essen gewann das erste Finale des neu geschaffenen DFB-Pokals gegen Alemannia Aachen.
Seit 1985 findet das Endspiel grundsätzlich im Olympiastadion Berlin statt. Das Finale entwickelte sich zu einem festen Bestandteil des deutschen Fußballkalenders. Rund um das Spiel reisen jedes Jahr Zehntausende Fans beider Finalisten nach Berlin.
Der DFB-Pokal wird vollständig im K.O. System ausgetragen. Jede Runde besteht aus nur einem Spiel. Hin- und Rückspiele gibt es nicht.
Der Weg zum Titel führt über sechs Runden:
Erste Hauptrunde: 64 Mannschaften
Zweite Hauptrunde: 32 Mannschaften
Achtelfinale: 16 Mannschaften
Viertelfinale: 8 Mannschaften
Halbfinale: 4 Mannschaften
Finale: 2 Mannschaften
Insgesamt werden 63 Spiele ausgetragen. Das ergibt sich aus 32 Begegnungen in der ersten Runde, 16 in der zweiten Runde, acht im Achtelfinale, vier im Viertelfinale, zwei im Halbfinale und dem Endspiel.
Der Gewinner einer Partie zieht unmittelbar in die nächste Runde ein. Eine Gruppenphase und eine zweite Chance nach einer Niederlage gibt es nicht.
Steht es nach 90 Minuten unentschieden, folgt eine Verlängerung über zweimal 15 Minuten. Zwischen den beiden Abschnitten der Verlängerung gibt es lediglich eine kurze Unterbrechung von 2-3 Minuten.
Fällt auch während der zusätzlichen 30 Minuten keine Entscheidung, wird der Sieger im Elfmeterschießen ermittelt. Das Spiel wird so lange fortgesetzt, bis definitiv ein Gewinner feststeht. Ein Wiederholungsspiel zu einem späteren Zeitpunkt gibt es im DFB-Pokal nicht.
Die 64 Startplätze werden auf verschiedene Bereiche des deutschen Fußballs verteilt. Die Grundlage bildet jeweils die vorherige Saison.
Mannschaften der Bundesliga | 18 |
Mannschaften der 2. Bundesliga | 18 |
Vier bestplatzierte Teams der 3. Liga | 4 |
Vertreter der 21 DFB-Landesverbände | 21 |
Zusätzliche Plätze für die größten Landesverbände | 3 |
Gesamt | 64 |
Alle 18 Bundesligisten und alle 18 Zweitligisten der vorherigen Spielzeit sind automatisch qualifiziert. Hinzu kommen die 4 bestplatzierten Mannschaften der 3. Liga.
Weitere 24 Plätze werden über die regionalen Verbände vergeben. In der Regel qualifizieren sich die 21 Gewinner der Verbandspokale. Dazu gehören beispielsweise der Mittelrheinpokal, der Niederrheinpokal, der Landespokal Bayern oder der Saarlandpokal.
3 zusätzliche Plätze gehen an die mitgliederstärksten Landesverbände Bayern, Niedersachsen und Westfalen. Wie diese Plätze vergeben werden, unterscheidet sich regional. Teilweise existieren getrennte Pokalwege oder die Ligaplatzierung eines Amateurvereins ist ausschlaggebend.
Grundsätzlich können sich auch sehr kleine Vereine für den DFB-Pokal qualifizieren. Dafür müssen sie sich über die verschiedenen regionalen Pokalwettbewerbe bis zum jeweiligen Verbandspokal vorarbeiten und diesen gewinnen.
In der Praxis ist der Weg für einen Kreis- oder Bezirksligisten äußerst lang. Dennoch können selbst Viert-, Fünft- oder Sechstligisten die erste Hauptrunde erreichen und dort auf einen Bundesligisten treffen.
Nicht zugelassen sind die zweiten Mannschaften der Profivereine. Eine Reserve wie Bayern München II oder Borussia Dortmund II kann daher nicht am DFB-Pokal teilnehmen, unabhängig von ihrer Platzierung in der 3. Liga.
In der ersten Hauptrunde werden die 64 Teilnehmer auf zwei Lostöpfe mit jeweils 32 Mannschaften verteilt.
Im sogenannten Amateurtopf befinden sich:
die 24 Vertreter der Landesverbände,
die vier bestplatzierten Drittligisten,
die vier schwächsten Zweitligisten der vorherigen Saison.
Im Profitopf befinden sich:
alle 18 Bundesligisten,
die übrigen 14 Zweitligisten.
Jeder Mannschaft aus dem Amateurtopf wird ein Verein aus dem Profitopf zugelost. Der unterklassige Klub besitzt automatisch Heimrecht. Deshalb müssen die großen Mannschaften in der ersten Runde normalerweise auswärts antreten.
Kann das Stadion eines Amateurvereins die organisatorischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen nicht erfüllen, darf die Begegnung in eine andere Spielstätte verlegt werden. Ein freiwilliger Tausch des Heimrechts ist grundsätzlich nicht vorgesehen.
Auch in der zweiten Runde wird zunächst zwischen verbliebenen Amateur- beziehungsweise Drittligisten und den Mannschaften aus Bundesliga und 2. Bundesliga unterschieden. Unterklassige Vereine erhalten in diesen Duellen erneut Heimrecht.
Ab dem Achtelfinale werden grundsätzlich alle Mannschaften aus einem gemeinsamen Topf gezogen. Befindet sich noch ein Amateur- oder Drittligist im Wettbewerb und trifft dieser auf einen Bundesligisten oder Zweitligisten, erhält der unterklassige Klub weiterhin das Heimrecht.
Treffen zwei Profivereine oder zwei gleich eingestufte Amateurmannschaften aufeinander, spielt der zuerst gezogene Verein zu Hause.
Der Video Assistant Referee, kurz VAR, wird grundsätzlich ab dem Achtelfinale in allen Begegnungen eingesetzt.
In den ersten beiden Runden gibt es normalerweise keinen Videobeweis. Viele kleinere Stadien besitzen nicht die erforderliche technische Infrastruktur. Die Installation mobiler VAR-Systeme für alle zeitgleich ausgetragenen Begegnungen wäre mit einem erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwand verbunden.
Torlinientechnik kann unabhängig davon in Stadien eingesetzt werden, in denen die erforderlichen Systeme dauerhaft vorhanden sind.
Gelbe Karten im DFB-Pokal werden unabhängig von der Bundesliga und anderen Wettbewerben gezählt. Eine Verwarnung aus einem Ligaspiel hat daher keine Auswirkungen auf das nächste Pokalspiel.
Ein Spieler wird nach seiner fünften Gelben Karte im laufenden Pokalwettbewerb für eine Partie gesperrt. Da ein Verein auf dem Weg ins Finale höchstens sechs Spiele bestreitet, ist eine solche Gelbsperre nur unter sehr ungewöhnlichen Umständen möglich.
Ein Spieler müsste in jeder der ersten fünf Runden eine Gelbe Karte erhalten. Erst dann wäre er für das Finale gesperrt. Aus diesem Grund hat eine reine Gelbsperre im DFB-Pokal praktisch kaum Bedeutung.
Nach dem Saisonende wird die Anzahl der Gelben Karten zurückgesetzt. Einzelne Verwarnungen werden nicht in die folgende Pokalsaison übernommen.
Nach einer Gelb-Roten Karte ist ein Spieler automatisch für das nächste Spiel seines Vereins im DFB-Pokal gesperrt.
Bei einer direkten Roten Karte legt das DFB-Sportgericht die Dauer der Sperre fest. Je nach Vergehen kann der Spieler für ein oder mehrere Pokalspiele ausgeschlossen werden.
Der Pokalsieger erhält nicht nur die Trophäe und das Preisgeld. Mit dem Titel sind mehrere sportliche Vorteile verbunden:
Gewinn des DFB-Pokals
direkte Qualifikation für die Ligaphase der UEFA Europa League
Teilnahme am Franz Beckenbauer Supercup
zusätzliche DFB-Prämie von 4,32 Millionen Euro
höhere Einnahmen durch internationale Spiele
Im Franz Beckenbauer Supercup trifft der Pokalsieger normalerweise auf den deutschen Meister. Gewinnt derselbe Verein sowohl die Bundesliga als auch den DFB-Pokal, spielt der Doublesieger gegen den Vizemeister der Bundesliga.
Der DFB-Pokalsieger qualifiziert sich direkt für die Ligaphase der folgenden UEFA Europa League. Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Liga der Verein aktiv ist. Theoretisch kann sich deshalb auch ein Dritt- oder Viertligist über den Pokalsieg für den Europapokal qualifizieren.
Hat sich der Pokalsieger über seine Bundesligaplatzierung bereits für die UEFA Champions League oder die UEFA Europa League qualifiziert, wird der Pokal-Startplatz an die Bundesliga weitergegeben.
In der üblichen Konstellation bedeutet das:
Der nächstbeste noch nicht qualifizierte Bundesligist erhält einen Platz in der UEFA Europa League.
Der Startplatz in der UEFA Conference League rückt ebenfalls um eine Position nach unten.
Dadurch kann beispielsweise auch der Siebte der Bundesliga international spielen.
Die genaue Grenze hängt von der Zahl der deutschen UEFA-Champions-League-Startplätze und möglichen zusätzlichen europäischen Leistungsplätzen ab.
Wichtig: Der unterlegene Pokalfinalist erhält den Europa-League-Platz nicht. Diese frühere Regelung wurde 2015 abgeschafft.
Das Endspiel wird seit 1985 im Olympiastadion Berlin ausgetragen. Das Stadion bietet bei Fußballspielen Platz für mehr als 74.000 Zuschauer.
Die beiden Finalisten erhalten jeweils ein festgelegtes Kartenkontingent. Darüber hinaus werden Tickets über den DFB, Sponsoren und neutrale Verkaufsphasen vergeben.
Das Finale der Saison 2026/27 findet am Samstag, den 29. Mai 2027, um 20:00 Uhr statt. Es bildet traditionell den Abschluss der nationalen Pokalsaison.
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