Gleich zu Beginn des WTA-1000-Turniers in Peking sind die deutschen Hoffnungen geplatzt. Neben bitteren Niederlagen gab es aber auch Marathonmatches, Comebacks und souveräne Auftritte großer Namen.
Die deutsche Perspektive geriet schon am ersten Turniertag ins Wanken: Nach Laura Siegemunds Ausscheiden war auch für Tatjana Maria früh Schluss. Die 38-Jährige unterlag der Tschechin Marie Bouzkova glatt in zwei Sätzen (2:6, 4:6). Marias 72 Prozent erster Aufschläge reichten nicht aus, um dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Bouzkova dominierte fast nach Belieben, gewann 84 Prozent ihrer Punkte beim ersten Service und ließ auch beim zweiten kaum etwas liegen. Drei von vier Breakchancen nutzte die Tschechin eiskalt, während Maria keine einzige Gelegenheit bekam, zurückzuschlagen.
In den Ballwechseln zeigte sich das Gefälle noch deutlicher: 54:37 Punkte für Bouzkova, längere Serien von gewonnenen Spielen und deutlich mehr Variabilität. Für Maria war es bereits die zweite klare Auftaktniederlage in Folge nach dem frühen Aus in Seoul. Dennoch bleibt sie mit Rang 42 weiterhin die deutsche Nummer eins, zwölf Plätze vor Siegemund, die schon zuvor gegen Caty McNally chancenlos gewesen war.
Während sich die deutsche Fraktion verabschieden musste, stand der erste Turniertag im Zeichen prominenter Namen. Besonders bitter verlief der Auftritt für Bianca Andreescu. Die US-Open-Siegerin von 2019 hatte nach Verletzungen und Rückschlägen gehofft, in Peking neuen Schwung zu finden. Doch die Realität war ernüchternd: Gegen Anna Bondar verlor sie mit 4:6 und 6:7 (4). Ein weiteres Kapitel in einer Saison, die von Pausen und Rückschlägen geprägt ist. Mit ihrer aktuellen Platzierung auf Rang 181 der Weltrangliste bleibt Andreescus Versuch eines großen Saisonfinales vorerst ein Traum.
Bei Barbora Krejcikova lief es ganz anders. Die zweifache Grand-Slam-Siegerin knüpfte nahtlos an ihre starken Auftritte bei den US Open und in Seoul an. Gegen Anna Blinkova ließ die Tschechin keinerlei Zweifel aufkommen und gewann 6:2, 6:2, wodurch ihre Bilanz gegen Blinkova nun bei glatten 4:0 steht.
Doch der eigentliche Krimi des Tages kam von Maria Sakkari. Die Griechin, die einst die Nummer drei der Welt war, musste gegen Ashlyn Krueger über drei Stunden alles geben. Das Ergebnis: ein 7:6 (5), 6:7 (5), 7:5, das als drittlängstes Tour-Match des Jahres 2025 in die Statistik eingeht. Sakkari rang nach dem letzten Punkt nach Luft. Ein symbolträchtiger Moment für die Härte, die in Peking herrschen wird.
Angeführt wird das Turnier von Iga Swiatek. Die Weltranglistenerste greift wie alle gesetzten Spielerinnen erst in der Runde der letzten 64 ein und hat somit noch Schonzeit. Doch der Auftakt hat gezeigt: Peking hält alles bereit: Dramen, Überraschungen und klare Ansagen.
Was bleibt also vom ersten Tag hängen? Dass Deutschland seine Hoffnungsträgerinnen verloren hat. Dass eine einstige Grand-Slam-Siegerin weiterhin mit Verletzungen zu kämpfen hat. Und dass andere in Galaform starten. Und dass ein Marathonmatch gleich zu Beginn bewiesen hat, wie hoch die Intensität ist.
Die Fragen für die kommenden Tage liegen auf der Hand: Kann Swiatek ihre Favoritenrolle bestätigen? Setzt Krejčíková ihren Lauf fort? Und wird es einer Außenseiterin gelingen, das Tableau durcheinanderzuwirbeln? Peking hat bereits angedeutet, dass dieses Turnier alles andere als ein ruhiger Saisonabschluss werden wird.
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