Mit starken Comebacks und überraschenden Favoritenstürzen biegt die Qualifikation für die French Open auf die Zielgerade ein und für einige Spielerinnen ist der Traum vom Hauptfeld in greifbare Nähe gerückt.
Mit beeindruckender Entschlossenheit haben Ella Seidel und Tamara Korpatsch die zweite Runde der Qualifikation für die French Open gemeistert. Während sich Seidel nach schwachem Start in ihr Match kämpfte, überzeugte Korpatsch mit einer souveränen Vorstellung.
Die 20-jährige Seidel traf auf Panna Udvardy und verlor den ersten Satz zunächst mit 3:6. Doch mit viel Kampfgeist drehte sie die Partie und sicherte sich die folgenden Sätze mit 6:2 und 6:3. Für die junge Deutsche war es ein weiterer Beweis ihrer aufsteigenden Form.
Deutlich leichter hatte es Tamara Korpatsch. Die 30-Jährige ließ der topgesetzten Kanadierin Marina Stakusic beim 6:2, 6:1 keine Chance und ist damit ebenfalls nur noch einen Sieg vom Einzug ins prestigeträchtige Hauptfeld der French Open entfernt.
Nicht nur die deutschen Spielerinnen stehen kurz vor dem Sprung in die erste Runde. Auch international ist die Spannung groß, allen voran bei der 18-jährigen Kanadierin Victoria Mboko. Nach ihrem starken Auftritt beim WTA-Turnier in Rom, wo sie Coco Gauff einen Satz abnahm, zeigt sie sich auch in Paris in bestechender Form. Gegen Kathinka Von Deichmann ließ Mboko nichts anbrennen und siegte mit 6:3, 6:2. Nicht weniger als 38 Winner und eine bemerkenswerte Break-Quote unterstreichen ihren Anspruch auf das Hauptfeld. Ihre Saisonbilanz: beeindruckende 39 Siege bei nur fünf Niederlagen.
Auch die Argentinierin Solana Sierra unterstrich mit einem schnellen 6:2, 6:2 gegen Daria Snigur ihre Ambitionen. Die 20-Jährige, die kürzlich ihren ersten WTA 125-Titel gewann, zeigte in nur 52 Minuten eine dominante Leistung. Ihr Saisonrekord von 26:9 spricht für sich. Für beide Spielerinnen ist die letzte Qualifikationsrunde der letzte Schritt zum ganz großen Auftritt in Paris.
Für eine kleine Sensation sorgte die Polin Linda Klimovicova. Bei ihrem ersten Grand-Slam-Qualifikationsturnier überhaupt schaffte sie den Sprung in die entscheidende Runde und das mit einem klaren 6:2, 6:3 gegen die favorisierte Mananchaya Sawangkaew. Damit dürfte ihr Name in Zukunft noch öfter fallen, denn das Talent scheint unübersehbar.
Parallel zum Geschehen in Paris sorgte das WTA-Turnier in Straßburg für Aufsehen. Dort musste sich die topgesetzte Jessica Pegula überraschend früh verabschieden. Anna Kalinskaya, die Nummer 26 der Welt, bewies nach verlorenem ersten Satz Nervenstärke und setzte sich mit mutigem Spiel durch. Pegula fand kein Mittel gegen die taktische Vielfalt der Russin und schied nach über zwei Stunden aus.
Auch Beatriz Haddad Maia setzte sich durch. Die Brasilianerin besiegte die Amerikanerin Ashlyn Krueger in zwei knappen Sätzen mit 7:6(3), 6:3. Deutlicher war das Ergebnis von Emma Navarro: Mit 6:4, 6:1 ließ sie Anna Blinkova keine Chance und bestätigte damit ihre Rolle als Mitfavoritin auf den Titel in Straßburg.
Weniger gut lief es für Emma Raducanu. Nach gewonnenem ersten Satz musste sie sich Danielle Collins geschlagen geben. Rückenprobleme zwangen Raducanu zu einer Behandlungspause, die die US-Amerikanerin Collins nutzte und das Match zu ihren Gunsten drehte (4:6, 6:1, 6:3).
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