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Deutsche Tennis-Power vor den US Open: Wer setzt das nächste Ausrufezeichen?

Die deutschen Spielerinnen sorgen in den WTA-Turnieren und in der Qualifikation für die US Open für Spannung. Überraschungen, Nervenstärke und kleine Dramen. Die letzten Tage boten alles, was Tennisfans lieben.

Am Dienstag spielten sich gleich mehrere deutsche Spielerinnen ins Rampenlicht, während andere schmerzliche Rückschläge hinnehmen mussten. Jule Niemeier eröffnete den Tag mit einem Paukenschlag. Die Dortmunderin ließ gegen Daria Saville keine Zweifel an ihrer Form aufkommen. Mit 6:0 und 6:2 überrollte sie ihre australische Gegnerin und schickte damit ein klares Signal: Sie will zurück in die großen Arenen. Nun wartet mit Priscilla Hon eine knifflige nächste Gegnerin auf sie. Dieses Duell wird die Frage beantworten, ob Niemeier ihr starkes Niveau auch unter größerem Druck halten kann.

Wenig später zog Ella Seidel nach. Am Abend setzte sie sich souverän gegen Katinka von Deichmann durch. Mit 6:3 und 6:2 wirkte ihr Auftritt fast schon abgeklärt. Für die erst 18-Jährige geht es nun gegen die Amerikanerin Sachia Vickery. Dieses Match wird zeigen, wie belastbar Seidel gegen eine routinierte Gegnerin ist. Zwei junge deutsche Spielerinnen sind also auf Kurs Richtung Hauptfeld der US Open, eine Entwicklung, die den Fans Hoffnung auf eine neue Generation macht.

Doch während Niemeier und Seidel überzeugten, lief es für andere weniger erfreulich. Anna-Lena Friedsam kämpfte verbissen gegen die Japanerin Aoi Ito, doch nach drei umkämpften Sätzen musste sie sich mit 4:6, 7:5 und 3:6 geschlagen geben. Ein bitteres Aus, das deutlich macht, wie schmal der Grat zwischen Erfolg und Niederlage ist. Bereits zuvor musste auch Mona Barthel am ersten Quali-Tag die Segel streichen.

Während die Qualifikation in New York eine Mischung aus Jubel und Ernüchterung brachte, gab es in Cleveland Grund zur Freude. Eva Lys spielte sich beim WTA-250-Turnier ins Viertelfinale. Gegen Polina Kudermetova musste sie zunächst Rückschläge hinnehmen und lag im ersten Satz mit 1:4 zurück. Doch dann kam der große Umschwung. Lys gewann nicht nur den Satz mit 6:4, sondern dominierte anschließend auch den zweiten Durchgang. Am Ende stand ein klarer 6:4, 6:3-Erfolg, den sie nach einigen vergebenen Matchbällen nach 1:24 Stunden eintütete.

Ihr Weg ins Viertelfinale ist auch eine Geschichte von mentaler Stärke. Wer nach einem Fehlstart so souverän zurückkommt, ist offensichtlich auf größere Aufgaben vorbereitet. Mit Anastasia Zakharova wartet nun die nächste Herausforderung. Die Russin präsentierte sich ebenfalls stark, sodass Lys erneut alles abrufen muss. Doch die 23-Jährige hat bereits bewiesen, dass sie auch in brenzligen Situationen die Ruhe bewahren kann.

Auch in Mexiko gab es ein Stück deutsche Tennisdramatik. Tatjana Maria, mit 38 Jahren eine echte Ausnahmeerscheinung auf der Tour, erlebte in Monterrey ein Match voller Wendungen. Gegen Anna Bondar musste sie gleich mehrfach tief graben. Zwei Breaks im ersten Satz, vier abgewehrte Satzbälle im Tiebreak und später ein 2:5-Rückstand im zweiten Durchgang. Doch Maria wäre nicht Maria, wenn sie nicht für spektakuläre Comebacks stehen würde. Mit eiserner Nervenstärke und unerschütterlichem Kampfgeist drehte sie die Partie und siegte 7:6, 7:5.

Es war ein Sieg, der wie ein Lehrbuchbeispiel für mentale Widerstandskraft wirkt. Die zweifache Mutter und deutsche Nummer eins bewies einmal mehr, dass Routine und Selbstvertrauen auch in engen Matches entscheidend sein können. Im Achtelfinale wartet entweder die gesetzte Linda Noskova oder die Überraschungsspielerin Lulu Sun.

Damit stellt sich den deutschen Tennisfans eine spannende Frage: Wer von dieser bunten Truppe wird in den kommenden Tagen das nächste Ausrufezeichen setzen? Niemeier und Seidel könnten sich in New York den Traum vom Hauptfeld erfüllen. Lys steht in Cleveland kurz vor dem Einzug ins Halbfinale. Und Tatjana Maria hat gezeigt, dass sie mit fast 40 Jahren jederzeit noch Spiele aus dem Feuer reißen kann.

Die US Open beginnen am Sonntag. Bis dahin liefern die Vorbereitungen und Qualifikationen jede Menge Geschichten, die Lust auf mehr machen. Und eines ist sicher: Mit den deutschen Spielerinnen wird es derzeit garantiert nicht langweilig.

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