Nach den US Open richtet sich der Blick sofort nach vorne: Der Davis Cup lockt mit neuem Modus, spannenden Duellen und großen Emotionen. Schaffen Deutschland und Österreich den Sprung ins Finale in Bologna?
Kaum sind die US Open beendet, öffnet sich mit dem Davis Cup schon das nächste Kapitel im Tennisjahr. Und der hat es 2025 in sich. Mit neuem Format, packenden Auswärtsspielen und dem Traum vom großen Finale in Bologna steht der September im Zeichen von Teamgeist, Nervenstärke und nationalem Stolz. Doch welche Nationen schaffen es in die letzten Acht und wie stehen die Chancen für Deutschland und Österreich?
Der Davis Cup ist seit jeher ein Turnier, das Emotionen entfacht. Jubelnde Teams, weinende Helden und manchmal Momente, die ganze Karrieren prägen. 2025 gibt es erneut eine Reform: Anstelle der gewohnten Gruppenphase treten nun 14 Nationen in Heim- und Auswärtsspielen gegeneinander an. Die Sieger dieser Spiele dürfen gemeinsam mit Titelverteidiger Italien direkt in Bologna antreten, wo im November die letzten Acht im K.-o.-System aufeinandertreffen. Ein Format, das die Spannung noch weiter erhöht, denn jedes einzelne Match kann über Triumph oder Ausscheiden entscheiden.
Für das deutsche Team geht es Mitte September in die Ferne: Am 12. und 13. September wartet im Ariake Colosseum in Tokio Gastgeber Japan. Der Untergrund? Hartplatz – eine Herausforderung, aber auch eine Chance. Mit Jan-Lennard Struff und Yannik Hanfmann stehen zwei erfahrene Einzelspieler bereit, im Doppel sollen Kevin Krawietz und Tim Pütz für Stabilität sorgen. Youngster Justin Engel reist ebenfalls mit, um erste Davis-Cup-Luft zu schnuppern.
Ein Name fehlt jedoch: Alexander Zverev, der gerade ein intensives Turnierprogramm absolviert hat, pausiert. Damit rückt Struff in die Rolle der deutschen Nummer eins. Eine Bürde, aber auch eine Bühne für Heldentaten. Kann er die Lücke füllen und das Team in die Endrunde führen?
Die Gastgeber wollen das verhindern und schicken ihre stärkste Truppe aufs Feld. Kei Nishikori, lange Zeit das Aushängeschild des japanischen Tennissports, führt das Team an. Unterstützt wird er von Shintaro Mochizuki, Yosuke Watanuki, Yoshihito Nishioka und Takero Yuzuki. Mit dieser Mischung aus erfahrenen Spielern und aufstrebenden Talenten hoffen die Japaner, den Heimvorteil auszuspielen. Vor vollem Haus in Tokio könnte das deutsche Team schnell unter Druck geraten.
Während Deutschland in Fernost schwitzt, tritt Österreich im ungarischen Debrecen an. Vom 11. bis 13. September messen sich die Österreicher mit dem Gastgeber Ungarn in einem Duell auf Augenhöhe. Filip Misolic und Jurij Rodionov übernehmen die Einzel, im Doppel setzen Lucas Miedler (ATP-Doppel 35) und Alexander Erler (ATP-Doppel 42) auf ihre gewohnte Stärke. Ein herber Ausfall wiegt jedoch schwer: Alexander Ofner kann nicht antreten; möglicherweise springt Lukas Neumayr als Ersatz ein.
Es ist ein brisantes Duell, denn Ungarn wittert seine Chance, während Österreich nach dem großen Wurf greift. Wenn Misolic und Rodionov in den Einzeln punkten, könnte am Ende das routinierte Doppel den Unterschied machen.
Die Regeln sind einfach und eindeutig: Jedes Match bringt einen Punkt, wer zuerst drei Punkte erreicht, gewinnt das Länderspiel. Für Deutschland heißt das frühes Aufstehen. Am Freitag beginnen die Partien bereits um 5 Uhr MESZ, am Samstag sogar um 4 Uhr. Österreich startet unmittelbar nach der Auslosung ins erste Einzel.
Die Spannung liegt in der Luft: Werden Struff und Hanfmann ihre Chance nutzen? Kann Österreich ohne Ofner bestehen? Oder erleben wir Überraschungen, die den Tennis-Herbst auf den Kopf stellen?
Eines ist sicher: Wer es in die Endrunde schafft, darf sich auf ein Tennisspektakel der Extraklasse freuen. Im November warten in Bologna dann die Besten der Welt, allen voran Titelverteidiger Italien. Und mit etwas Glück ertönt im Viertelfinale vielleicht sogar die deutsche oder österreichische Hymne.
Bis dahin gilt: Jedes Ass, jeder Breakball, jeder Punkt könnte Geschichte schreiben. Der September gehört dem Davis Cup und den Fragen, die Tennisfans schon jetzt den Atem anhalten lassen.
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