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Das Wunder von der Grotenburg

Bayer Leverkusen kennt in Deutschland jedes Kind. Dass es einmal einen zweiten Werksklub von Bayer gegeben hat, gerät so langsam in Vergessenheit. Die Rede ist von Bayer 05 Uerdingen, das zwischen 1979 und 1996 mit drei kurzen Unterbrechungen in der Bundesliga kickte. Die Krefelder sorgten einst auch im Europapokal für Furore. Unvergessen ist dabei das Wunder von der Grotenburg gegen Dynamo Dresden.

Der KFC Uerdingen 05 war einst eine feste Größe in der Fußball-Bundesliga. Von 1953 bis 1995 hieß der Klub Bayer 05 Uerdingen. In dieser Zeit feierten die Krefelder auch die größten Erfolge der Vereinsgeschichte. 1985 konnte man sogar den DFB-Pokal gewinnen. Im Finale setzte sich Uerdingen mit 2:1 gegen Bayern München durch und durfte daraufhin im damaligen Europapokal der Pokalsieger antreten. Dort wurde in der ersten Runde der FC Zurrieq aus Malta ohne Probleme mit 3:0 und 9:0 ausgeschaltet. In Runde zwei kegelte man Galatasaray Istanbul mit 2:0 und 1:1 aus dem Wettbewerb und qualifizierte sich für das Viertelfinale. Dort kam es zum Aufeinandertreffen mit DDR-Pokalsieger Dynamo Dresden. Das Hinspiel endete mit 2:0 für Dynamo und Uerdingen stand vor dem Aus. Doch es sollte ganz anders kommen. Das Rückspiel entwickelte sich zu einem unvergesslichen Fußballerlebnis, das als Wunder von der Grotenburg in die Fußballgeschichte einging.

Die Ausgangslage

Das Hinspiel wurde am 5. März 1986 in Dresden ausgetragen. Frank Lippmann und Hans-Uwe Pilz schossen einen 2:0-Sieg für die Gastgeber heraus. Die Ausgangslage für das Rückspiel am 19. März war demnach klar. Da es noch die Auswärtstorregel gab, musste Uerdingen mit zwei Toren Differenz und ohne Gegentor gewinnen, um die Verlängerung zu erreichen. Bei einem Gegentreffer Dynamos wären schon vier Tore notwendig gewesen. Das ZDF entschied sich damals aufgrund der deutsch-deutschen Begegnung, die Partie live im Fernsehen zu zeigen, obwohl zeitgleich Bayern München im Landesmeisterpokal gegen den RSC Anderlecht kickte. Am Ende die richtige Entscheidung, denn an Spannung und Dramatik war die Partie an der Grotenburg-Kampfbahn nicht zu überbieten.

Der Spielverlauf

Die Uerdinger hatten sich vor den eigenen Fans viel vorgenommen. Schlechter hätte die Partie jedoch nicht beginnen können. Schon in der ersten Spielminute erzielte Ralf Minge das 1:0 für den Gast aus Dresden. Nachdem Wolfgang Funkel in der 13. Minute per Kopf den Ausgleich erzielte, keimte wieder etwas Hoffnung auf. Allerdings nur kurz, denn zur Halbzeit lag Uerdingen durch Tore von Frank Lippmann (35.) und ein Eigentor von Rudi Bommer (42.) schon mit 1:3 zurück. Nun brauchte es schon fünf Treffer, um das Halbfinale zu erreichen. Gegen die starken Dresdner, bei denen unter anderem Ulf Kirsten und Matthias Sammer auf dem Feld standen, eine schier unlösbare Aufgabe. Konnte man meinen, doch Uerdingen machte das Unmögliche doch noch wahr.

Bei einem Foul von Wolfgang Funkel an Dresden-Keeper Bernd Jakubowski zog sich dieser in der 39. Minute einen Schulterbruch zu und musste zur Halbzeit ausgewechselt werden. Für ihn kam Jens Ramme, der zu diesem Zeitpunkt erst ein Spiel für die Dresdner absolviert hat. Somit nahm das Schicksal seinen Lauf. Minge verursachte in der 58. Minute einen Elfmeter, den Funkel zum 2:3 in die Maschen drosch. Nur fünf Minuten später unterlief Minge auch noch ein Eigentor und Uerdingen glich aus. Zwei Minuten später war Wolfgang Schäfer mit der erstmaligen Führung für Bayer zur Stelle. Als Dietmar Klinger in der 78. Minute auf 5:3 erhöhte, brachen im Stadion alle Dämme. Es dauerte nur eine weitere Minute, als Funkel mit seinem dritten Tor per Elfmeter auf 6:3 stellte und Uerdingen zu diesem Zeitpunkt erstmals zur Gesamtführung schoss. Anschließend hatte Dresden gleich zwei Großchancen durch Jörg Stübner und Minge, die sie ungenutzt ließen. Wolfgang Schäfer machte schließlich mit seinem Tor zum 7:3 in der 86. Minute endgültig den Deckel auf eine der ehrwürdigsten Aufholjagten im Europapokal drauf.

Die Folgen

Für die Uerdinger bedeutete der Einzug ins Halbfinale den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Weniger gern blicken die Dresdner auf diesen Tag zurück. Wenig später trennte sich Dynamo von Trainer Klaus Sammer. Außerdem musste Jakubowski seine Karriere aufgrund seiner schweren Verletzung beenden. Frank Lippmann sollte ebenfalls kein Spiel mehr für Dynamo bestreiten. Der Stürmer setzte sich in die Bundesrepublik ab und kehrte nicht mehr in die DDR zurück. Auch Pechvogel Ramme holte diese Partie immer wieder ein. „Das war mein Aus bei Dynamo. Damit hatte ich einen Stempel aufgedrückt bekommen, den ich nie wieder los geworden bin“, fasste er nach dem Ende seiner Karriere zusammen.

Uerdingen schied anschließend im Halbfinale gegen Atletico Madrid aus. Im darauffolgenden Jahr qualifizierte sich der Klub noch einmal für den UEFA-Cup. Es ist die bis heute letzte Teilnahme im Europapokal. Mittlerweile kicken die Uerdinger fünftklassig in der Oberliga Niederrhein. Dieses Spiel gegen Dresden wird jedoch für immer das Highlight in der Vereinsgeschichte bleiben.

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