Die Handball Champions League ist der prestigeträchtigste Wettbewerb für Vereinsmannschaften in Europa. Das ist ihre Geschichte.
Die Handball Champions League, heute als das prestigeträchtigste Turnier im europäischen Vereinshandball bekannt, wurde im Jahr 1956 ins Leben gerufen und im darauffolgenden Jahr erstmals ausgetragen. Ursprünglich trug der Wettbewerb, wie einst auch im Fußball, den Namen „Europapokal der Landesmeister“ und richtete sich, mit Ausnahme der Premierensaison, ausschließlich an die Meister der nationalen Ligen Europas. Die Initiative ging von der Europäischen Handballföderation (EHF) aus, die den Wunsch hegte, den internationalen Vereinswettbewerb im Handball zu fördern und den Sport breiter sichtbar zu machen.
Der erste Europapokal der Landesmeister fand 1957 statt und es nahmen ausschließlich Auswahlen einzelner Städte, jedoch keine Vereinsmannschaften teil. Der erste Gewinner war die Stadtauswahl der tschechoslowakischen Hauptstadt Prag. Bis in die 80er-Jahre dominierten Teams aus Deutschland und der damaligen DDR. Allein der VfL Gummersbach holte sich bis 1983 fünfmal die Krone, was ihn bis zum Jahr 2000 zum Rekordsieger des Wettbewerbs machte.
Nach der Saison 1992/93 erfuhr der Wettbewerb eine grundlegende Reform: Der Europapokal der Landesmeister wurde zur EHF Champions League umbenannt. Mit dieser Umgestaltung wurde ein neues Format eingeführt, das auch Gruppenphasen und später K.O.-Runden beinhaltete, ähnlich wie die UEFA Champions League im Fußball. Dies ermöglichte deutlich mehr Spiele auf hohem Niveau und lockte so mehr Zuschauer und Sponsoren an.
Eine weitere bedeutende Neuerung war die Öffnung des Wettbewerbs für mehrere Teams aus den stärkeren Handballnationen. Dies führte dazu, dass nicht nur die Landesmeister, sondern auch Zweit- und Drittplatzierte aus Top-Ligen wie der deutschen Bundesliga oder der spanischen Liga teilnehmen konnten. Damit stieg die Qualität des Wettbewerbs erheblich, was wiederum zu einem verstärkten internationalen Interesse führte.
Die EHF Champions League entwickelte sich über die Jahre zu einem hochprofessionellen Turnier. Dank der TV-Übertragungen und der Präsenz in digitalen Medien erreichte der Wettbewerb ein breites Publikum. Besonders seit den 2000er-Jahren hat das Turnier an Popularität gewonnen, nicht zuletzt wegen der steigenden Qualität der Spiele und der zunehmenden Anzahl internationaler Stars, die in europäischen Vereinen spielen.
Seit 2010 wird das Finalturnier, bekannt als „EHF Final4“ in der Kölner Lanxess-Arena ausgetragen. Dieses Format, bei dem die vier besten Teams in einem Wochenende um den Titel kämpfen, hat sich als großer Erfolg erwiesen. Es sorgt für maximale Spannung und zieht jedes Jahr tausende Fans aus der ganzen Welt an.
Mit Abstand der erfolgreichste Klub in der Geschichte des Wettbewerbs ist der FC Barcelona aus Spanien. Das Team hat die Champions League inzwischen zwölfmal gewonnen (Stand 2025). Darunter fünfmal in Folge zwischen 1996 und 2000. Der Verein steht für spielerische Exzellenz und hat über Jahrzehnte hinweg einige der besten Spieler der Handballgeschichte hervorgebracht. Insgesamt gingen 18 Titel an spanische Klubs.
Erfolgreicher ist nur Deutschland, inklusive der DDR, mit 22 Titeln. Der SC Magdeburg ist seit 2025 mit fünf Titelgewinnen zweiterfolgreichster Klub der Turniergeschichte zusammen mit Gummersbach. Besonders bemerkenswert ist dabei die Tatsache, dass der SCM alle fünf Endspiele gewinnen konnte. Dahinter folgt der THW Kiel mit vier Titelgewinnen. Weitere Mehrfachsieger sind Ciudad Real (3), SKA Minsk (3), RK Zagreb (2), Dukla Prag (2), Steaua Bukarest (2), Frisch Auf Göppingen (2), Metaloplastika Sabac (2), TV Großwallstadt (2), Montpellier HB (2) und Vardar Skopje (2).
Mit Blick auf die Zukunft wird die EHF Champions League weiterhin an Bedeutung gewinnen. Die wachsende Internationalisierung des Sports und der Fokus auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung werden den Wettbewerb noch zugänglicher und attraktiver machen. Ambitionen, den Wettbewerb global zu vermarkten, könnten dazu führen, dass auch Mannschaften außerhalb Europas stärker eingebunden werden.
Zusätzlich steht die Förderung des Frauenhandballs im Fokus. Die EHF Women’s Champions League hat ebenfalls an Bedeutung gewonnen und wird zunehmend professioneller organisiert. Dies unterstreicht die Bemühungen der EHF, den Handballsport in seiner Gesamtheit zu fördern.
Die EHF Champions League ist mehr als nur ein Wettbewerb – sie ist ein Symbol für die Entwicklung des Handballsports und eine Bühne für die besten Spieler und Teams der Welt. Von den bescheidenen Anfängen in den 1950er-Jahren bis hin zu einem der prestigeträchtigsten Turniere des heutigen Sports hat sie eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen. Die Rekorde und Erfolge der besten Mannschaften verdeutlichen die Faszination, die dieser Wettbewerb ausstrahlt, und lassen auf eine spannende Zukunft hoffen.
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