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Daan Hoole überrascht beim Einzelzeitfahren in Pisa

Ein niederländischer Meister trotzt den Favoriten und dem Wetter: Die zehnte Etappe des Giro d’Italia endet mit einem Paukenschlag.

Die zehnte Etappe des Giro d’Italia brachte eine faustdicke Überraschung. Im Einzelzeitfahren von Lucca nach Pisa triumphierte der Niederländer Daan Hoole (Lidl-Trek) über den hoch gehandelten Zeitfahrspezialisten Josh Tarling (Ineos Grenadiers) und feierte den größten Erfolg seiner Karriere. Mit einer Zeit von 32:30 Minuten und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 52,8 km/h legte er schon früh im Rennen eine Bestzeit vor, die niemand mehr einholen sollte.

Der frühe Start zahlt sich aus: Wetter spielt entscheidende Rolle

Hoole profitierte von seiner frühen Startzeit, denn am Nachmittag setzte Regen ein, der die Chancen der später gestarteten Favoriten erheblich schmälerte. Auch der Träger der Maglia Rosa, der 21-jährige Mexikaner Isaac del Toro (UAE Team Emirates-XRG), musste unter widrigen Bedingungen fahren und verlor wertvolle Sekunden in der Gesamtwertung.

Tarling unter Druck und unter seinen Möglichkeiten

Josh Tarling, der von vielen als Favorit auf den Etappensieg gehandelt wurde, startete vielversprechend und war am ersten Zeitmesspunkt in Pontetto der Schnellste. Auf dem welligen Abschnitt rund um das Foro di San Giuliano verlor er jedoch an Tempo und am Ende sieben Sekunden auf Hoole. Mit einer Zeit von 32:37 Minuten reichte es dennoch zu Platz zwei, knapp vor seinem Landsmann Ethan Hayter (Soudal-QuickStep), der mit 32:40 Minuten die frühe Bestzeit gehalten hatte.

Nur fünf Fahrer unter 33 Minuten

Nur fünf Fahrer blieben auf dem 28,6 Kilometer langen Kurs unter 33 Minuten. Neben Hoole, Tarling und Hayter waren dies Mattia Cattaneo (Soudal-QuickStep, 32:53) und Edoardo Affini (Visma-Lease A Bike, 32:54). Die meisten der später gestarteten Klassementfahrer konnten bei den rutschigen Bedingungen nicht mithalten.

Del Toro verteidigt Rosa Trikot Ayuso und Roglic holen auf

Trotz schwieriger Bedingungen konnte Isaac del Toro das Rosa Trikot verteidigen. Mit einer Zeit von 34:52 Minuten verlor er zwar auf seine Rivalen, blieb aber in der Gesamtwertung vorne. Sein Teamkollege Juan Ayuso (34:04 Minuten) machte 48 Sekunden gut, liegt aber immer noch 25 Sekunden hinter del Toro. Auch Primoz Roglic (Red Bull-Bora-Hansgrohe) konnte dank der etwas trockeneren Strecke mit 33:45 Minuten Zeit gut machen und liegt nun 1:18 Minuten hinter dem Führenden auf Rang fünf.

Tiberi und Yates weiter auf Podiumskurs

Antonio Tiberi (Bahrain Victorious) zeigte eine solide Leistung und belegte mit einer Zeit von 34:23 Minuten den 26. Gesamtrang, 1:01 Minuten hinter del Toro. Auch Simon Yates (Visma-Lease A Bike) bleibt mit 34:13 Minuten (Platz 23) im erweiterten Kreis der Podiumskandidaten.

Die Zeitfahrstrecke zwischen den toskanischen Städten Lucca und Pisa galt als überwiegend flach, hatte aber mit dem Anstieg bei San Giuliano eine kleine selektive Passage zu bieten. Zwei Zeitmessstellen bei 8,3 km (Pontetto) und 20,5 km (Asciano) ermöglichten eine gute Analyse des Rennverlaufs. Aber nicht nur die topographischen Hindernisse, sondern vor allem das Wetter hatte einen großen Einfluss auf die Tageswertung.

Mit seinem zweiten Profisieg und dem ersten auf WorldTour-Niveau hat Daan Hoole eindrucksvoll bewiesen, dass sich Entschlossenheit und gutes Timing auszahlen können. Die Gesamtwertung des Giro d’Italia bleibt auch nach dem zweiten Zeitfahren offen und mit noch vielen anspruchsvollen Etappen ist Spannung garantiert.

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