Was war das für ein Finale! Chelsea, von vielen belächelt, blamiert Paris Saint-Germain und krönt sich mit einem 3:0, das so niemand kommen sah, zum Klub-Weltmeister. Was ist da los bei Paris?
Manchmal schreibt der Fußball Geschichten, die man sich nicht besser ausdenken könnte. Chelsea, das in der heimischen Liga oft ein Rätsel ist, hat auf der ganz großen Bühne abgeliefert und wie! Mit einem furiosen 3:0 gegen Paris Saint-Germain sicherte sich der Londoner Klub nicht nur den Titel der neuen Klub-Weltmeisterschaft mit 32 Teams, sondern auch einen gewaltigen Imageschub. Und vielleicht sogar eine finanzielle Rettungsleine.
Dabei war PSG als Favorit in dieses Finale am 13. Juli gegangen. Der frischgebackene Champions-League-Sieger mit einem Kader voller Stars wirkte auf dem Rasen jedoch völlig überfordert. Chelsea hingegen trat auf wie ein Team, das etwas beweisen wollte. Und das taten sie eindrucksvoll.
Schon nach wenigen Minuten wurde klar: Die Blues sind heiß. Zwar verpasste Cole Palmer in der 8. Minute noch die Führung, dann aber begann seine ganz große Show. In der 22. Minute traf er nach Vorarbeit von Malo Gusto zur Führung, präzise, kalt, souverän. Acht Minuten später schnürte er seinen Doppelpack: energisch von rechts in den Strafraum, Abschluss, 2:0.
PSG? War da. Aber ohne Biss, ohne Ideen. Und Chelsea hatte noch nicht genug: Kurz vor der Pause lupfte João Pedro den Ball traumhaft über Donnarumma ins Netz, 3:0 (43.). Das war nicht nur eine Vorentscheidung, sondern auch eine Machtdemonstration.
„Alle haben vorher an uns gezweifelt, genau deshalb fühlt es sich so gut an“, sagte Doppeltorschütze Palmer nach dem Spiel. Trainer Enzo Maresca, einst Assistent von Guardiola, hatte eine einfache Erklärung: „Wir haben das Spiel in den ersten zehn Minuten gewonnen.“
Passend zum Austragungsort des Finals in den USA gab es zur Halbzeitpause eine pompöse Show. Die Unterbrechung dauerte statt der üblichen 15 Minuten ganze 25 Minuten. Die FIFA orientiert sich hier offenbar am Super Bowl. Und FIFA-Boss Gianni Infantino kündigte bereits an: Bei der WM 2026 soll die Show im Finale noch größer werden.
In einer der VIP-Logen beobachtete übrigens niemand Geringeres als Donald Trump das Geschehen Seite an Seite mit Infantino. Gemeinsam überreichten sie später die Trophäe.
Nach der Pause versuchte PSG, sich aufzulehnen. Ousmane Dembélé hatte die große Chance zum Anschluss, doch Chelseas Torhüter Robert Sánchez parierte glänzend (52.). Danach war wieder Chelsea am Drücker: Delap verpasste zweimal das 4:0, Donnarumma hielt, was zu halten war (70., 80.).
Paris blieb blass und verlor schließlich auch noch João Neves. Der Youngster riss Cucurella an den Haaren und sah in der 86. Minute völlig zurecht die rote Karte. Ein unschöner Abschluss einer blutleeren Leistung.
Nach dem Schlusspfiff wurde es noch einmal hitzig: João Pedro und Donnarumma gerieten aneinander, sogar PSG-Trainer Luis Enrique wurde handgreiflich. Die Emotionen kochten hoch, doch Chelsea behielt die Kontrolle.
Der Verein darf sich jetzt über ein Preisgeld zwischen 110 und 120 Millionen US-Dollar freuen.
Chelsea geht als Titelverteidiger in das nächste Klub-WM-Turnier, das für 2029 geplant ist. Ob der Sieger automatisch qualifiziert sein wird, ist noch unklar. Das ist noch unklar. Sicher ist nur: Diese Nacht wird man an der Stamford Bridge nicht so schnell vergessen. Denn Chelsea hat sich mit einer Mischung aus Teamgeist, Wut und Spielfreude gegen die millionenschwere Auswahl aus Paris durchgesetzt. Und das mit einer Klarheit, die das Fußball-Establishment ins Grübeln bringen dürfte.
Die Moral der Geschichte? Vielleicht, dass man nicht die teuersten Spieler braucht, sondern die, die wirklich gewinnen wollen.
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